Nicht nur der Ausbau des Schrägschachts (großes Bild) war Knochenarbeit. Für die Eröffnung am 6. Mai (oberes, kleines Bild) wurde noch vier Tage zuvor unter anderem am Besucherhaus gearbeitet (unteres Bild). Fotos: Mattes Foto: Schwarzwälder Bote

Geschichte: Besucherbergwerk Grube Wenzel öffnete vor 20 Jahren / Ständigen Veränderungen unterzogen

Seit 20 Jahren zieht das ehemalige fürstenbergische Silberbergwerk Grube Wenzel in Oberwolfach die Besucher in seinen Bann. Am 6. Mai 2001 wurde das Besucherbergwerk im Frohnbach eröffnet – eine echte Knochenarbeit, bis es soweit war.

Oberwolfach (red/kty). Ausgerüstet mit Helm, Grubenlampe, Stiefel und Jacke bestaunen Familien, Schulklassen und Ausflügler unter Führung die Welt unter Tage und erfahren dabei Interessantes über die Erzgänge im Frohnbachtal und ihre Mineralien – und das schon seit 20 Jahren. Darüber berichtet die Gemeinde Oberwolfach.

180 Kubikmeter Abraum werden entfernt

Echte Knochenarbeit wurden damals geleistet, um die Einweihung am 6. Mai 2001 zu ermöglichen. Etwa 180 Kubikmeter Abraum galt es aus der Grube zu karren, elektrische Leitungen mussten verlegt, Treppen, Leitern, Stege und Stützstempel eingebaut werden.

Die Idee, ein Besucherbergwerk zu schaffen, beschäftigte schon seit Jahren die Freunde des alten Bergbaus, heißt es. Die heutige Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac brachte damals die Expertenkommission zur ersten Besichtigung der Grube zusammen. 1996 nahm diese Vorstellung Gestalt an. Im Sommer erfolgte eine erste Expedition in das alte Bergwerk mit Bergleuten, Vertretern des Bergamtes und des Oberwolfacher Bauhofs. Man schätzte dabei den Aufwand für die Aufwältigung ab. Sie überzeugte die Gemeinderäte von Wolfach und Oberwolfach von ihrer Idee, gründete den "Verein Bergbau und Besucherbergwerke" und holte auch das Einverständnis zum Ausbau der Grube vom Hause Fürstenberg. Nach der Unterzeichnung des Vertrags zwischen dem Hause Fürstenberg, der Gemeinde Oberwolfach und dem Verein, begann man 1997 sogleich mit der Aufwältigung des oberen Stollens.

Von 1999 bis 2001 wurden mit rund 5000 Arbeitsstundender inzwischen völlig zugefallene Stollen wieder aufgewältigt und dieses traditionsreiche Stück Heimatgeschichte für Besucher geöffnet. Im Jahr 2015 löste sich der Verein auf. Seitdem ist die Gemeinde Oberwolfach Betreiberin des Besucherbergwerks.

Nur wenigen ist bekannt, dass in den Jahren seit seiner Eröffnung als Besucherbergwerk die Grube ständigen Veränderungen unterzogen wurde. Die ursprüngliche Intention war, den Besuchern ein möglichst "historisches" Bergwerk zu zeigen und deshalb wurden sämtliche Ausbaue wie Auszimmerungen, Treppen, Fahrten (Leitern) und Bühnen in Holz gefertigt.

Feuchtigkeit in der Grube setzt Holz zu

Aber es hat sich herausgestellt, dass die Feuchtigkeit im Inneren des Berges dem Holz in kürzester Zeit sehr zusetzte und die Holzpilze ihr zerstörerisches Werk schneller in die Tat umsetzten, als allen lieb war, heißt es in der Mitteilung. Da die Sicherheit der Besucher an erster Stelle steht, wurde rasch begonnen, die Holzbalken durch Stahlträger, Holzdielen durch verzinkte Gitterroste und Holzleitern durch moderne Aluminiumleitern zu ersetzen.

Das Untertage-Team unter der sachkundigen Leitung von Bergbauingenieur Hans-Jörg Kovac hat so in den zurückliegenden Jahren konsequent Abschnitt für Abschnitt überarbeitet. Darüber hinaus wurden weitere Strecken ausgebaut, so dass Gruppen, welche die Erlebnisführung buchen, zwischenzeitlich den größten Teil des umfangreichen Grubengebäudes bestaunen können.

Nach dreijähriger Bauzeit wurden die letzten Arbeiten am Ausbau des 32 Meter hohen Blindschachtes und der Arbeitsbühne im Nordfeld im Sommer 2020 fertiggestellt und nun sind alle sicherheitsrelevanten Bauteile mit Stahlträgern und Gitterrosten dauerhaft und sicher ausgeführt.

Heute ist nun im Rahmen der Erlebnisführung ein kompletter Rundgang im Grubengebäude möglich. Gegenwärtig ist das Untertage-Team mit weiteren Sicherungsarbeiten beschäftigt und es werden weiterhin wöchentliche Kontrollbefahrungen und Reparaturen durchgeführt. So manche Idee "spukt" aber noch in den Köpfen der Hobby-Bergleute herum um das Besucherbergwerk noch interessanter für die Besucher zu machen.

Seit der Eröffnung ist das Besucherbergwerk Grube Wenzel als Ausflugziel im Schwarzwald nicht mehr wegzudenken. In den Jahren 2010 bis 2019 haben mehr als 75 000 Gäste das Besucherbergwerk erkundet.

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