Genau hingeschaut: Ralf Lietz auf Fehlersuche bei einer defekten Kaffeemaschine Foto: Blessing

Ralf Lietz ist seit mehr als 20 Jahren mit seinem Kaffeemaschinen-Service in Lahr im Einsatz. Er hat so gut wie alles gesehen und zahlreiche Fehler behoben – und weiß: Besonders Reinigung und Wartung der Vollautomaten werden von vielen stark vernachlässigt.

„Bei 90 Prozent der Maschinen, die ich repariere, ist Kalk das Problem “, erklärt Ralf Lietz. Das liege an dem besonders harten Wasser in der Region. Er kümmert sich mit seinem Kaffeemaschinen Reparatur Service um die Wartung, Reinigung und Instandsetzung von Kaffeemaschinen.

 

Im Jahr 2000 ist der gebürtige Freiburger nach Sulz gezogen und hat sich mit seinem Service selbstständig gemacht. „In Freiburg gibt es solche Läden wie Sand am Meer. In der Region rundum Lahr gab es jedoch nichts Vergleichbares“, erklärt der gerlernte Automaten-Mechatroniker. Über viele Jahre hatte er seine Werkstatt in seinem Keller in Sulz untergebracht.

Umzug in die Innenstadt

In den vergangenen Monaten sei bei ihm aber der Wunsch konkret geworden, seinen Betrieb zu erweitern. „Da ich bei mir zu Hause keine Sozialräume habe, konnte ich dort auch keine Mitarbeiter einstellen. Deshalb habe ich mich in Lahr nach geeigneten Räumen umgesehen“, erklärt Lietz. In der Vogtstorstraße 10 in der Lahrer Innenstadt ist er schließlich fündig geworden. Seit 1. Dezember begrüßt Lietz dort seine Kunden und kümmert sich um ihre Kaffeemaschinen. „Ab Januar werde ich zwei Mitarbeiter einstellen, die mich unterstützen“, blickt Lietz voraus.

Dann könne die Arbeit, wenn er zu Außer-Haus-Terminen unterwegs ist, auch in Lahr weitergehen. Zusätzlich zu den Automaten von Privathaushalten betreut der Mechatroniker einige Betriebe in der Gastronomie und kümmert sich dort um die Siebträgermaschinen.

Aus fremden Vollautomaten trinkt er nicht

Während des Gesprächs mit unserer Redaktion trinkt er übrigens Tee. Eine gute Abwechslung, erklärt Lietz – und: In anderen Haushalten trinke er keinen Kaffee aus einem Vollautomaten. „Wenn Sie wüssten, was ich schon alles gesehen habe“, macht der Experte deutlich. Die meisten Menschen vernachlässigten die notwendige Pflege ihrer Maschinen, weiß Lietz. Auch in der Gastronomie trinke er nur Kaffee, wenn es dort eine Siebträgermaschine gibt. Er selbst hat zu Hause eine Siebträgermaschine und einen 31 Jahre alten Vollautomaten der Marke Jura.

Jeder Kaffeevollautomat sollte spätestens alle zwei Jahre gewartet werden. Eine gründliche Reinigung und das Austauschen von Ventilen und Schläuchen sei notwendig, erklärt der Fachmann. Das Problem: Die meisten Kunden suchten erst seine Hilfe auf, wenn die Maschine keinen Kaffee mehr rauslässt.

Lietz findet sogar Fehler, die es gar nicht gibt

„Reparieren kann man alles. Es ist dann eine Frage des Aufwands und des Preises“, zeigt der Mechatroniker auf.

Lietz war auch schon als Berufskraftfahrer tätig, aber seine Passion hat er erst mit seinem Reparaturservice gefunden. „Mich reizt die Abwechslung. Kein Tag ist wie der andere und jede Maschine ist anders“, sagt er. Besonders reize ihn an seinem Beruf die Fehlersuche und speziell solche, die nicht alltäglich auftreten.

Ein Fehler, den es gar nicht gibt

„Ich hatte zwei Maschinen von Delohnghi da. Die hatten beide den gleichen Fehler, aber ich wusste nicht weiter. Als ich den Techniker der Firma danach gefragt habe, hat der tatsächlich gesagt, dass es diesen Fehler nicht gebe“, berichtet der 47-jährige. Mit dieser Antwort gab er sich nicht zufrieden und machte sich, nach Rücksprache mit den Kunden, auf eigene Faust weiter auf die Problemsuche. Schlussendlich hatte er den Fehler identifiziert und die beiden Maschinen wieder zum Laufen bekommen.

Bei manchen Modellen wisse er schon im Vorhinein, was kaputt sei. „Es gibt eine Maschine von Philipps, die habe ich im Jahr 30 Mal da. Da ist es immer der selbe Fehler“, erklärt der Mechatroniker. Für diese Fälle hat er gewisse Ersatzteile wie Mahlwerke, Schläuche und Dichtungen immer auf Lager. Speziellere Teile, beispielsweise Elektronik oder Platinen, bestelle er nach Bedarf. Im Normalfall schaffe er vier bis fünf Maschinen am Tag, bei komplizierten Fällen sei es auch mal nur eine.

Kunden nehmen weite Anreisen in Kauf

Das Geschäft heute sei schnelllebiger, Maschinen würden nicht mehr für die Ewigkeit gebaut werden. „Die Qualität der Automaten hat merklich nachgelassen, andere Automaten werden mit Zusatzfunktionen wie riesigen Displays überfrachtet“, klagt Lietz. Auch die Qualität des Kaffees bleibe dabei auf der Strecke.

Seine Kunden nähmen nicht selten eine lange Anreise auf sich, etwa aus Freiburg, Wolfach oder gar Frankreich. Die möchte Lietz auch an seinem neuen Standort bestmöglich beraten. Dazu gehört auch, dass er ihnen wichtige Tipps zur Reinigung und Pflege mit auf den Weg gibt. Damit die Maschine künftig wieder zuverlässig den morgendlichen Kaffee brüht.

Vorschläge für die Serie

Im Rahmen unserer Serie stellen wir Ihnen Menschen vor, die besonderen Berufen nachgehen. Wenn Sie selbst Ideen für außergewöhnliche Jobs haben, jemanden kennen, der einer interessanten Arbeit nachgeht oder Sie in einer spannenden Branche unterwegs sind, schreiben Sie uns eine E-Mail an redaktion@lahrer-zeitung.de.