Alle Ortenauer ab 16 Jahren sind am 9. Juni aufgerufen, einen neuen Kreistag zu wählen. Sie können ihre Stimmen einer Partei geben, oder einzelnen Kandidaten. Die Bürgermeister sind dabei Stimmengaranten. Welche Rathauschefs für welche Partei kandidieren, hat unsere Redaktion zusammengestellt.
Der Neubau des Krankenhauses in Lahr, der Bau der neuen Kreisstraße und der Ausbau des ÖPNV-Angebots – die Bürgermeister der Südlichen Ortenau, die am 9. Juni für den Kreistag kandidieren, nennen ähnliche Ziele als ihre Motivation. Sechs von ihnen versuchen sich zum ersten Mal – einer verzichtet.
Markus Ibert
Prominentester Neuzugang im Kreistag aus der Region wäre Lahrs OB Markus Ibert. Er will auf der Liste der CDU ins Gremium einziehen. „Wichtige Themen für die Region werden im Kreistag beraten und entschieden“, sagt Ibert. Darunter fasst er die Gesundheitsversorgung, die Verkehrsinfrastruktur und die Kreisumlage. Mit Blick auf Herausforderungen, die die Stadt Lahr betreffen, sei eine Vertretung durch den OB wichtig, um die „gute und enge Zusammenarbeit mit den Kreistagsabgeordneten und der Kreisverwaltung weiter zu stärken“.
Matthias Litterst
Auch Schuttertals Bürgermeister, der sein Amt ein Jahr nach der Kommunalwahl 2019 angetreten hat, wäre neu im Kreistag. Er steht auf der Liste der CDU. „Es ist unglaublich wichtig, dass das obere Schuttertal im Kreistag vertreten ist – allein auf der besonderen geografischen Voraussetzungen“, sagt Litterst, der „dem ländlichen Raum eine Stimme geben“ will. Derzeit sind nämlich weder aus Schuttertal noch aus Seelbach Vertreter im Kreistag. Inhaltlich nennt Litterst den Klinikneubau in Lahr und Verkehrsthemen als wichtigste Projekte.
Tobias Uhrich
Wie Litterst war auch Uhrich bei der vorherigen Kommunalwahl noch nicht Bürgermeister. Der Neurieder Rathauschef tritt nun für die Freien Wähler an. „Ich möchte positiv zur Entwicklung des Ortenaukreises beitragen“, berichtet er. Neuried sollte eine Stimme im Kreistag haben.
Philipp Klotz
Der Jüngste im Bunde ist am 3. Dezember zum neuen Bürgermeister Kappel-Grafenhausens gewählt worden. Sein Amt wird er Anfang März antreten. „Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht, ob ich bei der Kreistagswahl antreten sollte oder nicht“, erklärt Klotz. Schließlich habe er sich – trotz der Mehrbelastung – dafür entschieden. Er tritt für die Freien Wähler an, deren Landesverband er seit 2023 angehört. „Vor allem der gewissenhafte Umgang mit den finanziellen Mitteln des Landkreises und der sich daraus ergebenden Kreisumlage“ ist dem 26-Jährigen wichtig.
Michael Moser
Anders als Klotz ist Seelbachs Bürgermeister bereits seit Montag im Amt. Auch in den Kreistag möchte er gerne einziehen – ebenfalls auf der Liste der Freien Wähler. „Es ist sehr wichtig, dass wir als Gemeinde zukünftig wieder im Kreis vertreten sind“, sagt Moser. Als künftiger Bürgermeister sei es für ihn elementar, die Themen der Gemeinde und der Region voranzubringen. Konkret nennt er die Verkehrsplanung, den Ausbau von ÖPNV und Radwegen, ein starkes Gesundheitswesen sowie das Erreichen der Klimaziele.
Pascal Weber
2019 hat Ringsheims Bürgermeister den Einzug in den Kreistag noch verpasst. 2024 versucht er es wieder – erneut auf der Liste der Freien Wähler. „ich würde mich mit voller Energie gerne für die südliche Ortenau und das Schuttertal als lebendige Kulturlandschaft, prosperierende gemeinsame Tourismus- und Wirtschaftsregion sowie für eine gute und zukunftsgerichtete Krankenhaus-, Verkehrs- und Naturlandschaft einsetzen“, erklärt Weber. Der ländliche Raum müsse „attraktiv lebenswert bleiben“.
