Unzählige Hansele strömten zum großen Festzug am Schellenmendig durch das Stadttor, angeführt von Narrenpolizei, Tambourmajor und Gullerreiter. Foto: Springmann

Mit großem Umzug und Festspiel haben die Wolfacher den Schellenmendig begangen. Mit dabei war die Narrenzunft Gengenbach.

Der Regenschauer am Morgen konnte die Wolfacher nicht bremsen: Beim großen Umzug am Schellenmedig ist in der Hauptstraße kaum ein Durchkommen gewesen – tausende Zuschauer verfolgten das Spektakel. Unzählige Hansele strömten durchs Stadttor und Tambourmajor und Narrenpolizei hatten ihre liebe Not, die gut gelaunte Meute zu bändigen. Neben den Wolfacher Gruppen bereicherte auch die Narrenzunft Gengenbach mit Schalk, Spättlehansel, Hexen und Co. den Umzug. Die Klepperleskinder waren schon von Weitem zu hören. Auch die Isteiner „Chlotze-Horni“ waren wieder dabei.

 

Noch bevor die letzten Umzugsteilnehmer nach ihrem Zug um die Stadt aus der Kirchstraße wieder auftauchten, hatte sich vor der Bühne eine Traube von Zuschauern gebildet. „Der einsame König“ lautete der Titel des Spiels aus der Feder von Festspielleiter „Erli“ Bernd Schillinger, der praktischerweise auch direkt die Hauptrolle übernahm. Wer nun aber eine Kuppel-Show oder ein Liebes-Happy-End erwartete, der wurde enttäuscht.

Eine Truppe nach der anderen tritt auf die Lichtung

Ganz schön viel los war heuer im Wald des Königs: Immer wieder raschelte und knackte es im Unterholz, als eine Truppe nach der anderen auf die Lichtung trat – und jede hatte etwas anderes zu bieten: Da gab es die 40 Händler-Räuber, die die Räuberei an den Nagel gehängt hatten und nun Karussell-Fleisch im Fladenbrot verkaufen wollten. Den sieben Schwaben wollte der König sich auch nicht auf Ungeheuer-Jagd anschließen, genausowenig wie mit den Fußballern das nächste Sommermärchen erleben oder gar die Hochzeit von Rapunzel und ihrem Prinzen. Als der Herold ihm eine Prinzessin anbot, lehnte der gelangweilte König ebenfalls ab.

Ein Fest für das einfache Volk

Erst eine Gruppe fremdländisch gekleideter Menschen erregte die königliche Aufmerksamkeit: Aladdin auf der Suche nach Abenteuern. „Die wirst du hier wohl nicht finden, hier herrschen nur Trübsal und Langeweile“, so der König. Er sei auf der Suche nach der Fasnet im Königreich Wolfe, so Aladdin. „Ein Fest für das einfache Volk. Die Menschen dort verhüllen sich und feiern ausgelassen.“ Da ging der König neugierig mit – und befragte in Wolfe den König der Narren, Vitus I., wie er es schaffe, dass die Menschen so ausgelassen feiern. Der König hörte aufmerksam zu und ritt zurück in sein Königreich Huse. „Seit diesem Tag gibt es auch in Huse eine Fasnet. Zwar nicht ganz so bunt und vielfältig – aber immerhin“, schloss Erzähler „Obi“ Christian Oberfell.