Personalratsvorsitzender Hans Dold (links) beglückwünschte Bürgermeister Siegfried Scheffold zum 20-Jährigen im Amt für die Stadt Hornberg. Foto: Stadt Hornberg Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Siegfried Scheffold ist seit 20 Jahren Bürgermeister der Stadt Hornberg / Vielfältige Aufgaben

Auch nach 20 Jahren ist Siegfried Scheffold gerne Bürgermeister in Hornberg. Seinen Beruf beschreibt er als unglaublich "erfüllend". Im Gespräch mit dem Schwabo wird die Vielfalt und Komplexität der Aufgaben eines Rathauschefs deutlich.

Hornberg. Es sei faszinierend, mit wie vielen unterschiedlichen Menschen und Lebenslagen er in Kontakt komme, meint Scheffold. Dazu gehöre unter anderem auch der Austausch mit den Bürgermeisterkollegen und Vertretern des öffentlichen Lebens. "Ich kann mir kaum einen spannenderen Beruf vorstellen", stellt der 63-Jährige fest.

Wenige Jahre vor seinem Amtsantritt in Hornberg im März 2001 absolvierte Scheffold berufsbegleitend ein Kontaktstudium Verwaltungsmanagement an der Kehler Akademie. Mit der fachbezogenen Fortbildung wollte er seine Kenntnisse auffrischen, denn seit seinem Studium an der Fachhochschule in Kehl hatte sich im kommunalen Bereich vieles geändert. Seinerzeit arbeitete Scheffold noch als Hauptamtsleiter im Wolfacher Rathaus.

Die ersten fünf Jahre in Hornberg waren geprägt von elementarem Grunderwerb, der die Schlüsselrolle für die Stadtgestaltung der Folgejahre bildete. "Es war uns gelungen, Bereiche wie das Bärenareal sowie die Gewerbebrache PE zu erstehen und damit innerstädtisches Baugebiet zu erschließen", erinnert sich der Bürgermeister.

2006 bisher das beste Jahr für die städtische Entwicklung

So ist es denn auch das Jahr 2006, das für Scheffold das bisher beste Jahr in der städtischen Entwicklung darstellt. Zur Revitalisierung der Innenstadt hat seiner Aussage nach auch die Inbetriebnahme des Tunnels beigetragen. Die große Verkehrsbelastung durch Bund- und Landesstraße sei ein Entwicklungshindernis für die ganze Stadt gewesen. "Die Arbeit dieser ersten fünf Jahre hat 2006 Früchte getragen, wozu auch die Eröffnung des Stephanus-Hauses zu zählen ist", betont der Bürgermeister.

Ein Vorteil seien seine Erfahrungen gewesen, die er in seiner Wolfacher Zeit sammeln konnte. Dort sei die Situation 15 Jahre früher ähnlich gewesen.

Richtig weh getan während seiner bisherigen Amtszeit hat ihm das Auslaufen der Werkrealschule in Hornberg: "Das war sehr, sehr schade." bedauert Scheffold. Die Kommune habe frühzeitig investiert in die bauliche Struktur und auch ein tolles Betreuungskonzept entwickelt, aber aus verschiedenen Gründen sei nichts aus der Sekundarstufe geworden. "Wir haben trotzdem den Kopf nicht in den Sand gesteckt und werden Ende diesen Jahres mit einem Top Schulgebäude sowie unter anderem dem Digitalisierungskonzept eine hervorragende Bildungseinrichtung für unsere Kinder haben", bezieht sich der Bürgermeister auf die Millioneninvestition, die derzeit vorgenommen wird. Ähnlich der Schule gebe es eine ganze Reihe öffentlicher Einrichtungen, bei deren Sanierung auf geänderte Nutzerwünsche eingegangen werde.

Ein großes Anliegen ist Scheffold auch die Pflege der Kultur. "Alle Bevölkerungsschichten können sich die Ausbildung ihrer Kinder an unserer örtlichen Musikschule leisten und unsere Mediathek nutzen", nennt der Bürgermeister ein Beispiel. Es sei eine wichtige Aufgabe von Kommunen, kulturelle Angebote machen zu können und das Interesse dafür auch schon bei den Jüngsten früh zu wecken.

"Unnötige Streits"­ motivieren zu einer Ausbildung als Mediator

Ein Bürgermeister ist ähnlich wie ein Manager Entscheidungsträger und die Schnittstelle zwischen Bürgerschaft, Gemeinderat und Verwaltung. Naturgemäß gehen die Meinungen über ein Thema oft auseinander und sind mit Konflikten behaftet. "Oft wird unnötig gestritten", findet Scheffold. Diese Erfahrung motivierte ihn dazu, eine Ausbildung zum Mediator zu machen. Vereinfacht gesagt geht es dabei um konstruktive Bearbeitung von Konflikten. In Kontroversen das Problem erkennen, ihm auf den Grund gehen und lösen können sei sehr wertvoll, unterstreicht der Bürgermeister seine Ausführungen.

Bei dem Umfang der vielen Aufgaben ist Scheffold froh, ein verlässliches Team im Rücken zu haben. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die auch mal drei Wochen ohne mich schafft", lobt der Bürgermeister die Verwaltungsmitarbeiter. Auch er braucht Phasen der Erholung, in denen er mit Ehefrau Elfi viel Zeit an der frischen Luft verbringt – am liebsten radelnd oder wandernd. In Notfällen sei er natürlich erreichbar, was aber zum Glück die Ausnahme ist.

Siegfried Scheffold ist seit 2001 Bürgermeister von Hornberg. Er ist in Reinerzau (Alpirsbach) geboren und aufgewachsen. Nach Besuch des Wirtschaftsgymnasiums in Freudenstadt absolvierte er den Studiengang zum gehobenen Verwaltungsdienst an der Fachhochschule in Kehl. Anschließend folgten 16 Jahre Tätigkeit als Hauptamtsleiter im Rathaus in Wolfach. Siegfried und Elfi Scheffold sind seit 1983 verheiratet und haben drei erwachsene Kinder sowie fünf Enkelkinder.