Die Stadt unternimmt weitere Schritte in Richtung Klimaneutralität: Bis 2027 sollen zwei neue Windenergieanlagen entstehen. Planer und Betreiber ist das E-Werk Mittelbaden.
Die Freude war OB Markus Ibert beim Pressegespräch anzumerken. „Es ist ein ganz besonders schöner Termin“, leitete er ein. Stromerzeugung durch Windenergie könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Stadt ihr Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein, erreicht.
Gemeinsam mit E-Werk-Chef Bernhard Palm und Martin Wenz, Geschäftsleiter für Erzeugung, stellte er das Projekt vor.
Wo genau sind die Anlagen geplant?
Die Standorte der beiden Windräder sind auf einer 3,8 Hektar großen Forstfläche am „Detschel“, südlich des Sulzbachtals, nahe an der Gemarkung des Kippenheimer Ortsteils Schmieheim. Die Stadt verpachtet diese Fläche an das E-Werk Mittelbaden.
Warum dieser Standort?
Laut Martin Wenz ist die gewählte Fläche die „beste Schnittmenge“. Man habe nach FFH- und Naturschutzgebieten geschaut und eben diese Lücke ausgemacht. Wind wehe dort ausreichend.
Wie viel Strom werden die Windräder liefern?
Geplant ist eine Energieerzeugung von zwölf bis 14 Megawatt, stellte Ibert vor. Die beiden Anlagen wären damit zusammen in der Lage, 7000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Wie hoch sie werden, könne man noch nicht genau sagen, das hänge auch davon ab, welcher Typ am Ende bestellt wird. Moderne Windenergieanlagen haben in der Regel eine Nabenhöhe von etwa 160 Metern. Die Rotorblätter eingerechnet, werden Höhen bis zu 250 Meter erreicht.
Wie hoch sind die Kosten?
Wenz erläuterte, dass für eine Windkraftanlage bis zu zehn Millionen Euro fällig würden. Tendenz steigend. Das Gesamtprojekt werde also mindestens 20 Millionen Euro kosten. Sobald die Summe feststeht, werde man eine Bürgerbeteiligung starten. „Es ist wichtig, die Bürger einzubinden“, waren sich Palm und Ibert einig.
Wie sieht der Zeitplan aus?
Im ersten Schritt gehe es nun daran, biologische Begleituntersuchungen vorzunehmen, erklärte Wenz. Heißt: Die Flora und Fauna wird in Augenschein genommen. „Das könnte noch zum K.o. führen“, so der Geschäftsleiter, beispielsweise wenn seltene Populationen gefunden werden. Das erwarte er jedoch nicht. Anschließend gebe es ein Genehmigungsverfahren. Etwa im Jahr 2027 könnten die Anlagen in Betrieb gehen.
Sind Probleme mit dem Flughafen zu erwarten?
Nein, sagte Wenz. Die Windräder würden – anders als jene auf dem Schnürbuck bei Ettenheim, die zu einem Streit zwischen dem Flugplatz und den Betreibern geführt hatten – nicht in der Einflugschneise liegen.
Was sagt Kippenheim?
Beim Pressegespräch erklärte OB Ibert schlicht: „Bürgermeister Matthias Gutbrod ist informiert.“ Das klang auf Rückfrage im Kippenheimer Rathaus etwas anders. Gutbrod wollte sich in einer ersten Reaktion nicht äußern. Der Grund: „Mir fehlen weitergehende Informationen, um mir ein genaues Bild zu machen. Wir werden das Thema im Ortschafts- und Gemeinderat behandeln.“
Projekt auf Langenhard
Die Windräder am „Detschel“ sollen das zweite und dritte auf Lahrer Gemarkung werden. Das erste steht auf dem Langenhard neben zwei Anlagen auf Seelbacher Gemarkung. Ibert erklärte, angesprochen auf weitere Windräder, er könne sich vorstellen, dass „auf dem Langenhard noch etwas kommt“.