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250 Jahre Solitude Prunk am Rande Stuttgarts

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Das Jagdschloss Solitude bietet atemberaubende Innenräume. Wir nehmen Sie in unserer Bildergalerie mit auf einen Rundgang. Foto: Peter Petsch

Stuttgart - Herzog Carl Eugen von Württemberg (1728 bis 1793) war ein typischer Vertreter des Absolutismus, der nach dem Muster des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. selbstherrlich regierte. Er liebte den Prunk, und seine Bauten, darunter Schloss Hohenheim, das Neue Schloss und das Jagdschloss Solitude, verschlangen Unsummen. Das Jagdschloss Solitude gab Carl Eugen bei den Architekten Philippe de La Guêpière und Johann Friedrich Weyhing in Auftrag. Anno 1763 begann die Planung. Unter Mitwirkung von Bauern, die dafür Frondienst leisten mussten, darunter zahlreiche Gerlinger, entstand ein Ensemble mit Schloss, Nebengebäuden, Tier- und Lustgärten und einer Allee mit Blick auf das Residenzschloss in Ludwigsburg. Von der Plattform auf der Kuppel überblickte der Bauherr sein Herrschaftsgebiet: Die Aussicht reicht bis zu den Löwensteiner Bergen und zur Schwäbischen Alb. Nur Stuttgart versteckt sich im Talkessel.

Umgeben war das Jagdschloss von einem Barockgarten mit Orangerien, Heckenlabyrinthen, einem See und einem Theater. Dort vergnügte sich die Hofgesellschaft in den Sommermonaten bei illustren Festen. Im Obstgarten wirkte Friedrich Schillers Vater Caspar als Pomologe. Außerdem ließ Carl Eugen, der am Hofe Friedrichs II. von Preußen erzogen wurde, ein Teehaus errichten, das demjenigen glich, das sich der Alte Fritz in Sanssouci gönnte. Leider ist es im 19. Jahrhundert durch Vernachlässigung verfallen, und auch die Gärten existieren nicht mehr, denn Carl Eugens Nachfolgern war ihr Unterhalt in der wasserarmen Gegend zu aufwendig. Die Schlosskirche wurde abgetragen und an der Königstraße als Eberhardskirche aufgebaut. Ebenfalls an die untere Königstraße verpflanzt wurde der Marstall, der nach dem Zweiten Weltkrieg der Abrissbirne zum Opfer fiel. Die ursprünglich ins Schloss integrierte Karlsschule verlegte ihr Gründer Carl Eugen nach Hohenheim und dann nach Stuttgart.

Empfänge, Galadiners und Bälle gab es im Weißen Saal auf der Beletage der Solitude. Korinthische Säulen und sechs Fenstertüren mit Zugang auf den Balkon gliedern mit Stuck verzierte Wände. Die Säulen selbst täuschen Marmor nur vor. Sie sind wie die zahlreichen allegorischen Figuren an der Decke ebenfalls aus Stuck gefertigt. Zur Verherrlichung von Carl Eugens Herrschaft hat der Hofmaler Nicolas Guibal um 1768 ein ovales Deckengemälde geschaffen. Dort siegen die Tugenden Milde und Weisheit über Laster und Krieg.

Dem Weißen Saal schließt sich eine Art Apartment mit sechs Räumen an. Dort logierten hohe Staatsgäste. Die grünen Holzverkleidungen im Vorzimmer sind in Goldornamente gefasst. Der Marmorsaal mit üppigen Verzierungen in Stuckmarmor ist in klassizistischem Stil gehalten. Dazu harmonieren zwei Reliefs in Carrara-Marmor des Bildhauers Pierre François Lejeune mit den allegorischen Figuren der Nachdenklichkeit und des Stillschweigens. Ein weiteres Glanzlicht dort ist der reich mit Einlegearbeiten verzierte Holzboden. Weil das Schloss lange Zeit vernachlässigt wurde, mussten Teile davon durch einen neuen Boden ersetzt werden. Was noch einigermaßen gut aussah, wurde zu Tischplatten verarbeitet. Ein solcher Tisch ist bis einschließlich 27. April in der Ausstellung „Auf der Höhe – Schloss Solitude, Schiller und die schnellen Autos“ im Stadtmuseum Gerlingen zu sehen.

Die Höhepunkte im Jubiläumsjahr:

27. April: Das Gerlinger Stadtmuseum zeigt zwischen 10 und 17 Uhr die Ausstellung „Auf der Höhe, Schloss Solitude, Schiller und die schnellen Autos.“ Dokumentiert werden die Schloss-Geschichte und die Ära der Rennstrecke Solitude. Der Eintritt ist frei. Zum Schloss fahren Pendelbusse. Im Schloss gibt es zwischen elf und 16 Uhr Führungen und Vorträge, im Außenbereich eine Kinderrallye.

15. Juni: Beim Schlosserlebnistag „Mit Glanz und Gloria“ lädt die Solitude zum Familienfest mit Kinderprogramm ein.

Weitere Infos zum Jubiläumsprogramm unter www.schloss-solitude.de

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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