Sehr viel nackte braune Erde gibt’s nach einer Rodungsaktion im Philosophenweg am Altvater zu sehen. Ein Umweltfrevel? Die Stadt verteidigt ihr Vorgehen.
Sehr viel nackte braune Erde gibt’s nach einer Rodungsaktion im Philosophenweg am Altvater zu sehen. Ein Umweltfrevel? Naturschützer Walter Caroli wirft der Stadt in einem Schreiben an unsere Redaktion jedenfalls „ein beispielloses martialisches Abholzen“ in der Vegetationszeit vor und bringt dabei auch einen vorherigen Holzeinschlag am Hohberg kritisch zur Sprache.
„Die Lahrer Forstverwaltung scheint der Holzverwertung gegenüber dem Schutz des Lebensraums Wald absoluten Vorrang zu gewähren, anstatt beides zu berücksichtigen“, lautet der Kernvorwurf Carolis. Denn bereits während der Wanderung der Amphibien am Hohberg sei kräftig Holz eingeschlagen worden, und jetzt sei der Philosophenweg dran. „Von naturnaher Waldbewirtschaftung und behutsamer Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht kann hier leider nicht die Rede sein“, kritisiert Caroli, der dem Vorstand des Lahrer Nabu angehört.
Die Stadt entgegnet auf Nachfrage, dass die Holzernte im Wald auch innerhalb der Vegetationsperiode erlaubt sei, sofern keine Waldbiotope bestehen, die etwas anderes vorschreiben. Die Hiebfläche am Hohberg, auf der im Februar Holz geerntet wurde, sei kein Waldbiotop, sodass der Eingriff erlaubt gewesen sei. „Die Ernte erfolgte im Februar größtenteils entlang des Fahrwegs, maximal zehn Meter in den Bestand hinein“, heißt es aus dem Rathaus.
Die Stadt betont, auf Amphibien Rücksicht genommen zu haben
Die letzten Aufräumarbeiten am Fahrweg seien am 22. Februar erledigt worden. Die Amphibienwanderung beginne ungefähr Mitte Februar. Der BGL, der die Arbeiten ausgeführt hat, sei mit dem Nabu in Kontakt gewesen, um die Maßnahmen abzustimmen. „So fand beispielsweise während der Abenddämmerung, wenn die Amphibien wandern, keine Holzabfuhr statt“, so die Stadt.
Am Philosophenweg baue der BGL derzeit Maschinenwege aus oder lege neue an. Auch der Weg selbst sei vom Waldparkplatz in Richtung Altenberg verbreitert worden. Bei dieser Erschließungsmaßnahme, die mit dem Amt für Waldwirtschaft im Landratsamt vorbesprochen worden sei und ohne Auflagen umgesetzt werden könne, seien Bäume mit bis zu 30 Zentimeter Durchmesser gefällt worden. „Ein Waldbiotop besteht hier ebenfalls nicht“, so die Stadt. Die Erschließung sei nötig, weil ein junger Waldbestand durchforstet werden soll. Mischbaumarten wie Eichen, Nussbäume, Kirschen, Akazien und Kastanien sollen demnach gefördert werden gegenüber der Buche, die am Altvater oft Probleme mit Hitze und Trockenheit zeige. Langfristiges Ziel sei es, den Wald resistenter gegen die Folgen des Klimawandels zu machen, betont die Stadt.