Wanderungen und Radtouren sind natürlich trotz der „Bundes-Notbremse“ weiterhin erlaubt – aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten, einen schönen Ausflugstag zu erleben und sich eine kleine Flucht in schwieriger Zeit zu gönnen.
Stuttgart - Was darf man eigentlich jetzt noch machen, fragt sich mancher, nachdem er das „Vierte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ gelesen hat, vulgo Bundes-Notbremse genannt. Da nur noch zwei Kreise in Südbaden unter einer Inzidenz von 100 liegen (Stand 29. April am Nachmittag), betreffen die neuen Regeln eigentlich den ganzen Südwesten.
Danach gilt: alle Freizeiteinrichtungen müssen geschlossen bleiben – dazu gehören Klettergärten, Thermen oder Freizeitparks, aber etwa auch die Schiffe der Weißen Flotte auf dem Bodensee.
Viele Städte vereinen schöne Architektur und tolle Natur
Trotzdem gibt es immer noch eine ganze Menge zu unternehmen. Wanderoptionen finden sich in den herrlichen Naturräumen Baden-Württembergs in Hülle und Fülle – unter anderem machen wir in unserer Bilderstrecke einen Vorschlag für die Balinger Alb, Abertausende weitere gibt es im Wanderportal Outdoor-active im Netz (www.outdooractive.com).
Worauf viele gar nicht kommen: auch Städtetrips sind nach wie vor erlaubt. Andreas Braun, der Chef des Tourismusverbandes Baden-Württemberg, rät zwar derzeit aufgrund der landesweit hohen Inzidenzen von privaten Reisen und überregionalen touristischen Ausflügen ab – doch mit einiger Vorsicht ist gegen einen Stadtspaziergang in der näheren Umgebung nichts einzuwenden. Schwäbisch Gmünd zum Beispiel ist eine noch immer unterschätzte zauberhafte Stadt mit grandioser Umgebung. Aber auch Bad Wimpfen, Haigerloch oder Zwiefalten sind nicht ganz so frequentiert und vereinen schönes Stadtbild mit herrlicher Umgebung.
Das Kloster Schöntal kann von außen besichtigt werden
Öffnen dürfen auch zoologische und botanische Gärten, zumindest im Außenbereich – doch nur mit Online-Ticket und tagesaktuellem negativem Testergebnis. Natürlich denkt man zuerst an die Wilhelma in Stuttgart oder ans Blühende Barock in Ludwigsburg, aber auch die Zoos in Karlsruhe und Heidelberg empfangen Besucher; im Wildparadies bei Tripsdrill trifft man Wölfe, Bären und Luchse.
Ebenfalls nicht im Fokus vieler Ausflugswilliger stehen die historischen Gebäude im Land, zum Beispiel die Klöster Schöntal oder Maulbronn, deren Besichtigung sich auch lohnt, obwohl man die Gebäude derzeit nicht betreten kann. Immer lässt sich dies mit einer Wanderung oder einer Radtour verbinden. Zu diesen Zielen gehören im Übrigen auch die vielen kunsthistorisch bedeutsamen Kirchen im Land, die derzeit häufig geöffnet bleiben. Hier sollte man aber mit größter Rücksicht vorgehen: Das Ulmer Münster beispielsweise bittet darum, dass nur Menschen kommen, die die „stille Einkehr“ suchen.
Die Eisdiele vermittelt zumindest italienisches Flair
Nicht vergessen sollte man auch, dass viele Aussichtstürme bestiegen werden dürfen, etwa der neue Buchkopfturm nahe der Zuflucht im Schwarzwald. Verbinden lässt sich eine Turm-Tour mit einem Stopp an einem der vielen Gasthäuser und Wanderheime, die einen To-go-Service anbieten, so das Wasserberghaus bei Schlat (Kreis Göppingen). Denken sollte man auch an die Grillstellen, von denen viele, aber nicht alle, zugänglich sind.
Wem das alles immer noch zu weit ist: Auch die heimische Eisdiele ist in Betrieb – und mit einem echten Stracciatella-Eis fühlt man sich fast wie in Italien.