Im Veranstaltungsraum unterm offenen Dachgebälk waren sich Zweigstellenleiterin Kathrin Krichel (von links), Beate Schweisfurth, Wolfgang Schubart und Matthias Schadock von der Musikschule Offenburg/Ortenau einig: Der Raum ist genial! Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

"Was macht eigentlich ...?": Umbau der Alten Kaplanei zur Musikschule läuft / Soundcheck per Saxofon

Die Alte Kaplanei in der Hausacher Hauptstraße wird von der Stadt in ein "Haus der Kultur" umgebaut. Finanziert durch die Neumayer-Stiftung und die Städtebau-Förderung wird die Musikschule Offenburg/Ortenau dort ihr Dominzil haben.

Hausach. Die Fachlehrer haben sich kürzlich mit mit Architekten Benjamin Schmider und Zweistellenleiterin Kathrin Krichel getroffen, um die mögliche Einteilung der Räume zu besprechen sowie einen ersten "Soundcheck" vorzunehmen.

Der Estrich ist eingebaut, die Wänden und Decken sind weitestgehend fertig und die Bodenbeläge festgelegt. Während Benjamin Schmider immer wieder auf die Zuständigkeit der Stadt in Sachen Ausstattung und Mobiliar verwies, diskutierten die Fachlehrer in erster Linie über den Schallschutz. "Die Decke ist doppelt abgehängt und die Wände sind doppelt beplankt", erklärte der Architekt den Aufbau.

Aufgrund des Bestands sei unterschiedlich viel Putz aufgetragen worden und reiche von zwei bis neun Zentimetern. Es seien überall Schallschutzfenster verbaut worden, die vom Landratsamt gefordert wurden. "Aber nicht, um Sie vor dem Straßenlärm zu schützen, sondern dass kein Schall nach außen dringt", erklärte Schmider und sorgte damit für Lachen. Denn angesichts der bevorstehenden lange dauernden Tunnelsperrung und dem damit erwarteten Verkehrsaufkommen sind die Fachlehrer froh, dass der Schallschutz in beide Richtungen funktionieren wird.

Die einzelnen Unterrichtsräume seien in sich "gekapselt" und müssten damit schalldicht sein, was sich aber in einem Altbau erst nach Fertigstellung sicher sagen lasse. Allerdings werden in den Unterrichtsräumen zusätzliche Schall-Absorber positioniert, die am Ende ähnlich wie Bilder aufgehängt werden.

Im Glasanbau an der Rückseite des Hauses überlegte Kathrin Krichel: "Wenn die Akustik stimmt und der Raum geschickt eingerichtet ist, könnte das ein Kombi-Raum aus Büro und Unterrichtsraum werden."

Einer der wichtigsten Punkte vor dem Einzug der Musikschule wäre die Positionierung des Klaviers. "Das muss taktisch gut überlegt sein", betonte sie und hatte ein entsprechend großes Teppich-Stück als Muster unter dem Arm.

Auf Nachfrage von Musikschul-Lehrer Matthias Schadock erklärte Schmider die technische Ausstattung der Unterrichtsräume. Im Veranstaltungsraum unterm offenen Dachgebälk stellte sich auch bei den Musiklehrern dann der fast schon bekannte "Wow"-Effekt ein.

In Hausach soll ein "Haus der Kultur" entstehen

"Der Raum ist genial", war dann auch die einhellige Meinung, erste Konzerte entstanden vor dem inneren Auge. "Es war Herrn Neumayer das entscheidende Anliegen, diesen Raum für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und einer öffentlichen, kulturellen Nutzung zuzuführen", betonte der Architekt.

Einen "Schall-Kamin" gebe es vom oberen Raum durchs Treppenhaus bis zum Eingang Hauptstraße, alles andere könne durch Türen abgetrennt werden. "Es wurden beste Voraussetzungen geschaffen. Was akustisch und lerntechnisch möglich ist, wird sich zeigen", war sich Musiklehrer Schadock sicher.

Bei der Verteilung der Unterrichtsräume gelte es die Barrierefreiheit im hinteren Gebäudeteil zu beachten. Was sonst rauskomme, würde man dann hören.

Und das war dann auch das Stichwort für Musiklehrerin Beate Schweisfurth, die ihr Saxofon auspackte und den neuen Veranstaltungsraum einem ersten Soundcheck unterzog. Bis zum Verlassen der Alten Kaplanei hörte sich das schon mal ganz gut an.

In der Alten Kaplanei entstehen derzeit sieben unterschiedlich große Unterrichtsräume samt Glasanbau. Wenn mehrere Kollegen gleichzeitig unterrichten, könnte das eventuell nicht reichen. Insbesondere mittwochs gibt es besonders viele Unterrichtseinheiten. Auch gelte es zu überlegen, wo der Schlagzeug-Unterricht und die musikalische Früherziehung angeboten werden könnten. Für künftig verstärkte Kooperationen mit den Schulen und für Proben von größeren Gruppen wird Hausachs Zweigstellenleiterin Kathrin Krichel in den kommenden Wochen entsprechende Gespräche führen.

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