Nach jahrelanger Planung und mehreren Bürgerprotesten wurde es nun per Spatenstich offiziell gemacht: Zwischen Münchweier und Ettenheimmünster entsteht ein lang ersehnter Fahrrad- und Fußgängerweg. Kostenpunkt: rund 1,3 Millionen Euro.
Ab der Einmündung von der Streitbergstraßen in die L 103 wird schon seit Tagen gebaggert. Der Grund: Dort soll nun ein lange ersehnter separater Fahrradweg entstehen. Der wird über den östlichen Ortseingang noch ein wenig hinaus laufen und in Gegenrichtung nach Münchweier hinunter weiter. Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz betonte beim symbolischen Spatenstich, dass damit die Verkehrsführung für Radfahrer samt Fußgängern auf künftig getrenntem Weg neben Straßen deutlich verbessert werde. Auch Touristen würden künftig von den neuen Wegen profitieren.
Arbeiten erfolgen in mehreren Teilabschnitten
Dieser wird nämlich im östlichen Ettenheimmünsterer Teil noch mit Ertüchtigung eines anschließenden Wirtschaftsweges ein Stück weiter fortgesetzt – direkt in Richtung Streitberg-Kurve. Daran baut jetzt die Biberacher Firma Knäble für rund 1,3 Millionen Euro auf insgesamt 1,1 Dorfkilometern. Deshalb wird es nun in mehreren Ettenheimmünsterer Teilabschnitten zu ampelgeregelten Halbsperrungen der Landesstraße kommen, auch wegen parallel laufenden Verkabelungsarbeiten. Bis Ende dieses Jahres, so Bürgermeister Metz, sollen die Bauarbeiten spätestens beendet sein. So sah es auch Björn Zerr, städtischer Projekt-Bauleiter vom Ettenheimer Tiefbauamt.
Die Radweggeschichte im Münstertal begann schon ab 1991 mit immer wieder erneuten Diskussionen über einen verbindenden Fahrradweg zwischen Münchweier und Ettenheimmünster. Immer wieder hatten sich die Ortschaftsräte mit dem Thema befasst und zahlreiche Lösungsvorschläge erarbeitet – jedoch mit wenig Resonanz.
2017 wurde das Vorhaben in das städtische Radwegekonzept der Stadt aufgenommen, obwohl früher „stets von übergeordneten Behörden abgelehnt“,so Metz. Im September 2020 kam dann die überraschende Wende. Eine von Ettenheimmünsters Ortschaftsrätin Nadine Lemke initiierte protestierende „Fahrradkette“ mit mehr als 400 Teilnehmern (wir berichteten) sorgte für ein Umdenken sowohl im Freiburger Regierungspräsidium als auch im fernen Stuttgart. Schon im Dezember drauf wurde dann eine regierungsamtliche „Kooperationsvereinbarung“ mit der Stadt abgeschlossen (siehe Info). Dann folgten ab März 2022 Planungsberatungen, März 2023 dann das Ende der Genehmigungsverfahren mit Ausschreibungen und Beginn der Ausführungsplanung.
Bürger haben sich für Radweg eingesetzt
Bürgermeister Metz habe sich über diesem Zeitraum hinweg „intensiv bei übergeordneten Behörden“ in Verhandlungen für die Radwege eingesetzt. Dafür dankten beim Spatenstich auch die beiden Ortsvorsteherinnen Rita Ohnemus (Ettenheimmünster) und Charlotte Götz (Münchweier). Der Baubeginn war hart erkämpft worden. Dies, betonten beide, sei nicht zuletzt dank des Engagements von vielen protestierenden Bürgern gelungen.
Info – Die Vereinbarung
Die sogenannte Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land und der Stadt sieht vor, dass Ettenheimmünsters Radweg vom Land gezahlt wird. Ettenheim soll dafür einen 600 Meter langen Geh- und Radweg durch Münchweier selbst finanzieren. Dem stimmte die Stadt zu. Grund zur Freude in der Verwaltung: Für dieses Projekt ist aktuell ein sogar 90-prozentiger Zuschuss in Sicht. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ettenheim.de.