Die Pädagogin Katharina Challier spricht über ihren Einsatz und neue Projekte.
Eine Schulsozialarbeit gibt es in der Grundschule Reichenbach/Kuhbach seit Februar 2023. Katharina Challier hat die Chance genutzt, die neu geschaffene Stelle „von der Pike auf“ zu gestalten. Im Gespräch mit unserer Redaktion berichtete die Pädagogin von ihrer Arbeit, was die Schüler beschäftigt und von einem Projekt für gewaltfreie Kommunikation.
„Die Grundschüler können sich bei Fragen oder Konflikten unkompliziert an mich wenden“, erklärt die Sozialarbeiterin. Aber auch Eltern und Lehrkräfte finden eine Anlaufstelle für Beratung. „Die Angebote sind freiwillig“, betont Challier. Nicht nur Situationen aus der Schule, auch Themen von zu Hause brächten Schüler in die Gespräche mit.
Tagtäglich könne es Konflikte geben, so Challier. Ziel sei es, dass die Schüler im Konfliktfall respektvoll und empathisch miteinander umgehen und gemeinsam eine Lösung finden. Im Idealfall fänden die Kinder einen Weg, kleinere Konflikte gut selbst zu regeln.
Ein Theater für bessere Kommunikation
Neben der täglichen Arbeit in der Schule wurde für die Zweit- und Drittklässler ein Projekt mit Theatervorführung über „gewaltfreie Kommunikation“ auf die Beine gestellt. Um das Miteinander zu verbessern, gab es für die teilnehmenden Klassen mehrere Unterrichtsstunden. „Es ging darum, sich mit seinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen und deren Erfüllung auseinanderzusetzen. Aber auch mit denen meines Gegenübers“, erinnert sich Challier.
Um ihnen die Ansätze näher zu bringen, setzte die Grundschule zwei Tierhandpuppen ein – eine Giraffe und einen Wolf. Die Giraffe als „Landtier mit dem größten Herzen“ stehe für einen empathischen und bedachten Umgang, so Challier. Der Wolf hingegen für Egoismus und ruppiges Auftreten.
Das Konzept für diesen Ansatz der „gewaltfreien Kommunikation“ stammt von dem US-Psychologen Marshall B. Rosenberg. Schrittweise und in verschiedenen Einheiten wurde mit den Schülern gearbeitet.
Arbeit ist noch in den Anfängen
Um das Erlernte zu vertiefen und zu festigen, gab es als Abschluss für die Kinder eine Theatervorstellung. Das „Präventionstheater“ der Schauspielerin Sarah Gros beschäftigte sich – als Märchen verpackt – mit Problemen, die so auch bei den Schülern vorkommen können. Gehänselt, beleidigt oder auch vom Spielen ausgeschlossen zu werden, waren Situationen, die in dem Stück behandelt wurden. Anschließend gab es eine Nachbesprechung mit der Schauspielerin und den Kindern.
Auf die Beine gestellt werden konnte die Theateraufführung zu einem Teil durch Spenden. Mehrere regionale Unternehmen hätten sich beteiligt, freut sich Challier. Langfristig könne sie sich solche Projekte durchaus jährlich vorstellen. Auch die Lehrer seien für die Arbeit offen, erklärt die Pädagogin. Aber noch sei die Schulsozialarbeit in der Grundschule in den Anfängen.