Bienenstöcke als Lehr- und Schaustände sind am Loheck in Oberweier geplant. Im Ortschaftsrat haben die beiden Imker Manuel Schmitt und Sarah Wolff-Schmitt aus Heiligenzell das neue Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt.
Bienenstände im Friesenheimer Wald gibt es seit mehr als 100 Jahren. Tannen- und Waldhonig sind beliebt. Einige Imker haben ihre Bienenstände das ganze Jahr über an einem angestammten Platz im Wald. Nur wer genau hinschaut entdeckt sie.
Jetzt soll am Loheck in Oberweier ein Bienenstand entstehen. Als Lehr- und Schaubienenstand sowie Teil des Erholungsorts der Gemeinde soll er die Bevölkerung und speziell auch Schulklassen und Kindergärten zur Verfügung gestellt werden. Die beiden Imker Manuel Schmitt und Sarah Wolff-Schmitt aus Heiligenzell planen und gestalten das Projekt. Mit im Boot haben sie Förster Christian Junele sowie den Verein „Unser Wald“, dem das Projekt bereits vorgestellt worden ist. Jetzt war es Ortsvorsteher Andreas Bix ein Bedürfnis das Projekt, da der Stand auf Gemarkung von Oberweier liegt, dem Ortschaftsrat das Projekt in seiner Gesamtheit einmal vorzustellen.
Große Gefahr stellt dieasiatischen Hornisse für Bienen dar
Geplant ist die Aufstellung von zwei Mal sechs Bienenvölkern auf Beutenböcken mit Überdachung. Der Bienenstand soll nördlich des Fitnessparcours seinen Platz finden. Über eine abschließbare Hütte sollen Lehrmaterialien für Schulklassen sowie Imkerzubehör am Ort zur Verfügung stehen. Ergänzt werden soll der Platz um Informationstafeln sowie Messgeräten, die das Flug- und Brutverhalten der Tiere aufzeichnen. Deutschlandweit werden Daten zum Verhalten der Bienen gesammelt und so würden auch die Daten aus Oberweier künftig in eine wissenschaftliche Arbeit einfließen. Über eine Schaubeute ließe sich direkt ein Volk beobachten.
Da sich die Planung des Bienenstocks bis zu einigen Oberweirern herumgesprochen hat und auch immer wieder das Thema Bienenallergie, Angst vor Stichen geäußert wurden, habe eine Offenlegung des Projekts Not getan. Das Imkerpaar hat sich eingehend vorbereitet und einen umfangreichen Vortrag zum Thema Bienen und deren Bedeutung für die Menschen ausgearbeitet. „Eine Biene sticht nicht, erst wenn sie bedroht wird“, erklärt Schmitt. Es gebe keine Konkurrenz zwischen Wildbienen und der Biene im besonderen Stock.
Außerdem seien auch Wildbienen- und Insektenhotels geplant. Alles gemeinsam soll auf wissenschaftlich fundierte Füße gestellt werden. Die Bevölkerung wollen die beiden mitnehmen und so über die Biene einmal mehr für das Ökosystem sensibilisieren. Schon die Kindergartenkinder sollen mit dem Projekt abgeholt werden.
Peter Rottler (SPD) hat auf den Bienenfresser Vogel aufmerksam gemacht. Dieser stelle tatsächlich für die Biene kaum eine Gefahr dar, erklärte Schmitt. Hingegen gehe eine sehr große Gefahr von der neu eingeführten asiatischen Hornisse aus, mahnte Schmitt. Die Hornissen bedienten sich direkt an den Ständen der Honigbienen. Wer das Nest einer asiatischen Hornisse entdecke, müsse dies sofort melden. Der Schaden, den dieses Insekt verursache, sei kaum vorstellbar. Bienen und Insekten stünden auf deren Speiseplan.
Das Bienenprojekt soll so aufgebaut werden, dass es nicht an die beiden Imker gebunden ist, sondern jederzeit von anderen Verantwortlichen übernommen werden könne. Der Standort am Wald biete eine ideale Situation. Wiesen und Wald ließen die Bienen auf ein gutes Umfeld zugreifen.
Planung
Die neuen Bienenstöcke am Loheck sollen in zwei bis drei Wochen aufgestellt werden. Eine Gefahr für Menschen geht nicht von den Bienenstöcken aus. Die Finanzierung ist mehrheitlich über Sponsoren und den Verein „Unser Wald“ gedeckt.