Für das Großprojekt Krankenhaus-Neubau holt sich die Stadt externe Hilfe – in Person von Carsten Gabbert, ehemaliger Bürgermeister von Schuttertal. Auch intern gibt es personellen Mehraufwand.
Der Klinik-Neubau in Langenwinkel wird die Stadt Lahr in den kommenden Jahren personell wie finanziell fordern. Nach Beschluss des Gemeinderats und des Kreistags soll die Stadt die Fläche am westlichen Stadteingang an der B 415 baureif und voll erschlossen an den Ortenaukreis als Bauherrn übergeben. Das bedeutet aller Voraussicht nach eine Millioneninvestition. Einen Vorgeschmack gibt es bereits heute: Allein im Jahr 2024 plant das Rathaus mit zusätzlichen Personalkosten in Höhe von 105 000 Euro.
Um das Vorhaben „bestmöglich zu unterstützen“, will sich die Verwaltung organisatorisch neu aufstellen, informierte sie am Montag in einer Mitteilung. In der Hauptsache geht es um einen Leiter für ein dezernatübergreifendes Projektteam. Die Wahl fiel auf kein unbekanntes Gesicht: Carsten Gabbert, bis vor drei Jahren Rathauschef in Schuttertal und heute geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens „Strategisch beraten“.
Zu Gabberts Aufgabenfeldern gehören künftig laut Stadt die Vernetzung der Aufgaben der einzelnen Fachteams, die Bündelung der Ergebnisse für externe Partner – vor allem Ortenau-Klinikum und Landratsamt – sowie die Abstimmung und Kommunikation mit einer politisch besetzten Kommission unter der Leitung des OB. „Der Neubau des Klinikums, aber auch die Entwicklungsmöglichkeiten am bisherigen Standort stellen für mich riesige Chancen für die Stadt Lahr dar. Ich freue mich sehr, daran mitarbeiten zu dürfen,“ sagt Gabbert, der die Projektleitung noch im Dezember aufnehmen soll.
60 000 Euro für Dienstleistungen
Allein für Gabberts Dienstleistungen plant die Stadt für das Jahr 2024 mit Kosten in Höhe von 60 000 Euro, wie aus der Beschlussvorlage für die Gemeinderatssitzung am kommenden Montag hervorgeht. Wie viel Gabbert genau erhält, hängt vom „tatsächlich erforderlichem und geleisteten Aufwand“ ab. Die Summe soll noch im laufenden Haushaltsjahr 2023 eingeplant und mit Einsparungen und Umschichtungen bei der Wirtschaftsförderung und im Justiziariat ausgeglichen werden. Bekanntlich verlässt der aktuelle Wirtschaftsförderer Michael Voigt, der auch für Krankenhausangelegenheiten zuständig ist, zum Ende des Jahres das Rathaus.
Neben Gabbert als Projektleiter soll der Prozess administrativ von einem verwaltungsinternen Projektbüro begleitet werden. Innerhalb des Gesamtvorhabens sind Fachteams zu den verschiedenen Themen geplant, die sowohl den neuen als auch den bisherigen Standort betreffen. Dazu gehörten unter anderem der Grunderwerb, die Herstellung von Baurecht sowie aller notwendiger Infrastruktur, die Bürgerbeteiligung sowie die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit.
Um das Projektbüro um Projektkoordinatorin Nadja Löffler und die Gesamtleitung zu unterstützen, will das Rathaus laut Beschlussvorlage eine neue halbe Verwaltungsstelle schaffen. Dafür sind im Haushaltsjahr 2024 weitere 30 000 Euro vorgesehen.
Darüber hinaus soll Sabine Fink, die bis 30. November Stadtbaudirektorin war, das Gesamtprojekt Klinikum planerisch begleiten und damit das Stadtplanungsamt entlasten, heißt es weiter. Für Fink sind eine Achtelstelle und 15 000 Euro im Haushalt vorgesehen.
Stand wird vorgestellt
Der Lahrer Gemeinderat befasst sich am Montag, 18. Dezember, erneut mit dem Thema Klinik-Neubau: Christian Keller, Vorstandsvorsitzender des Ortenau-Klinikums, wird in öffentlicher Sitzung den aktuellen Sachstand des Planungsverfahrens vorstellen.