Seit gut 100 Tagen ist Dominic Damrath nun bereits Bürgermeister der Gemeinde Seewald. Viel Zeit hatte er nicht, um sich in die Amtsgeschäfte einzuarbeiten, denn bis Februar leitet er zudem die Kämmerei.
Dieses Jahr, genauer gesagt am 7. Mai, war Dominic Damrath im ersten Wahlgang mit 61 Prozent der abgegebenen Stimmen zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Seewald gewählt worden. Zweieinhalb Monate später hat er nach dem Amtsende seines Vorgängers Gerhard Müller die Amtsgeschäfte der knapp 2200 Einwohner zählenden Gemeinde übernommen. Offizielle Amtseinsetzung war Mitte September. Seither sind gut 100 Tage vergangen.
Die letzten Monate nutzte Damrath in erster Linie dafür, sich in seine neuen Aufgaben einzuarbeiten. Als Kämmerer der Gemeinde Seewald ist er mit dem Bereich Kämmerei bereits bestens vertraut. Er kann diesen jedoch erst im Februar kommenden Jahres abgeben, wenn sein Nachfolger übernimmt. Bis dahin ist das Zeitkontingent des neuen Bürgermeisters etwas eingeschränkt, so dass er manche seiner Vorhaben erst danach umsetzen kann.
Dazu zählt auch die Wiederbelebung der Bürgerfragestunde, die bedarfsorientiert im Rathaus Besenfeld und monatlich in den Rathäusern in Göttelfingen, Hochdorf und Erzgrube stattfinden soll. Überhaupt ist Dominic Damrath der Bürgerkontakt sehr wichtig – so soll am 30. Januar für alle Bürger der Gemeinde ein Neujahrsempfang stattfinden, der aktuell noch in Planung ist.
Öffnungszeiten des Rathauses wurden angepasst
Um die Strukturen im eigenen Rathaus genauer kennen zu lernen, gab es in den vergangenen drei Monaten viele Mitarbeiter-Gespräche. In einem ersten Schritt wurden die Öffnungszeiten des Rathauses angepasst. Ein längerfristiges Ziel des Bürgermeisters ist es, die Verwaltung zu modernisieren und damit auf die anstehende Digitalisierung möglichst gut vorzubereiten.
Flüchtlingsthema trifft die Gemeinde hart
Dass vieles anders läuft als erwartet, hat Damrath bereits mehrfach erfahren. Das Flüchtlingsthema treffe die Gemeinde Seewald genauso hart wie andere Kreisgemeinden, die Belastungsgrenze sei längst überschritten, so Damrath. Und obwohl der Wille da sei, könne eine Integration wegen fehlender Möglichkeiten schlichtweg nicht geleistet werden. Eine bittere Pille für die Gemeinde sei außerdem der vom Bundesverwaltungshof gekippte Paragraf 13b, der die schnellere Ausweisung von Baugebieten ohne Umweltprüfung in Siedlungsbereichen ermöglichen soll. Davon betroffen sind das Baugebiet „Zaunäcker“ in Göttelfingen und das Erweiterungsgebiet „Neue Weinstraße“ in Besenfeld, deren Ausweisung somit erst einmal gestoppt ist.
Gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat
Die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat verläuft laut Damrath sehr positiv und mit gegenseitigem Respekt. Die Sitzungstermine wurden von Dienstag auf Donnerstag verlegt. Dauerthemen im Gemeinderat seien der Klimawandel und die energetische Optimierung innerhalb der Kommune ebenso wie der Fortgang des Breitbandausbaus mit dem Ziel, bis Ende 2025 alle Haushalte mit einem Glasfaseranschluss zu versorgen. Die gesetzliche Verpflichtung hinsichtlich Kinderbetreuungsplätzen könne in den Kindergärten Besenfeld, Göttelfingen und Schernbach erfüllt werden. Darauf dürfe sich die Gemeinde mit Blick auf die Ganztagsbetreuung jedoch nicht ausruhen.
Das nächste Ziel ist der Einzug in den Kreistag
Dem neuen Bürgermeister ist es wichtig, dass sich Gemeinde und Verwaltung stetig weiterentwickeln. Bei der nächsten Kommunalwahl will er für die CDU um einen Sitz im Kreistag kandidieren. Dass er als Bürgermeister nicht mehr Herr über seinen Terminkalender ist und das Privatleben oftmals hinten anstehen muss, das sei ihm durchaus bewusst gewesen, räumt Damrath ein. Der angekündigte Wohnungswechsel in die Gemeinde Seewald hat noch nicht stattgefunden – aber die Suche nach einem passenden Objekt läuft.