Isabella Malcher hat eine lange Karriere im Kampfsport Muay Thai hinter sich. Nach ihrem letzten Kampf dachte die Lahrerin gar nicht daran, mit Sport aufzuhören. Sie wurde Ironman-Teilnehmerin und feiert nun mit 50 Jahren Erfolge auf ganz anderer Bühne.
„Sport wurde mir in die Wiege gelegt“, sagt Isabella Malcher im Gespräch mit unserer Redaktion. Nur war es ein ganz anderer Sport als das, was die 50-jährige Lahrerin heute macht. Mit zwölf Jahren stieg sie in den Kampfsport ein, wurde Mitglied in der Amateur Nationalmannschaft im MTBD (Muay Thai Bund Deutschland) und wurde mit dem Team Vize-Europameisterin. „Irgendwann ist die Karriere allerdings vorbei. Mit 40 hatte ich meinen letzten Kampf in Thailand“, erinnert sich Malcher.
Bekannter war schon bei der WM in Hawaii
Während Ex-Fußballprofis nach ihrer Laufbahn durch die TV-Studios der Republik turnen und ansonsten vielleicht noch in der Legenden-Elf ihres Herzensvereins gegen den Ball treten, hatte Malcher überhaupt keine Lust auf eine ruhige Zeit. Sie suchte sich eine andere sportliche Herausforderung, die es in sich hat. „Ein Bekannter von mir war schon bei der Ironman-WM auf Hawaii. Da wurde ich neugierig“, so die Lahrerin. Die gebürtige Polin, die mit zehn Jahren nach Deutschland kam, versuchte sich selbst beim Ironman über die Mitteldistanz. „Ich habe mir gesagt, Laufen und Fahrrad fahren kannst du. Im Schwimmen war ich allerdings zunächst nicht so schnell. Da konnte ich mich über Wasser halten und habe mir schon die Frage gestellt, wie ich das über 1,9 Kilometer schaffen soll“, sagt Malcher mit einem Lachen.
Doch schon ein Jahr später war die Verbesserung deutlich zu spüren und die Wettkämpfe begannen. Beim Ironman 70.3 in Zell am See Anfang September freute sich Malcher über ihr bisher bestes Ergebnis über die Mitteldistanz. Nach 38:56 Minuten schwimmen, 2:55 Stunden auf dem Rad und 1:51 Stunden laufen kam sie als Zweite ihrer Altersklasse 50 bis 54 Jahre ins Ziel. Für Malcher war es bereits der vierte Ironman nach dem Wettkampf im Kraichgau, dem Breisgau Triathlon in Malterdingen und der Veranstaltung in Zürich. „Über die olympische Distanz war ich auch schon einmal Zweite“, ergänzt Malcher. Diese Kurzdistanz umfasst 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und einen Zehn-Kilometer- Lauf.
Über die zehn Kilometer war Malcher, die erst 2019 berufsbedingt nach Lahr gezogen ist und zuvor in der Region Hannover lebte, auch in Schuttern erst kürzlich am Start. Beim Klosterlauf gab es den dritten Platz in der Frauen-Konkurrenz. „Seitenstechen waren mein Begleiter, aber stehen bleiben ist keine Option“, so die Lahrerin, wie sollte es bei ihrer Sport-Vergangenheit anders sein, kämpferisch.
Malcher trainiert regelmäßig im Camp der Triathletin Natascha Badmann, die beim Ironman in Hawaii in ihrer aktiven Laufbahn sechsmal gewann. „Als ich da zum ersten Mal war, kam ich mit meinem Rennrad. Alle anderen hatte professionelle Zeitfahrräder“, blickt Malcher zurück. Mit der Unterstützung von Badmann soll es auch mit dem ganz großen Wurf klappen. „Jetzt will ich auch Platz eins in meiner Altersklasse“, hält die Lahrerin fest. Für Ironman-Veranstaltungen in Luxemburg und Österreich hat sie sich bereits angemeldet.