Blick auf das Krankenhaus in Freudenstadt. Foto: KLF

Erster Fall in Deutschland. Kein "epidemiologischer Hinweis" auf Mutation. Infektion im Frühjahr gut überstanden.

Schocknachricht aus dem Kreis Freudenstadt für die ganze Republik: Ein Corona-Patient ist wohl nach der zweiten Infektion am Virus gestorben.

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Kreis Freudenstadt - Informationen unserer Zeitung bestätigte der Arzt Wolfgang von Meißner von der zentralen Abstrichpraxis für den Kreis am Mittwochabend auf Nachfrage. Es handelt sich um einen 73-jährigen Mann aus einer Umlandgemeinde. Es wäre der erste bekannte Fall einer zweiten Ansteckung in Deutschland.

Erster Infekt war gut überstanden

Nach Auskunft des Arztes starb der Mann bereits am Montag voriger Woche im Krankenhaus in Freudenstadt. Er habe an Vorerkrankungen gelitten, den ersten Infekt mit dem Virus im Frühjahr zwischenzeitlich jedoch gut überstanden. An Silvester habe er erneut Symptome der Krankheit gezeigt. Er sei am 3. Januar zur Behandlung in das Kreiskrankenhaus eingeliefert worden und tags darauf bereits beatmet worden. Eine Woche später sei der Mann dann gestorben.

Die Lebensgefährtin sei ebenfalls mit Covid-19 angesteckt worden, habe die Infektion jedoch gut überstanden. Zwar seien dem Mann keine Proben entnommen worden. Dennoch geht von Meißner davon aus, dass der 73-Jährige nicht an der Mutation des Virus erkrankt gewesen sei, sondern an der "normalen Variante".

Er geht von einer Neuansteckung aus. Es sei "höchst unwahrscheinlich", dass der Mann so lange hochinfektös gewesen sei.

Kein "epidemiologischer Hinweis" auf Mutation

Erst kürzlich hatte der Landkreis bundesweit Aufsehen erregt, als an Weihnachten erstmals in Deutschland die englische Virusvariante B.1.1.7 entdeckt wurde. Nach Auskunft des Landesgesundheitsamtes gegenüber dem Rechercheverbund von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" gebe es "keinen epidemiologischen Hinweis", dass der Gestorbene mit dieser Variante in Berührung kam. Deshalb wurde keine genaue Virusanalyse mittels Sequenzierung beauftragt.

Eine Schülerin hatte die als weitaus ansteckender geltende Variante aus England mitgebracht. Die junge Frau gilt als geheilt.



 

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