Architekt Harald Krippendorf (links) und Bürgermeister Bruno Metz erläuterten der Landtagsabgeordneten Marion Gentges die Pläne für den Hinterhof der Mediathek. Im Hintergrund ist das frühere Druckereigebäude zu sehen, das abgerissen werden soll. Foto: Göpfert

Bei ihrem Besuch in Ettenheim hat Bürgermeister Bruno Metz Landesjustizministerin Marion Gentges auch die Pläne für das Volksbankgebäude vorgestellt. Damit dieser gelingt, muss auch unter anderem das Gebäude im Hinterhof weichen.

Dunkle Räume mit nur wenig Tageslicht, von der Decke herabhänge Leuchten und an der Wand befestigte Volksbank-Buchstaben. Hier und da steht ein alter Schreibtisch: So sehen die Innenräume des ehemaligen Volksbankgebäudes in der Ettenheimer Innenstadt aktuell aus.

 

Bereits Anfang 2025 sollen darin jedoch die Mediathek, die Finanzverwaltung der Stadt und unter dem Stichwort „Heimett“ Sozialräume von Seniorenwerk, Seniorenrat und Nachbarschaftshilfe sowie die Volkshochschule ihr Zuhause finden. Auch einige neue Wohnungen sollen entstehen.

Damit das gelingt, investiert die Stadt Ettenheim derzeit 5,4 Millionen Euro in den Umbau des Gebäudes. Rund zwei Millionen Euro wird sie durch Fördermittel jedoch wieder zurück bekommen, wofür Metz sich im beisein der Gemeinderatsvertreter bei der CDU-Landtagsabgeordneten Gentges bedankte Ganz alleine 1,75 Millionen Euro Fördergeld stammen aus dem Programm des Bundesbauministeriums „Soziale Integration im Quartier“.

Volksbankgebäude besteht aus sieben Einzelhäusern

Damit das gelingt, muss das Gebäude im großen Stil entkernt werden, erläuterte Architekt Harald Krippendorf. Wobei der Begriff „Gebäude“eigentlich irreführend ist. Denn das sogenannte Volksbankgebäude besteht aus sechs bis sieben Einzelgebäuden, die von der Volksbank im Laufe der Jahre zugekauft wurden und mehr oder weniger zu einem verschmolzen sind. Bei einem dieser Gebäude, das ehemalige Druckereizentrum im Hinterhof, haben die Abrissarbeiten begonnen. Anstelle des gelben Gebäudes soll zum einen ein kleiner Aufenthaltsbereich entstehen, der durch Fahrradständer und Spielgeräte für Kinder „Qualität bekommt, auch für Familien“, wie Bürgermeister Bruno Metz erklärte. Zum anderen wird durch den Abriss Platz für ein barrierefreies Treppenhaus geschafft. So soll der Zugang zu den Sozialräumen und der Finanzverwaltung zukünftig über dieses erfolgen. Denn der bisherige Weg neben der Treppe im Inneren des Volksbankgebäudes ist zu steil für Rollatoren und Rollstuhlfahrer. Der jetzige Haupteingang soll dann nur noch von den Besuchern, der Mediathek benutzt werden , die im Erdgeschoss auf 800 Metern Fläche entstehen soll.

Gebäude wird komplett entkernt

Doch auch im Inneren des restlichen Gebäudekomplexes wird nicht viel so bleiben, wie es einmal war. Bis auf den Rohbau soll alles abgerissen werden. Auch damit der Brandschutz entsprechend beachtet werden kann, erläuterte Architekt Krippendorf. Der Rückbau gestalte sich jedoch schwierig: Einiges muss in Handarbeit zerlegt werden, zudem gebe es keine Freifläche, um Bauschutt zwischenzulagern, da es um das Gebäude keine Freifläche gebe. So müsse alles gleich auf Lkw verladen und abtransportiert werden. Insgesamt rechnet der Architekt für die Entkernung mit vier Monaten.

Ein großer Teil des zur Verfügung stehenden Geldes wird in die Haustechnik fließen. Die Heizung soll so weit wie möglich erhalten blieben, die Be- und Entlüftung müsse zu 80 Prozent neu gemacht werden, da in dem Gebäude ein manuelles Lüften mit Fenstern öffnen kaum möglich ist. Auch die Elektronik muss komplett erneuert werden.

Rechnungsamt soll bis April 2025 einziehen

Mit dem Umbau fertig werden will Krippendorf spätestens bis März/April 2025. Denn dann soll das Rechnungsamt dort einziehen. So wüst auch momentan alles im Gebäude sieht, Krippendorf ist sich sicher, dass die alte Bücherei, die sich im Moment im alten Gefängnis in Ettenheim befindet, dort ein schönes Zuhause finden wird. Die Mediathek Kirchzarten sei für die Errichtung der Ettenheimer Mediathek ein Vorbild gewesen: Diese sei ein Treffpunkt für junge und alte Menschen. Dabei würde bei angenehmer Atmosphäre Kaffee getrunken und Zeitung gelesen werden. Auch könne sie für Lesungen und Schülerveranstaltungen genutzt werden.