Wolfach - Bei der Hauptversammlung des Fördervereins des Ortenau-Klinikums Wolfach haben Verwaltungsdirektorin Kornelia Buntru und als Sprecher der Ärzte Bruno Maria Kaufmann den Stand in Sachen Umbau bilanziert. Auch in Sachen Belegung sieht es laut den Verantwortlichen gut aus."Wir sind mit der Belegung sehr zufrieden", sagte Kaufmann in seinem Bericht. "Seit das Krankenhaus in Schramberg geschlossen wurde, verzeichnen wir einen Zuwachs von etwa zehn Prozent an Patienten." Das bedeute natürlich auch eine gewisse Mehrarbeit für das Personal, aber gemeinsam sei das zu schaffen, zumal auch etwas aufgestockt worden sei. Durch den Umbau gebe es in Spitzenzeiten sogar teilweise fast zu wenig Betten, sagte er.

Gleichzeitig seien bereits jetzt Verbesserungen im Ablauf durch die erfolgten Umbauten erkennbar. "Wir haben durch die Verknüpfung der Intensivstation und der Aufnahme eine wichtige Struktur mit eigenem Team geschaffen", erklärte Bruno Maria Kaufmann. "Das bringt sehr viel für die Primärdiagnostik. Dadurch können Dinge, die vorher ein bis zwei Tage gedauert haben, innerhalb von nur wenigen Stunden abgeklärt werden", freut sich der Chefarzt für Innere Medizin am Ortenau-Klinikum in Wolfach.

Verwaltungsdirektorin Kornelia Buntru bilanzierte, dass nun der Umbau in den Abschnitten I und II im Nordflügel abgeschlossen sei und auf diese Weise 40 Betten im neu sanierten Teil zur Verfügung stehen. Die Sanierung des Südflügels stellt jedoch die Verwaltung und das Personal noch vor eine deutlich größere Herausforderung als im nördlichen Teil des Gebäudes. "Der Südflügel stammt aus der Zeit von 1966/67. Diesmal müssen insgesamt vier Geschosse komplett geräumt werden", berichtete Buntru.

In diesem Bereich wird das ganze Gebäude um 2,50 Meter nach vorne rücken, da die Nasszellen auf den Zwei-Bett-Zimmern zusätzlichen Platz brauchen. Ebenfalls ein großer Vorteil für den zukünftigen Betriebsablauf: Künftig werden sich alle Patientenzimmer auf den Ebenen zwei und drei befinden.

"Fünf Millionen Euro sind bereits verbaut worden, nun stehen die nächsten fünf Millionen Euro an", sagte Buntru den interessiert lauschenden Mitgliedern. Von den etwa 14,5 Millionen Euro an Investitionen übernimmt das Land Baden-Württemberg, während der Kreis die restlichen sieben Millionen Euro beisteuert. "Bei einem Budget von zehn Millionen Euro lassen sich solche Investitionen nicht aus dem laufenden Betrieb herauspressen", machte sie deutlich.

Was passiert jetzt eigentlich im Abschnitt III? Neben dem Umbau der Patientenzimmer wird im Erdgeschoss die Küche auf den neusten Stand gebracht. Nach dem Abschluss des Umbaus wird auch die Anlieferung so entzerrt, dass die Küche eine eigene Lieferantenzufahrt bekommen wird. Im ersten Obergeschoss des Südflügels wird die Chirurgie so gebündelt, dass nach dem Umbau alle erforderlichen Räumlichkeiten von OP-Trakt bis zur Krankengymnastik kompakt zur Verfügung stehen. Im vierten Obergeschoss soll einiges an Technik eingelagert werden – unter anderem auch an Klimatechnik plus Büroräume. Wenn alles wie geplant läuft, wird dieser Abschnitt bis April/Mai 2014 abgeschlossen sein.

Im vierten Abschnitt folgen dann noch die Bereiche, die vorher als Ausweichquartier gedient haben. Dazu werden auch noch Zusatzräume für den sozialen Bereich und Büros entstehen, die momentan umbaubedingt teilweise ausgelagert sind. Am Ende des kompletten Umbaus wird die Klinik 92 stationäre Betten aufweisen, zu denen noch zehn ambulante Betten hinzukommen werden. Die Vorstellung der Klinikleitung geht dahin, den ambulanten Bereich vom stationären funktional so zu trennen, dass es zu keinen Nutzungskonflikten gibt. Dadurch könnten ambulante Patienten in einem separaten Bereich ihre Untersuchung oder Behandlung erhalten und nach Abschluss die Klinik wieder verlassen, so Buntru.

In der Versammlung gab es für die Arbeit der Klinik nur lobende Worte: "Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass die Einrichtung ein so hohes Ansehen auf der fachlichen und der menschlichen Seite genießt", sagte Manfred Schafheutle. "Es gibt keine Befürchtungen bei uns", sagte Wolfachs Bürgermeister Gottfried Moser mit Blick auf die vielen Klinikschließungen im Land.