Etwa 50 Musiker gestalteten das Konzert zum hundertjährigen Gründungsjubiläum des Musikvereins Höfen in der evangelischen Kirche in Höfen. Foto: Heinz Ziegelbauer

Seit 100 Jahren gibt es den Musikverein Höfen. Das wurde jetzt mit einem großen Konzert gefeiert – in der proppevollen evangelischen Kirche. Zu hören waren dabei nicht nur die Höfener Musiker, sondern auch befreundete Akteure aus der Region. Und in diesem Jahr sollen noch weitere Termine folgen.

Zu einem außergewöhnlichen Musikerlebnis für viele Musikfreunde aus Höfen und dem Oberen Enztal ist am Samstagabend das Jubiläumskonzert zum 100-jährigen Bestehen des Musikvereins Höfen geworden. Gestaltet nicht nur von den Aktiven des Vereins unter der Leitung ihres Dirigenten Dirk Imhof, sondern auch mit befreundeten Musikern wie etwa mit Jochen Volz (Gitarre) und Ralph Stahl (Gitarre/E-Bass) und Frank Göbel (Piano/Orgel)), mit den Alphornbläsern Jens Bauer, Stefan und Jürgen Wöhr sowie mit der Sopranistin Claudia Wehrstein. Und das nicht wie sonst üblich in der neuen Enzauenhalle, sondern in der evangelischen Kirche.

 

Oliver Beck als Vorsitzender des Musikvereins Höfen eröffnete das Konzert mit einem Grußwort und bedankte sich beim evangelischen Kirchengemeinderat und Pfarrer Emanuel Ruccius-Rathgeber für die Möglichkeit, das Jubiläumskonzert in der Kirche abhalten zu können. Um allen Musikern im Altarraum Platz zu bieten, war dieser mit einer Bühne ausgestattet, die noch am gleichen Abend wieder abgebaut wurde.

„Wir sind heute zusammengekommen, um das 100-jährige Jubiläum des Musikvereins Höfen an der Enz zu feiern. Ein Jahrhundert voller Leidenschaft, Musik und Gemeinschaft – das ist wahrlich ein Grund zum Feiern“, begann Oliver Beck seine Ansprache. Seit dem Jahr 1924 bereichere der Verein das kulturelle Leben in Höfen und darüber hinaus. In dieser langen Zeit habe der Musikverein Höfen nicht nur Töne erzeugt, sondern auch die Herzen berührt. „Die Musik verbindet uns, sie trägt uns durch Höhen und Tiefen des Lebens. Und der Musikverein Höfen an der Enz hat diese Verbindung über Generationen hinweg aufrechterhalten. Musik ist mehr als Noten auf Papier. Sie ist Ausdruck von Freude, Trauer, Hoffnung und Liebe. Und der Musikverein Höfen an der Enz hat diese Magie in seinen Konzerten, Auftritten und Proben immer wieder zum Leben erweckt“, so Oliver Beck. Mit dem Zitat von Goethe „Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend“, sah er diese schönen Augenblicke als eine Bereicherung fürs Leben.

Dank an alle Aktiven

Sein Dank galt allen Aktiven des Vereins im vergangenen Jahrhundert, aber auch allen Förderern des Vereins in dieser langen Zeit. In der Hoffnung, auch in den nächsten 100 Jahren viele Aktive und fördernde Mitglieder im Verein zu haben.

Die Gratulation und guten Wünsche der Gemeinde Höfen zum 100-jährigen Jubiläum übermittelte Thomas Braune als Erster Bürgermeister-Stellvertreter. Danach übernahm Jacqueline Schneider in ihrer sympathischen Art und mit viel Hntergrundwissen die Moderation des Konzerts mit seinem Motto „Begegnung“, in dem sie Kommunikation, Tradition und Moderne sah. Mit der Aufforderung „Einsteigen, Vorsicht bei der Abfahrt“ und mit einem Pfiff, wie er in früheren Zeiten auf Bahnhöfen zu hören war, gab sie den musikalischen Start zum Konzert mit „The Glacier Express“, einer Komposition von Larry Neeck, bei der sich die Zuhörer in die Alpen versetzt fühlen konnten.

Ebenso wie im weiteren Verlauf des Konzerts bei der Komposition „Begegnung“ von Kurt Gäble in der erstmaligen gemeinsamen Besetzung in der Höfener Kirche mit dem Blasorchester und den drei Alphornisten Jens Bauer, Stefan und Jürgen Wöhr. Zuvor hörten die Konzertbesucher mit „Lord Tullamore“ einen mitreißenden Musikvortrag aus der Feder des niederländischen Komponisten Carl Wittrock mit dessen Blick auf irische Folk-Music und das gleichnamige Dörfchen.

Schönes Klangerlebnis

Wie sich Blasmusik und Orgelklänge ergänzen und zu einem schönen Klangerlebnis werden können, hörten die Konzertbesucher von den Musikern im Altarraum und von Frank Göbel an der Orgel mit „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach in der Bearbeitung von Marc Jeanbourquin. Der zweite Satz aus der Willson-Suite von Robert W. Smith war, gefühlvoll vorgetragen von der Klarinettistin Kristina Bard, mit „In a Gentle Rain“ zu hören. Bekannte Melodien erklangen beim Musikstück „The Rose“. Danach lauschten die Gäste dem Vortrag „The Sound of Silence“ („Der Klang der Stille“) mit den Solisten Jochen Volz (Gitarre), Ralph Stahl (E-Bass) und Frank Göbel (Piano). Mit dem Titelsong „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“ begleiteten die Höfener Musiker die Sopranistin Claudia Wehrstein (Nagold-Gündringen).

Absolut passend zum Jubiläumskonzert hatte Dirk Imhof als Abschluss des Programms das Stück der schwedischen Pop-Gruppe Abba „Thank you for the Music“ („Danke für die Musik“) ausgewählt, worauf die Musiker und die Sopranistin Wehrstein den Dank der Konzertbesucher mit einem lange anhaltenden Beifall entgegennehmen durften. Auch als Bitte um Zugaben, denen sich das Orchester mit „I will follow him“ und mit „s’isch Feierobnd“ nicht verschloss.

Dirk Imhof, der das Orchester seit dem vergangenen Herbst leitet, dankte allen Mitwirkenden und durfte die Anerkennung von Besuchern des Abends für das außergewöhnliche Konzert, komplett neu einstudiert in den vergangenen Monaten auch mit einem Proben-Wochenende, auch noch persönlich von Besuchern entgegennehmen.

Entspannt von den vergangenen beiden Stunden war sein Dank für alle Mitwirkenden im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir machen Musik, weil es uns Spaß macht.“ Was den Musikern bei ihrem Jubiläumskonzert auch anzumerken war, dem in diesem Jahr noch weitere Veranstaltungen im Zeichen des 100-jährigen Gründungsjubiläums folgen werden: Am Samstag, 22. Juni, die Musical-Aufführung „Zirkus Kriminale“ in Zusammenarbeit mit der Grundschule Höfen und am 19. Oktober die „Höfener Jubiläumsgaudi“.