Jochen Lehmann ist zurück auf der Langstrecke. Mit seinem Ironman in Klagenfurt ist der Altdorfer Triathlet sehr zufrieden gewesen. Auch für die Ironman-Weltmeisterschaft, die dieses Jahr in Nizza startet, ist er qualifiziert, verzichtet jedoch auf den Start.
Jochen Lehmann kommt gerade von der Arbeit, als ihn unsere Redaktion erreicht. „Natürlich bin ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren“, sagt der Altdorfer Triathlet. Seine Leidenschaft für das Training lässt sich so gut in den Alltag integrieren.
Dass der mehrfache Ironman-Teilnehmer einen Job hat, der „mich sogar mehr als 40 Stunden in der Woche fordert“ und zudem zu Hause noch Frau und zwei Kinder auf ihn warten, lässt ihm eigentlich nicht viel Zeit für Spitzensport. Aber der Zerspanungsmechaniker beweist, dass es geht. „Meine Frau spielt da voll mit. Mit dem Haushalt hab ich nicht viel zu tun“, gesteht der 39-Jährige.
Bestzeit beim Comeback auf der Langstrecke
Statt in der Küche kann Lehmann sich auf der Laufstrecke, im Schwimmbecken oder auf dem Rad austoben. Beim Ironman in Klagenfurt ist er nach der Corona-Pause erstmals wieder auf die Langstrecke zurückgekehrt. In 9:32:47 Stunden kam er bei seinem insgesamt vierten Langdistanz-Rennen ins Ziel. „Das war eine neue Bestzeit für mich“, freut sich der Altdorfer. „2022 war ich nach dem Wegfall der Corona-Beschränkungen schon bei Mitteldistanz-Rennen am Start. Da waren die Zeiten auch nicht so schlecht. Jetzt wollte ich aber einfach zurück auf die Langstrecke.“
Auf der bekanntesten Langstrecke der Welt hat Lehmann schon Erfahrungen gesammelt. 2019 startete er beim Ironman auf Hawaii. Dieses Jahr steht der berühmte Wettkampf erneut an – allerdings in Nizza. Da Hawaii zusehends mit dem Groß-Event, bei dem die Frauen- und Männer-Konkurrenz an den Start geht, überfordert und überlaufen war, hatten die Veranstalter sich entschieden, den Wettkampf zu entzerren.
Die Ironman-Weltmeisterschaften der Männer im September und im Jahr 2025 findet in Nizza statt und die Frauen starten jeweils einen Monat später auf Hawaii. 2024 und 2026 soll es umgekehrt sein.
Jochen Lehmann ist für den wichtigsten Wettkampf für Triathleten als 14. in seiner Altersklasse qualifiziert – und verzichtet trotzdem auf seine Teilnahme. „In Nizza wurde das Startgeld auf mehr als das Doppelte angehoben. Außerdem ist der Standort lange nicht so attraktiv wie die Insel. Daher will ich da nicht meinen Urlaub drumherum planen“, sagt der Spitzensportler. Er sei kein Fan von dem neuen System mit dem Wechsel zwischen Hawaii und Nizza.
Lehmanns kommende Ziele liegen geografisch näher als die Stadt an der französischen Riviera. „Ich bin beim Breisgau-Triathlon am 20. August dabei. Außerdem will ich dieses Jahr noch einen Marathon laufen. Nur wo ich das mache, weiß ich noch nicht.“
Schwimmtraining im Lockdown erschwert
Fit für die kommenden Aufgaben ist Lehmann und blieb es auch nach dem Ironman auf Hawaii, als nur kurze Zeit später die Corona-Pandemie über den Planeten kam. „Schwimmtraining war nicht so einfach, weil die Bäder geschlossen waren. Aber diese Disziplin ist sowieso nicht mein Steckenpferd. Laufen und Radfahren ging weiterhin sehr gut“, sagt der Athlet, der bei der LG Geroldseck Lahr mitläuft. Trotzdem hätten die Trainingszeiten gelitten. „Ohne einen festen Zielpunkt mit einem Wettkampf fiel die Motivation schwer. Die Veranstaltungen wurden ja alle abgesagt.“
Mittlerweile ist er auch mit seinen Schwimmzeiten glücklicher als früher. „Als ich in Klagenfurt nach 1:03:56 Stunden aus dem Becken kam, war ich sehr zufrieden.“
In ewiger Bestenliste
Bei der LG Geroldseck Lahr ist der Altdorfer Jochen Lehmann eine Legende. Auf der Internetseite des Vereins ist eine ewige Bestenliste angelegt und Lehmann steht bei den Herren ab 30 Jahre auf Rang zehn. 35:20 Minuten sind dort als seine beste Zeit über zehn Kilometer hinterlegt. Beim Sonnwendlauf in Seelbach am vergangenen Freitag brauchte Lehmann 37:40 Minuten und landete damit in der Gesamtwertung auf Platz 15.