Exotische Pflanzen – hier Bananenstauden – können den heimischen Garten aufwerten. Foto: dpa

Wer denkt, dass es tropische Pflanzen nur im Ausland gibt, liegt falsch. Bei richtiger Pflege könnten etwa Olivenbäume oder Kiwis auch zu Hause wachsen. Im Gespräch erklärten Ortenauer Gartenexperten, was besonders in kalten Jahreszeiten zu beachten ist.

„Insgesamt haben wir 250 verschiedene Sorten im Angebot“, schätzt Ralf Sauter, Geschäftsführer Gartencenter Sauter in Lahr, im Gespräch mit unserer Redaktion. Darunter Kräuter aller Art, heimisches Obst und Gemüse, aber auch Kulturen, die viele nur aus dem Supermarkt kennen. „Feige und Kiwi“, gibt Sauter ein Beispiel und erklärt: „Diese sollten an sonnigen, vor Wind geschützten Orten, wie Garagen- oder Hauswänden gepflanzt werden.“ Der Boden sollte zudem locker sein und dürfe keine Staunässe zulassen. Die passende Auswahl des Standortes sei entscheidend. Denn dieser beeinflusse nicht nur das Wachstum im Sommer, sondern könne die Pflanzen auch sicher durch die kalte Jahreszeit bringen. „Feigen, die an geschützten Plätzen wie Mauern gepflanzt sind, kann man durchaus als winterhart bezeichnen“, so der Experte. Das betreffe nicht nur Feigen, auch winterfeste Bananen- oder Kiwisorten habe er im Sortiment. „Diese können über den Winter im Garten verbleiben und sollten bei niedrigen Temperaturen zum Beispiel mit Reisig oder Folie abgedeckt werden“, weiß Sauter.

 

Winterharte Pflanzen hat auch Heidi Obert, Bereichsleiterin des Gartencenters Göppert in Haslach, im Sortiment. Der Betrieb pflanzt beispielsweise sogenannte Fächerpalmen selbst an, die ursprünglich aus Asien stammen. „Die vertragen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad“, erklärt Obert. Kakteen sollte man dagegen nicht länger bis Mitte Oktober im Garten stehen lassen. Generell gelte: Je größer die Pflanze sei, umso besser könne sie mit Minusgraden umgehen. Dabei gebe jedoch Ausnahmen, wie Pflanzen aus Australien, Vietnam oder Srilanka. Diese hätten mit den Lichtverhältnissen ein Problem und seien ausschließlich als Zimmerpflanzen geeignet. „Das hat sonst keinen Wert, die Pflanzen gehen draußen im Garten nur kaputt“, weiß Obert.

Es kommt auf die richtige Bewässerung an

Doch egal, ob die Pflanzen im Haus oder im Garten stehen: Wenn die Sonne scheint und die Temperaturen in die Höhe steigen, kommt es laut der Bereichsleiterin auf die richtige Bewässerung der Pflanzen an. So seien unter anderem Bambusarten „richtige Säufer“, erklärt die Expertin scherzhaft.

Für diejenigen, die zu Hause lieber Pflanzen haben möchte, die auch Früchte tragen, hat Obert etwas Besonderes: „Schwarze oder gelbe Tomaten sowie asiatische Pflücksalate.“ Sogar Olivenbäume, die „bereits 40 bis 50 Jahre auf dem Buckel haben“ und über eine gewisse Größe verfügen, könnten niedrigere Minustemperaturen gut wegstecken. Und wenn es dann doch kälter wird, rät sie: „Ein Heizkabel an einer Zeitschaltuhr um das Bäumchen legen. Das kann bei tieferen Minustemperaturen eine große Hilfe beim Überwintern sein.“ Kostenpunkt für die Bäume: 300 Euro aufwärts.

Bestätigen kann das Ganze Horst Keller, Inhaber des Haus - und Gartenservice Keller in Rheinau. Auch ihm seien Olivenbäumen bekannt, die sich langsam an das deutsche Klima gewöhnen ließen und demnach auch für hiesige Gefilde geeignet seien. Dazu solle man die Pflanzen bei niedrigen Minustemperaturen draußen stehen lassen. „Erst, wenn das Thermometer in Richtung zweistelliger Temperaturen unter Null Grad sinkt, holt man die Bäumchen dann rein ins Warme“, sagt er. Auch ältere, schon größere Feigenbäume, die sich ausgepflanzt im Garten befänden, vertragen geringere Temperaturen.

Info – Keine Verkaufsschlager

Durch die Umfrage in den verschiedenen Gartencentern wurde klar: Noch herrscht kein großes Kundeninteresse an den exotischen Pflanzen. „Die Nachfrage danach ist eher gering“, bestätigt Ralf Sauter, Geschäftsführer Gartencenter Sauter in Lahr. Beliebt seien eher Beerensträucher.