Im früheren Autohaus Schillinger tut sich etwas. Foto: Köhler

Mehr als 90 Jahre lang wurden auf dem Areal Autos verkauft, während Corona diente das markante Glashaus als Testzentrum, dann stand es eine Weile leer. Nun gibt es einen neuen Nutzer – und zwar bereits ab Montag.

Wer in dieser Woche aufmerksam in der Geroldsecker Vorstadt unterwegs war, hat gemerkt: Im ehemaligen Autohaus Schillinger tut sich etwas. Kisten mit Mineralwasser stapeln sich, einige Preisschilder hängen bereits und zwei Mitarbeiterinnen wuseln durch die Reihen. Am kommenden Montag wird die Seelbacher Firma Kloos eine Filiale in dem markanten Gebäude mit Glasfassade eröffnen.

 

Wie Geschäftsführer Axel Kloos gegenüber unserer Redaktion erklärt, muss der Getränkevertrieb seinen Verkaufsraum in Kuhbach schließen. „Wir haben in Kuhbach die Kündigung bekommen. Das Haus wird komplett saniert und der Vermieter will dann lieber Wohnungen als einen Getränkemarkt haben“, berichtet Kloos.

Deshalb habe sich das Unternehmen mit Hauptsitz in Orschweier nach einer Alternative umgesehen und sei eher „zufällig auf das Areal gestoßen“. „Die Lage ist sehr attraktiv. Es gibt viele Parkplätze und man kann um das Haus herum fahren“, sieht Kloos in dem Umzug auch eine große Chance für seine Firma. „Wir haben das Beste aus der Situation gemacht“.

Umzug geschieht innerhalb einer Woche

Der Umzug geschieht nun schnell. Die Kuhbacher Filiale werde am Wochenende das letzte Mal geöffnet sein. Die Umzugsarbeiten laufen seit dieser Woche, sagt Kloos. „Wir waren schon immer Spezialisten darin, das innerhalb einer Woche zu schaffen“, zeigt der Geschäftsführer sich zuversichtlich, dass bis zur Eröffnung am Montag alles fertig ist.

Vor Ort sieht dies bereits danach aus. Zwar prangen noch die Namen „Ford“ und „Schillinger“ auf der Fassade, doch beim Blick in den Innenraum ist der künftige Getränkemarkt schon gut erkennbar.

Blick ins Innere des Gebäudes: Die Kisten stehen, die Preisschilder hängen schon. Foto: Köhler

Axel Kloos ist sich bewusst, dass die Filiale in der Geroldsecker Vorstadt wohl nur eine Filiale „auf Zeit“ ist. Der Getränkevertrieb hat das Gebäude von der Firma Vogel-Bau gemietet. Diese hatte das gesamte Areal nach dem Aus des Autohauses im September 2020 gekauft. Ein Teil des Komplexes wurde vor zwei Jahren abgerissen. Übrig blieb eine große Baugrube –und das „Glashaus“. „Uns ist klar, da sollen Wohnungen entstehen“, sagt Kloos. „Aber wir hoffen, dass wir möglichst lange dort bleiben können.“

Der Geschäftsführer hebt die Attraktivität des Geländes hervor. Er hofft, auch in Lahr neue Kunden gewinnen zu können. „Wir haben sonst nur einen Fachmarkt am anderen Ende der Stadt.“

Die Neueröffnung passe zudem gut zum 60. Geburtstag, den die Firma in diesem Jahr feiert. In diesem Rahmen, kündigt Kloos an, können Interessierte am Sonntag, 1. Oktober, bei einem Tag der offenen Tür hinter die Kulissen der Zentrale in Orschweier blicken – und vielleicht schon mehr darüber erfahren, wie das Unternehmen in seiner neuen Filiale in Lahr angekommen ist.

1929 errichtet

Viele Jahre galt das Autohaus Schillinger als Institution in der Geroldsecker Vorstadt. Bereits 1929 wurde es erbaut. Im September 2020 war dann Schluss. Geschäftsführer Rainer Wölfle, der das Autohaus im Jahr 2008 mit seiner Firma übernommen hatte, begründete dies mit den gesunkenen Verkaufszahlen vor allem bei der Marke Opel. 28 Mitarbeiter mussten sich eine neue Stelle suchen. Einige Zeit stand das Gebäude leer, zuletzt nutzte das Pflegezentrum Kenk das ehemalige Autohaus als Zentrum für Corona-Schnelltests.