Von Evelyn Jehle

Wolfach. Mit der Verabschiedung von Förster Anton Griesbaum geht im Wolfacher Gemeindewald eine Ära zu Ende. 35 Jahre hat er das Erscheinungsbild des Waldes im Forstbezirk Wolfach geprägt und war Gemeindeförster im besten Sinne.

In einer kleinen Feierstunde am Freitag wurden seine Verdienste gewürdigt. Edwin Dreher, Dezernent im Landratsamt des Ortenaukreises, überbrachte die Grüße von Landrat Frank Scherer und blickte auf die beruflichen Stationen Griesbaums zurück.

Nach zweijähriger Ausbildung zum Revierförster arbeitete der gebürtige Schuttertäler im städtischen Forst Villingen. Anschließend absolvierte Griesbaum eine Ausbildung im gehobenen Forstdienst, die er 1974 mit der Staatsprüfung abschloss. Bereits drei Jahre später übernahm er die Revierleitung des Forstbezirks Wolfach. "Du hast den Beruf des Försters von der Pike auf gelernt", sagte Dreher.

Während seiner langen Dienstzeit habe Griesbaum viel bewegt. Gehe man durch die Wälder sei seine Handschrift überall zu erkennen. Weitsichtig habe der Förster die Baumart Douglasie früh in den Wald eingebracht, was zu angenehmen Bilanzzahlen geführt habe.

Bürgermeister Gottfried Moser unterstrich in seiner Ansprache neben dem guten wirtschaftlichen Ergebnis die Bedeutung des Waldes als Erholungsraum. "Kompliment für die Ausgestaltung der Waldwege, die den Ansprüchen unserer Feriengäste gerecht werden", lobte Moser die konstruktive Zusammenarbeit.

Griesbaum erhielt vom Bürgermeister unter anderem einen Gutschein für eine "Wagenwäsche mit allen Schikanen" um einmal die Farbe seines Autos und das Kennzeichen erkennen zu können. Werner Weinzierle, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Wolfach/Oberwolfach überreichte im Namen der Privatwaldbesitzer ein Präsent und plauderte aus der gut gefüllten Anekdotenkiste, dass Griesbaum bei einer Jagd wegen eines Grenzübertritts "verhaftet" wurde.

Langjährige Weggefährten reihten sich in die Gratulantenschar ein und übergaben dem angehenden Pensionär ein imposantes Rentnerbänkle – natürlich aus Holz. Die Leiterin des Wolfacher Amts für Waldwirtschaft, Silke Lanninger, zollte Griesbaum Respekt dafür, die gravierenden vielfältigen Umstrukturierungen während seiner Amtszeit mitgetragen zu haben. Gleichzeitig sei er sich doch selbst treu geblieben.

Die letzten Worte gebührten Anton Griesbaum: "Natur zu gestalten war mein Ziel, aber es kam anders, die Natur gestaltete mich." In Anbetracht dieser Aussage erhält die oft angesprochene Dickköpfigkeit und Hartnäckigkeit des Wolfacher Charakterkopfs, der im Städtle auch als Oberflößer der Flößerzunft gut bekannt ist, eine besondere Qualität.