An der Minigolf-Anlage stehen umfangreiche Änderungen an. Foto: Haas Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Oberwolfacher Gremium befasst sich mit Haushaltsplan für 2021 / Radweg rückt in Fokus

Vier Stunden hat der Oberwolfacher Gemeinderat am Dienstag den Weichenstellungen für das neue Haushaltsjahr gewidmet. Gefragt war da ein gutes Sitzpolster und in der gut durchlüfteten Festhalle auch ein wärmender Überwurf.

Oberwolfach. So richtig heiß wurde es dem Ratsgremium allerdings trotzdem bei einigen größeren Ausgabe-Brocken innerhalb des Finanzhaushaltes wie beispielsweise dem zu überplanenden Bereich zwischen Wolftalschule mit Arzteinrichtung, der Minigolf-Anlage mit neuer Nutzungsperspektive, dem sich anschließenden Festhallenplatz und ganz speziell der Weiterführung des Radweges ab dem Hansenbauernhof bis zumindest mal vor Battengott.

Tourist-Info ist bereits beschlossene Sache

Dabei ging es bei der Vorstellung des Gesamtkonzepts durch Rechner Thomas Springmann ohne die in beträchtlichem Maße zu erwartenden Zuschüsse doch immerhin um eine knappe Million an Investitionen, die mit dem Abschluss der Arbeiten im Folgejahr nochmals mit mindestens circa 100 000 Euro zu Buche schlagen dürften. Bereits beschlossene Sache war der Anbau für eine zentrale Touristik-Information auf der Ostseite zu den beiden Gemeindehäusern hin für rund 400 000 Euro.

Weitere Vorhaben von Belang waren innerhalb des Finanzhaushalts die Sanierung der Rosenstraße nach dem Verlegen des Heizstrangs für rund 250 000 Euro und der Einstieg in die schon lange fällige Straßensanierung im hinteren Erzenbach in Richtung Kreuzsattel und Brandenkopf.

Diskussionswürdig war die Beschaffung eines Minibaggers für den Bauhof. Man vertagte deshalb die Entscheidung auf die weitere und endgültige öffentliche Beratung bereits am kommenden Dienstag. Auch die folgenden Bauhof-Investitionen standen zur Debatte: 12 000 Euro für den Kauf eines gebrauchten Staplers, 4200 Euro zur Ergänzung der Winterdienst-Ausstattung und weitere 20 000 Euro für den Bau eines Waschplatzes, der von mehreren Räten bei der Beratung ausdrücklich gewünscht wurde.

Diskussionen mit Für und Wider ergaben sich vor allem um den Bau der Stellplätze für Wohnmobile und der entsprechend umzustrukturierenden Gegebenheiten am Minigolfplatz in der Ortsmitte Kirche. In der groben Vorplanung sind im Bereich des bisherigen Minigolfplatzes acht Stellplätze für Wohnmobile und neun neue PKW-Parkplätze eingetragen. Der Bürgermeister listete auf, was eine solche Maßnahme an nachfolgenden Einnahmen für den Tourismus, die Geschäfte und das Gastgewerbe sowie letztendlich zur Belebung der gesamten Infrastruktur im Ortsteil Kirche beitragen könnte. Handlungsbedarf besteht aktuell vor allem deshalb, weil eine Straßenverbreiterung zur Einfahrt in Richtung Sporthalle erfolgen sollte, bevor der Publikumsverkehr durch die Arztpraxis und die Wiederbelebung des Sportbetriebs mit Sicherheit deutlich erhöht werde.

Einen weiteren Beratungsbedarf für diese Maßnahmen meldete Gemeinderat Udo Schacher (CDU) an, weil er gerne die Themen Zufahrt, Wohnmobilplätze und Festhallenplatz in einer schlüssigen Gesamtschau betrachtet hätte.

Mehrheitlich einig wurde man sich innerhalb der komplexen Argumente und Anregungen bezüglich der Weiterführung des Radwegs, nämlich dass es endlich voranzukommen gilt und ein Zeichen des Wollens gesetzt werden müsse.

Man dürfe es nicht riskieren, für Jahre aus der Förderung herauszufallen. Zumal auch in absehbarer Zeit eine durchgängige Verbindung in Richtung Bad Rippoldsau-Schapbach vorangebracht werden sollte.

Dabei geht es aktuell bei der 872 000 Euro teuren Maßnahme bis vor Battengott um den stattlichen Zuschuss von 489 000 Euro.

Der Ergebnishaushalt hatte deutlich weniger Diskussionsbedarf. Generationendialog: 10 000 Euro Renovierung des zweiten Gemeindehauses in der Schulstraße 12: 15 000 Euro Beteiligung am interkommunalen Hochwasserschutz und Quartiersmanagement des Nahwärmeprojekts auch mit Wolfach: 30 000 Euro

Der um die Sinnhaftigkeit der Maßnahme heftig diskutierte Gewässerbau bei der oberen Grünachbrücke mit 20 000 Euro soll nochmals einer Prüfung durch Fachleute unterzogen werden. Von einigen wie auch Ratsmitglied Martin Welle wurde die Sinnhaftigkeit des regelmäßigen teuren Auskofferns in Frage gestellt.

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