Bruno Metz
Auf ein Vierteljahrhundert im Kreistag kann Ettenheims Bürgermeister zurückblicken. Im Juni soll noch nicht Schluss sein. „Auch in den kommenden fünf Jahren stehen große Entscheidungen an. Solche, die alle berühren“, begründet der CDU-Kreisrat seine erneute Kandidatur. Darunter fasst Metz die Gesundheitsversorgung mit der Reha-Klinik in Ettenheim und der Ausgestaltung des Gesundheitszentrums. „Der Kreis hat vielfältige Berührungen mit den Kommunen“, betont Metz. Unter anderem bei der Genehmigung neuer Windräder oder der Flüchtlingszuweisung. „Es ist wichtig, dass die Kommunen im Kreistag vertreten sind.“
Matthias Gutbrod
„Ich würde mich freuen, wenn ich in einer vierten Amtszeit im Kreistag den Ortenaukreis weiter mitgestalten dürfte“, teilt Kippenheims Rathauschef mit. Auch als Sprecher im Ausschuss für Umwelt und Technik der Freien Wähler habe er wertvolle Erfahrungen sammeln und Projekte umsetzen können. Einsetzen will sich Gutbrod für den Klinikneubau in Lahr und – wie in den vergangenen Jahren bereits intensiv – den Bau der neuen Kreisstraße. „Aber auch die Investitionen in Radwege oder die Verbesserung des ÖPNV spielen eine zentrale Rolle im Kreistag.“
Erik Weide
Auf eine Amtsperiode kann Friesenheims Bürgermeister zurückblicken. Eine zweite soll sich für die Freien Wähler anschließen. „Die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen im Kreistag und der Kreisverwaltung macht großen Spaß. Lediglich die dauernden, ideologisch geprägten Debatten von links und von rechts nerven sehr“, so Weide. Er will sich dafür einsetzen, dass die Parteien der Mitte „lauter werden und unsere Politik der Vernunft noch deutlicher zur Geltung bringen“.
Marco Gutmann
Über ein Ausgleichsmandat zog Marco Gutmann (Freie Wähler) 2019 erstmals in den Kreistag ein. Nun als Rathauschef von Schwanau will er erneut kandidieren: „Die Entscheidungsprozesse müssen in der Zukunft mit noch einer größeren Transparenz angegangen werden, um die Bevölkerung in diesen oftmals komplexen Themenbereichen aktiv mitzunehmen“, erläutert er seine Motivation. Auch von großer Bedeutung sei für ihn, die Bildung mehr in den Fokus zu stellen. Weiter nennt auch Gutmann die Verkehrsplanung und die Gesundheitsversorgung. Der Kreis soll den Menschen „eine lebenswerte Heimat bieten“.
Alexander Schröder
Meißenheims Bürgermeister sitzt seit 2014 für die CDU im Kreistag. Am 9. Juni stellt er sich für eine dritte Amtsperiode zur Wahl. „Es macht Freude, gemeinsam mit Vertretern aus der Region unsere Heimat weiterzuentwickeln“, begründet Schröder seine Kandidatur. Zu den „großen Zukunftsprojekten“ zählt er die Stärkung der Hausärzte-Versorgung, den Brandbandausbau und eine Wasserstoffstrategie. „Die Herausforderungen der Zukunft könnten wir nur gemeinsam meistern“, so Schröder.
Kai-Achim Klare
Rusts Bürgermeister wünscht sich, im Sommer eine zweite Amtszeit für die SPD antreten zu dürfen. „Das Mega-Thema ist die Gesundheitsversorgung“, blickt Klare voraus. Die Stichworte: ZfG in Ettenheim und Klinik-Neubau in Lahr. Ein weiterer Punkt sei der ÖPNV. „Es wird schwierig, das Ziel zu erreichen“, prognostiziert Rusts Rathauschef. Mit aufgrund des 49-Euro-Tickets begrenzten Mitteln werde es eine „große Aufgabe, Schwerpunkte zu setzen“. Und da gibt es ja noch die B 3-Umfahrung. Ein Projekt, „an dem wir seit Jahren intensiv arbeiten“, so Klare.
Und Dietmar Benz?
Mahlbergs Rathauschef kandidierte bereits bei der vergangenen Kommunalwahl nicht mehr – und wird dies auch dieses Jahr nicht tun. Benz wird die Wahl als Vorsitzender des Mahlberger Wahlausschusses verfolgen.