Die Kinder freuten sich über die Erklärungen von (hinten, von links) Mathias Reitter ubd Martin Braun sowie auf die Spendenbox, die Kurth Reith von der Verkehrswacht mitgebracht hatte. Foto: Merz

Sicherheit: Polizei, Feuerwehr und Verkehrswacht lehren Kinder

Lahr - Der Tote Winkel stellt im Straßenverkehr eine große Gefahr dar. Um Kinder darauf aufmerksam zu machen, wie schnell sie auf der Straße übersehen werden können, organisierte die Verkehrswacht mit der Feuerwehr Lahr eine Präventionsveranstaltung.

Mit einer auf dem Boden ausgebreiteten Plastikplane sollte den Mädchen und Jungen der Kita im Bürgerpark der Tote Winkel eines großen Fahrzeugs nähergebracht werden. Die Kinder im Führerhaus des Feuerwehrautos sollten die auf der Plane stehenden Personen durch den Rückspiegel betrachten. Im großen Rückspiegel konnten sie aber nur die Seite des Fahrzeugs erkennen. Der spezielle Toter-Winkel-Spiegel war notwendig, damit sie ihre Erzieherinnen, die unten standen, sehen konnten.

Martin Braun, Präventionskoordinator des Lahrer Polizeireviers, erklärte, dass neuere Fahrzeuge schon mit diesem Spezialspiegel ausgestattet seien. Das Problem seien ältere Lastkraftwagen. "Wenn ein Kind mit seinem Fahrrad genau im Toten Winkel fährt, sieht der Fahrer überhaupt nichts. Leider scheinen die Fahrer das Problem oft zu ignorieren, sodass sehr schnell jemand unter die Räder gelangt", so Braun.

Begeisterung über Feuerwehr- und Polizeiauto

Zusätzlich zur Verkehrserziehung könne mit so einer Aktion auch viel für die Nachwuchssicherung getan werden. "Wenn die Kinder hier ein Interesse entwickeln, kommen sie vielleicht in ein paar Jahren zur freiwilligen Jugendfeuerwehr", hofft der Polizist.

Mathias Reitter, Präventionsbeauftragter des Polizeireviers Lahr zeigte den 18 Schulanfängern der Kindertagesstätte Bürgerpark den Streifenwagen. Die Kinder lauschten interessiert seinen Erklärungen. "Unser Funkgerät funktioniert wie ein Telefon. Damit können wir Kollegen untereinander in Kontakt bleiben. Mit dem GPS-Signal des Wagens kann die Wache immer ganz genau sehen, wo wir uns gerade befinden", erklärte Reitter. Besonders stolz waren die Kleinen, als sie im Auto selbst die Sirene und das Blaulicht einschalten durften.

Bei einem Blick in den Kofferraum konnten sie sich die Ausrüstung näher anschauen. Das Farbspray sei für Markierungen an einem Unfallort hilfreich und der Besen hin und wieder nötig, um eine Straße nach einem Unfall wieder befahrbar zu machen, so Reitter. Die Erklärung, was ein sogenannter Stop-Stick sei, lieferte ein kleiner Junge fachmännisch: "Das benutzt man, damit die Autos nicht mehr weiterfahren können." Womit er auch richtig lag. Die Polizei benutzt Stop-Sticks – Nagelstreifen –, um Autofahrer zu stoppen.

Auch das Feuerwehrfahrzeug traf bei den Kleinen einen Nerv. Die noch lauter heulende Sirene machte auf die Schulanfänger mächtig Eindruck. Es dauerte nicht lange, bis die Hälfte der Kinder begeistert oben im Führerhaus saß. Von Feuerwehrmann Alexander Maurer bekamen die Kinder noch einige Teile der Ausrüstung und des Fahrzeugs erklärt. Die Ösen etwa, die sich vorne am Fahrzeug befinden, seien hilfreich, um bei einem Einsatz Fahrzeuge ziehen oder stabilisieren zu können.

Verkehrswacht übergibt Spende

Die Verkehrswacht Lahr überreichte der Kindertagesstätte Bürgerpark eine große Box mit Spielgeräten wie Seile, Frisbees, Tücher und Bälle. »Mit dem Geld, das beispielsweise durch Gerichtsverfahren hereinkommt, wollten wir etwas Gutes tun«, so der Vorsitzende  Kurt Reith. Mit den Boxen wolle man einen Teil zur Verkehrserziehung der Kinder beitragen. »Mit Spiel und Bewegung lernt es sich doch am besten«, ergänzte er.

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