Er war und bleibt präsent: Von 1997 bis 2019 war Wolfgang Müller der Lahrer Oberbürgermeister. Am Freitag ist er in der großen Multimedia-Show "100% Lahr – und mehr" zu erleben. Die Lahrer Zeitung war bei den Dreharbeiten dabei.
Lahr - Es dürfte kaum jemanden geben, der schon länger in Lahr wohnt und noch nicht von Wolfgang G. Müller gehört hat: 22 Jahre lang hat er als Oberbürgermeister die Geschicke der Stadt gelenkt. Obwohl er zweimal wiedergewählt wurde, musste er 2019 in den Ruhestand: Für ihn galt noch eine frühere Altersgrenze für das Oberbürgermeisteramt – ansonsten wäre er noch bis mindestens in das letzte Jahr hinein im Amt geblieben. Die Stadt wusste seine Arbeit zu schätzen: Zu seiner Verabschiedung wurde Müller die Ehrenbürgerwürde verliehen.
Die Sonne strahlt kräftig während der Dreharbeiten, und man merkt, der ehemalige Oberbürgermeister ist ein Profi und lässt sich weder vom Wetter noch von der Mikrofon-Verkabelung an seinem Hemd oder der laufenden Filmkamera irritieren. Geübt und präzise, aber nicht ohne Humor erzählt er von seiner aktuellen Arbeit: Die Bürgerstiftung Lahr gibt es bereits seit 15 Jahren und "hat ganz breite Möglichkeiten, sich in die Stadt einzubringen", sagt Müller. Insbesondere, wenn es um die jüngeren Bewohner der Stadt geht: "Als Schwerpunkt für unsere Aufgaben haben wir uns entschieden, Kinder, Jugendliche und vor allem Bildung zu fördern."
Die Bildung stärken: Stiftung finanziert Kita
Denn in den verdienten Ruhestand zurückgezogen hat sich Müller nicht: Der ehemalige Oberbürgermeister ist seit 2021 Vorsitzender der Lahrer Bürgerstiftung. Er und die anderen Vorstandsmitglieder – Gerhard Silberer, Jürgen Schmidt, Jörg Uffelmann, Senja Töpfer und der Kuratoriumsvorsitzende Uwe Nachtigall – machen einiges für die Stadt. Momentan wird eine Kindertagesstätte am Altenberg gebaut, ein Projekt, das in Kooperation mit dem ehemaligen Verein "Erstes Deutsches Reichswaisenhaus" finanziert wird. Vergangenes Jahr wurde der im Jahr 1885 gegründete Verein Reichswaisenhaus ein Teil der Lahrer Bürgerstiftung: Entsprechend lautet der volle Name der Stiftung jetzt "Bürgerstiftung Lahr Reichswaisenhaus 1885". Der Verein Reichswaisenhaus wird durch Bernd Friedrich im Stiftungskuratorium vertreten.
Reichswaisenhaus von einem Herausgeber der LZ gegründet
Mit einem Lächeln erzählt Müller im Hinblick auf die von der LZ produzierte "100 % Lahr"-Schau, dass das Reichswaisenhaus ursprünglich von Moritz Schaumburg gegründet wurde. Dieser war lange Jahre auch der Herausgeber der Lahrer Zeitung: "Da schließt sich ein sehr schöner Kreis." Mit dem Vermögen, das der Verein Reichswaisenhaus in die Stiftung einbrachte, konnte die Kita finanziert werden: "Das ist ein großes Projekt – wir stärken damit die Bildungsinfrastruktur unserer Stadt und helfen auch, ein Stadtgebiet attraktiver zu machen", fügt der ehemalige OB hinzu.
Den Beitrag zur Multimedia-Schau über die Bürgerstiftung sehen Sie hier: Denkmalgerechter Umbau alter Häuser
Die neue Kita am Altenberg steht in der Nähe von zwei bekannten historischen Gebäuden, die derzeit denkmalgerecht umgebaut werden: das Reichswaisenhaus und das Thaeder-Haus. Das geschieht "mit sehr viel Respekt vor der Bausubstanz und dem Landschaftsbild", betont Müller. Noch dieses Jahr soll der Bau der Kita vollendet sein und die ersten Kinder davon profitieren.