Verpackungsmüll in einem Container am Ortseingang in Seelbach. (Leserfoto) Foto: Volk

Gemeindeverwaltungen Seelbach und Schuttertal monieren liegengelassenen Unrat. "Verantwortungsloses Verhalten".

Seelbach/Schuttertal - Ein weiter Blick über die Felder, grüne Wiesen und Wälder, die zum Spazieren gehen einladen. Das alles hat das Schuttertal zu bieten. Doch die Idylle wird jäh gestört von Menschen, die ihren Müll nicht ordnungsgemäß beseitigen.

"Es kann nicht sein, dass der Bauhof an jedem Wochenende an wechselnden Orten Hinterlassenschaften von herumziehenden Vandalen entsorgen muss. Und auch nicht, dass Ruhe- und Aussichtsbänke abgebaut werden, weil sie als Feiertreff missbraucht werden", schreibt die Seelbacher Gemeinde in einer Mitteilung an ihre Bürger.

Am vergangenen Wochenende habe dort an der Aussichtsbank unterhalb des Geisterbrunnens eine große Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener "wieder jede Menge Unrat hinterlassen". Und auch ein Foto eines LZ-Lesers, das einen zugemüllten Container am Seelbacher Ortseingang zeigt, beweist das rücksichtslose Verhalten einiger Mitmenschen. Die Gemeinde hat auf Privatgrundstücken keinen Einfluss auf die Müllentsorgung, bei einer Entsorgung auf öffentlichem Grund hingegen drohen Strafen.

Appell an alle Anwohner und Spaziergänger

Die Seelbacher Rathausspitze appelliert daher an alle Anwohner und Spaziergänger, die Müllsünder oder Feierwütige entdecken, die Polizei zu rufen. Diese löse die Party dann auf und sorge dafür, dass alle ihren Müll mitnehmen. Ansonsten sei der Bauhof zur Beseitigung des Mülls auf öffentlichen Flächen zuständig.

Die meisten Seelbacher seien laut Gemeinde aber verantwortungsvoll und entsorgen ihren Unrat in den Mülleimern und Glascontainern, damit alle "in einem gepflegten, sauberen Umfeld die Sonnenstrahlen und das frische Grün genießen können".

Auch im Schuttertal hätten sich Anwohner beschwert: Diesmal über Hundekot, der nicht von den Besitzern weggeräumt würde. Die Plastikbeutel mit dem Hundekot landeten demnach ebenfalls unachtsam in der Natur.

"Eigentlich will keiner Ärger mit seinem Nachbarn"

Zunächst sei das Problem auf der Fläche Am Regelsbach aufgetreten, was der Waldbesitzer an die Gemeinde herangetragen hatte. "Wenn wir solche Hinweise veröffentlichen, melden sich daraufhin oft weitere Anwohner, die dasselbe Problem haben". Das sei im Ziegelgrund der Fall gewesen. "Es ist schon ärgerlich, wenn überall Behälter mit Hundekotbeuteln herumstehen und diese dann doch auf der Wiese oder im Wald landen", sagt Stefanie Fischer von der Gemeinde Schuttertal.

Meist helfen diese öffentlichen Hinweise, dass die Schuttertäler zumindest für den Moment ihr Verhalten änderten und rücksichtsvoller seien. Denn allgemein herrsche im Dorf ein gutes Gemeinschaftsgefühl und "eigentlich will keiner Ärger mit seinem Nachbarn", so Fischer.

Laut der Gemeinde Seelbach lassen sich die Verursacher von Müllablagerungen nur in den seltensten Fällen feststellen. Falls die Täter aber doch ermittelt werden, kann aufgrund dieser Ordnungswidrigkeit eine Anzeige bei der Polizei gestellt werden. Die Strafen für illegale Müllentsorgung legt das Bundesland fest. Sie variieren von 10 Euro für einen Plastikbecher bis zu 500 Euro für mehrere Gegenstände über zwei Kilogramm.

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