Ein Müllberg zwischen Junghans-Kolonie und Realschule in der Schramberger Schillerstraße erregt die Gemüter. Nun soll schnell eine Lösung gefunden werden.
Mittwochvormittag, 3. Januar – 11 Uhr: Ein junger Mann, die Kappe tief ins Gesicht gezogen, kramt in einem der vielen Müllsäcke, die vor ihm auf der Fläche zwischen Junghans-Kolonie und Realschulgebäude in der Schillerstraße liegen. Seine Begleiterin sitzt etwas entfernt auf einem Fahrrad und ruft ihm immer wieder zu, wo er noch weiter kramen soll.
Und Müllsäcke sind nicht das einzige: Matratzen, Betten, Kühlschränke, Hometrainer, Schränke – quasi ein gesamter Hausstand wurde entrümpelt und dort an die Hauswand geworfen. Als der Mann den Pressevertreter beim Fotografieren bemerkt, läuft er hinter die nächste Hausecke und wartet ab. Er ist offenbar einer, der dort wegnehmen will: Das Problem diesem Müllberg ist aber ein anderes: Dass kräftig dazugestellt wurde.
Schon seit dem vergangenen Jahr liege der Berg dort, schreibt unserer Redaktion eine Leserin – mindestens seit zwei Wochen – und sie frage sich, ob das denn niemanden störe oder ob da niemand zuständig sei? Sie meint: „Für Schramberg ist das kein schönes Bild“. Ein weiterer E-Mail-Schreiber übt sich in Galgenhumor und bezeichnet das sich ihm bietende Bild als „Schramberger Neujahrsimpression“. Zumal einige Dinge bereits so über den Gehweg verteilt sind, dass dieser bald nicht mehr ohne Schlenker über die Fahrbahn passiert werden kann. Auch die Zufahrt in den Innenhof – beispielsweise für die Feuerwehr – ist versperrt.
Regulären Termin umgesetzt
Wir fragen in Rottweil beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft nach: Sperrmüll, erklärt eine Mitarbeiterin, werde in Eigenregie von der Firma Alba verwaltet. Deshalb könne sie nicht aus dem Stegreif sagen, ob das „Problem“ dort bereits bekannt sei. Bei sogenanntem „Wilden Müll“ wäre dann beim Eigenbetrieb Handlungsbedarf. Während des Telefonats hinterlegt sie die Sache im System – und sagt, sie werde auch sofort Alba informieren. Von der Fachfirma kommt später die Rückmeldung: Am 27. Dezember sei dort eine regulär gemeldete Sperrmüll-Abholung umgesetzt und alles mitgenommen worden. Was dort nun also rumliegt wurde später erst hingeworfen.
Alba kommt laut Amt am Donnerstag
Die Sachlage ist klar, es handelt sich um „Wildem Müll“. Dies könne, meint sie aus Erfahrung, beispielsweise in der Nähe von Sozialem Wohnungsbestand, durchaus vorkommen, weil den Menschen das Prinzip, nach dem der Sperrmüll vor Ort funktioniert, schlicht nicht bekannt ist. „Das Problem dann ist, dass häufig ein solcher Müllbestand schnell weiter wächst, weil andere ihre Sachen dazulegen.“
Die Lösung hat der Eigenbetrieb bereits in die Wege geleitet – „die Firma Alba wird am Donnerstag alles holen, weil dort die Feuerwehrzufahrt blockiert ist“, heißt es aus Rottweil. Gezahlt wird das vom Eigenbetrieb – also von der Allgemeinheit. An jener Stelle habe es schon so einen Vorfall gegeben, heißt es weiter, daher werde man noch einmal Infomaterial auslegen und auf die Hausverwaltung zugehen.
Bitte vorher sortieren
Besonders ärgerlich sei, dass die Abholung eine aufwändige sein wird, weil alles kreuz und quer hingeworfen worden sei. Ein Sprecher des Amts erklärt: Für eine Sperrmüllabholung gilt maximal fünf Kubikmeter Material, dass nur einen Tag vor dem Termin alles hinausgestellt wird und dass das Material sortiert wird. „Da kommt ein Lastwagen für Holz, einer für Metall und Elektro und einer für den Rest“, erklärt er abschließend.