Mit dem Bau des Funkmastes könnte das Funkloch in St. Roman bald passé sein – allerdings sind mit dem Bau nicht alle Anwohner einverstanden. Foto: Bildstein

Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) plant, einen Mobilfunkmast zu errichten. Der Gemeinderat gab sein Einvernehmen, ihn auf einem städtischen Grundstück zu errichten. Doch die Anwohner haben Bedenken.

Für die einen ist es erholsam, mal nicht erreichbar zu sein, für die anderen ein Ärgernis. Und die Anwohner in St. Roman sorgen sich vor allem um mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit durch die Strahlung. Darum waren diese am Mittwoch in die Gemeinderatssitzung gekommen, um ihre Bedenken in der Frageviertelstunde noch einmal Gehör zu verleihen. „Wir wissen alle, dass es diese Strahlung gibt“, sagte eine Anwohnerin. Ihr erschließe sich nicht, warum es nun um Mobilfunk gehe, wo doch alle von Glasfaser sprächen.

 

Bürgermeister Thomas Geppert nahm die Kritik auf und blickte zurück: Bei einem Infoabend mit der MIG im Hotel Adler wurde das Vorhaben im vergangenen Sommer vorgestellt – schon im Vorfeld und während der Versammlung gab es Widerstand, ein privates Grundstück, auf dem der Mast ursprünglich geplant war, wurde zurückgezogen. „Die MIG setzt sich den Ausbau zum Ziel, da es Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge ist“, so Geppert. Gemeinsam wurde also ein städtisches Grundstück gesucht und gefunden, das etwa 150 Meter vom ursprünglichen geplanten Standort entfernt ist und damit mehr als 500 Meter von den angrenzenden Benzenhof und Alexenhof.

Zudem hatte es im Mai eine schriftliche Umfrage gegeben mit einer Rücklaufquote von 51 Prozent. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Befragten stimmten für den Bau.

Ohne die Fläche ist das Thema gestorben

Aus den Anmerkungen sei zu schließen, dass sich die Bedenken einerseits auf die Funkstrahlung bezogen, aber auch auf die Optik. „Vom Benzenhof und Alexenhof wird die Mastspitze zu sehen sein“, so Hauptamtsleiter Dirk Bregger. „Auf der einen Seite gibt es nun diese Bedenken, die ernst zu nehmen sind, auf der anderen Seite steht das Interesse vieler an einer ausreichenden Mobilfunkversorgung“, brachte er das Problem auf den Punkt. Ohne die Bereitstellung dieser Fläche sei das Thema einfach gestorben, betonte er. Die Errichtung des Masts koste die Stadt nichts, weil es ein Projekt des Bunds sei.

„Wir haben eine Netzabdeckung von etwa 50 Prozent im Außenbereich – was sehr wenig ist, vor allem angesichts von Sicherheitsaspekten“, gab Ulrich Wiedmaier (Freie Wähler) zu bedenken. Er halte den Bau daher für notwendig. Dem stimmte auch Peter Ludwig (CDU) zu. Auch auf dem Krankenhaus habe es Mobilfunkmasten, diese seien sogar weniger als 500 Meter von Wohnbebauung entfernt. „Das heißt, die gesamte Innenstadt ist dieser Strahlung ausgesetzt“, meinte er. Von gesundheitlichen Problemen habe er in diesem Zusammenhang nichts gehört.

Michael Schamm (CDU) lobte, dass es eine Umfrage gegeben hat. „Das ist wichtig, vor allem wenn es zwei Meinungen gibt“, sagte er. Darum sei es schade, dass nur 50 Prozent der Angeschriebenen teilgenommen hätten. Schamm erkundigte sich zudem, ob es Prognosen darüber gehe, wie die Abdeckung sei. Im oberen Bereich des Übelbachs sei eine sichere Ausleuchtung zu erwarten, der Bereich Ippichen liege ebenfalls in diesem Radius.

Es ist eine gute Abdeckung zu erwarten

Und auch in St. Roman selbst sei eine gute Abdeckung zu erwarten, auch wenn es nicht wie in Vor Langenbach werden würde, das sei aber der Topographie geschuldet, antwortete Geppert. Das sei aber nur eine Prognose, fügte Bregger hinzu. „Klar ist, dass wir in den Tallagen nicht überall hinkommen, aber in den Höhenlagen werden wir eine deutliche Optimierung haben“, erklärte er.

Jürgen Schorn (Freie Wähler) tat sich mit der Entscheidung schwer. Einerseits könne er die Anwohner verstehen, andererseits sehe auch er den Sicherheitsaspekt. Genau dieser Sicherheitsaspekt war für Carsten Boser (Grüne) der ausschlaggebende Punkt. „Ich möchte als Gemeinderat nicht die Verantwortung übernehmen müssen, wenn bei einem Unfall wegen fehlendem Empfangs ein Rettungswagen zu spät kommt“, sagte er. Der optische Aspekt sei für ihn zweitrangig, da es in St. Roman auch Strommasten habe, die nicht störten. „Über die physikalische Grundlage möchte ich aber nicht diskutieren, das macht keinen Sinn.“

Geppert gab zu bedenken, dass auch die Telefonversorgung in St. Roman alles andere als stabil sei und der Teilort teilweise tagelang abgeschnitten sei. Einen potenziellen Betreiber für den Mobilfunkmasten gebe es übrigens noch nicht, das sei der nächste Schritt.

Der Beschluss

Zur Abstimmung stand am Mittwochabend nicht die Frage, ob der Mobilfunkmast gebaut werden soll oder nicht – die Gemeinderäte sollten entscheiden, ob das entsprechende Grundstück, das Eigentum der Stadt ist, für den Bau verpachtet werden soll. Von den 14 anwesenden Gemeinderäten stimmten 13 schließlich dafür, einer dagegen.