„Dumm-Dumm G’Schoß“ schnurrten sowohl einen missglückten Badeausflug an den Bodensee als auch Gemeinderätin Sarah Weis. Foto: Reinhard

Neun Gruppen sind am Sonntagabend lästernd, singend und feixend durch die Haslacher Lokale gezogen. Vom rätselhaft verschwundenen Römerstein bis zur Gemeinderätin, die sich als ahnungslose Touristin ausgab, gaben die Schnurranten allerlei Missgeschicke und Pannen zum Besten.

Nur das Popcorn hat noch gefehlt: Unterhaltsamer als so mancher Filmabend führten die Schnurrgruppen durch die kleinen und größeren Missgeschicke, die die Haslacher im vergangenen Jahr erlebt haben.

 

„Miss und Marple“: „Miss und Marple“ alias Katharina Beil und Denis Fritz zum Beispiel wussten neben einer chaotischen Reise nach Italien inklusive eines geheimnisvollen, vertauschtens Koffers von Alex Maier zu berichten, der vergaß, seine Hose anzuziehen. Und dummerweise war es nicht das erste Mal, dass er ohne Unterbekleidung vor die Tür trat. Als sein Hund einmal abhaute, war er ihm mit nackten Beinen und in Unterhose hinterher gejagt.

„Der Guller“: Als „Insider“ hatte Hauptamtsleiter Martin Schwendemann einen tiefen Einblick in das, was im Rathaus so alles schief ging. Zusammen mit Miriam Mayer und Laura Heizmann hatte er dann auch keine Scheu, das genüsslich überspitzt auf die Schippe zu nehmen. So wusste er von der Suche nach dem vermeintlich verschwundenen Römerstein zu berichten – der an seinem angestammten Platz im Konferenzzimmer war, nur hatte die Stadtführerin ihn aufgrund einer zunehmenden Sehschwäche nicht sehen können. Auch das Kaffeedrama zogen sie durch eben besagten. Dass die Kaffeemaschine mit der Meldung „Kein Kaffeedurchfluss“ streikte, rief ein Drama epischen Ausmaßes inklusive eines „Espresso, doppelt“ röchelnden Bürgermeisters Philipp Saar hervor, das nach Bestechungs- Raub- und Bastelversuchen allein Putzfrau Rita Köninger auflösen konnte: Die wusste nämlich, wo der Wasserhahn zu finden war, der mit der Kaffeemaschine verbunden war und den sie jeden Abend weisungsgemäß abdrehte.

Martin Schwendemann zog Grimassen. Foto: Reinhard

„Antje und Co“ : Antje Hettich und Suse Blum amüsierten sich über das Handymissgeschick von Jochen Burger, der auf einem „Männertrip“ mit Jürgen Hüsam zum Dorffest in Welschensteinach sein Handy verlor – es fiel ihm aus der Tasche, als er auf dem Rückweg in enger Umarmung mit einer Laterne den zu viel konsumierten Alkohol los wurde. Glücklicherweise fand ein anderer Partygänger das gute Stück, Gott sei Dank gut beleuchtet, neben der Lache und gab es ihm wieder.

„Die Waschmänner“: Herbert Rittershofer und Volker Abt zogen als „Die Waschmänner“ dann waschweibermäßig über den Haslacher her, dessen Auto nicht ansprang und der trotz aller Versuche seinerseits es einfach nicht zum Laufen brachte. Erst der vorbeikommende Postbote fand den Grund: Es war kein Benzin mehr im Tank.

„Die Synchronschwimmer“: Sportlich präsentierten sich die Synchronschwimm-Schwätzer Richard Kienzler und Alice Schremp, die sich statt auf Olympia dann doch lieber auf die Missgeschicke ihrer Mitbürger konzentrieren. So bemerkte Simone Knupfer-Stock am Heiligabend, dass sie für das vorbereitet Raclette kein Raclettegerät mehr besaßen. Das war nämlich im Vorjahr kaputt gegangen. Die Suche nach einem funktionstüchtigen Gerät bei den Nachbarn blieb ebenso erfolglos wie Anrufe bei den beiden Brüdern. Erst der Papa konnte den Heiligabend retten.

„Gassenfezer“: Mit viel Musik wussten die „Gassenfezer“ um Klaus Moser von Simon Gisler zu berichten, der bei der Sanierung seines neu gekauften Hauses dermaßen den Überblick verlor, dass die Sauna um das Klavier herum errichtet wurde. Dummerweise war die Tür so isolierend beziehungsweise schmal gebaut worden, dass es auch nicht mehr herausgeschoben werden konnte. „Mir hen baut ohne Sinn – des Klavier stoht noch drin“, resümierte die Gruppe.

„Dumm-Dumm-G’Schoß“: Sarah Weis, Gemeinde- und Narrenrätin, bekam dann von „Dumm-Dumm G’Schoß“ – alias Ute Müller und Marco Gutmann – ihr Fett weg. Auf dem Weg zu ihrer Arbeit in Gengenbach ignorierte sie auf ihrem Fahrrad ein „Durchfahrt verboten“-Schild, um sich gleich darauf mit einem wüst auf alemannisch schimpfenden Arbeiter konfrontiert zu sehen. Sie stellte sich ahnungslos, gab sich als nichts ortskundige Touristin aus und bat den Mann, sein Geschimpfe ins Hochdeutsche zu übersetzen. „Ich glaube, Ihr Gartenzaun ist defekt“ brachte den Saal ebenso zum Brüllen wie der Rest der mühsam übersetzten Tirade, die den entnervten Mann schließlich dazu brachte, Sarah durchzuwinken.

„Bildungslücken“ versuchten die „Gummikavaliere“ mit Zitaten berühmter Gedichte zu stopfen, die sie in ihre Schnurre einfließen ließen. Foto: Reinhard

„Die Gummikavaliere“: „Bildungslücken“ versuchten die „Gummikavaliere“ Alex und Nina Maier sowie Lisa-Marie und Manuel Seitz zu stopfen, indem sie in ihre Schnurre Zitate aus berühmten Gedichte einfließen ließen. Während Gabi Burger ihren Mann Jochen beschuldigte, im Suff ihre Schuhschränkchen im Hausgang zerstört zu haben – „Meines Lebens schönster Traum, mei Schuhschränkli – ich glaub’s ja kaum“ stellte sich bald die wahre Übeltäterin selbst: Mieterin Lisa Kleinberger aus dem Obergeschoss war im Dunkeln über das Corpus Delicti gestolpert. Was bei Jochen eine Fast-Ehekrise hervorgerufen hatte, führte bei Lisa allerdings zu einer freundlichen Einladung zum Kaffee.

So geht’s weiter

Der Schmutzige Donnerstag, 8. Februar, ist der Startschuss für die heiße Phase der Fasent im Städtle. Um 6 Uhr beginnt der Hemdglunkerumzug. Ab 11.11 Uhr findet die Rathausstürmung statt, ab 14 Uhr der Klepperleswettbewerb im Zunfthaus.