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Hausach Ein Hauptproblem ist die Ernährung

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Die meisten Menschen in Burkina ernähren sich hauptsächlich von Getreidebrei. Foto: Dold Foto: Schwarzwälder Bote

Einen lebendigen Eindruck in das Leben und die Probleme der Menschen in Burkina Faso hat Sabrina Dold gegeben. Die gebürtige Steinacherin lebt in dem Land, ist mit einem Burkinabé verheiratet und arbeitet für ein Ernährungsprojekt.

Hausach. Dold ist die Vorsitzende des Vereins "Wir für Burkina" und koordiniert die Projekte in dem afrikanischen Land vor Ort.

In ihrem Vortrag gab sie einen kurzen Rückblick auf die Bildungsmaßnahmen, die mit Hilfe des Vereins und Spendengeldern in den vergangenen Jahren in Douroula umgesetzt wurden. So wurden seit 2012 unter anderem mehrere Klassen- und Leherzimmer sowie ein Wächterhäuschen gebaut. Vor vier Jahren habe erstmals eine zehnte Klasse ihren Abschluss in Douroula gemacht und in diesem Jahr gab es ebenfalls eine Premiere: Eine Abiturklasse sei zu ihrer Abschlussprüfung angetreten. Immerhin acht von 16 Schülern hätten ihre Prüfung bestanden. Das klinge erst mal nicht so positiv, aber damit trete schon eines der vielen, oft miteinander zusammenhängenden Probleme zu Tage: Die Lehrer hätten so oft gestreikt, dass in dem ohnehin schon kurzen Schuljahr – in Burkina Faso gibt es nur ein Jahr Oberstufe – mindestens zwei Monate Unterricht ausgefallen seien.

Dold legte dann transparent dar, wofür die Schule in den vergangenen Jahren Geld ausgegeben hat und fasste zusammen: "Man kann sagen, dass wir das ganze Geld, das wir in den ersten Jahren angespart haben, ab 2014 für den Bau der Klassenzimmer ausgegeben haben." Seitdem hielten sich die Einnahmen und Ausgaben etwa die Waage.

Bei einem Ausblick erklärte Dold, der Verein habe beschlossen, die weiterführende Schule in Baldi unterstützen und noch zwei bis drei Klassenzimmer bauen zu wollen. Auch mehrere Anträge zur Förderung, unter anderem bei Bosch, hätten sie eingereicht.

Zahl der Angriffe und Überfälle nimmt zu

Bei allen Erläuterungen zur Vereinsarbeit wollte Dold aber auch einen Einblick in die Gesamtsituation in Burkina Faso geben. Wie sie berichtete, seien die Verhältnisse in den Nachbarländern Mali und Niger sehr instabil. "Burkina war bisher der sichere, solide Anker, aber das ist jetzt langsam am Kippen", so Dold. Die Sicherheitssituation sei degradierend. Konkret bedeute das, dass es zunehmend Angriffe auf Polizeistationen, Autodiebstähle und Überfälle gebe. Die innere Stabilität des Landes nehme ab. Der Grund dafür seien vor allem leere Staatskassen, was zu Streiks der Staatsbeamten führt. 80 Prozent der Bevölkerung in Burkina Faso leben von der Landwirtschaft und leiden unter den Folgen des Klimawandels.

Eines der Hauptprobleme ist aber die Ernährungssituation und die Lebensmittelhygiene. Es gibt zu wenig Essen und die Bevölkerung ist meistens zu arm, um sich vielfältig und gesund zu ernähren. Die Folge: Viele Kinder sind mangelernährt, was sich auf ihre geistige und körperliche Entwicklung auswirkt.

Anschließend beantwortete Dold Fragen der Zuhörer, zu denen unter anderem die nach den Berufsaussichten mit einem Abitur in Burkina Faso gehörte. "Der Trend ist, dass alle Staatsangestellte werden wollen", so Dold. "Den das hat Vorteile. Ein sicherer Job, eine Rente und man kommt recht schnell an Geld." Diese Fokussierung hätte negative Auswirkungen auf die freie Wirtschaft und das Handwerk. Vor allem in diesem Bereich gebe es kaum ausgebildete Fachkräfte.

Natürlich gebe es auch Positives zu berichten, sagte sie abschließend: So habe in den vergangenen Jahren die Kindersterblichkeit abgenommen, es gebe weniger Fälle von Polygamie und die meisten Menschen würden zugunsten von Bildung für alle Kinder weniger Nachwuchs bekommen.

Nach dem Vortrag konnten die Zuhörer Schmuck kaufen und spenden. 450 Euro kamen so zusammen.

Von 1987 bis 2014 war Blaise Compaoré Präsident des Landes. Er regierte es seit einem Putsch semiautoritär regierte und schuf stabile Verhältnisse zugunsten ausländischer Investitionen. Nachdem Compaoré die Verfassung zugunsten einer fünften Amtszeit ändern wollte, kam es zum Umsturz. Bei den Wahlen im November 2015 errang der Oppositionspolitiker und ehemalige Ministerpräsident Roch Marc Kaboré 53,49 Prozent der Stimmen.

Ihre Redaktion vor Ort Hausach

Charlotte Reinhard

Fax: 07832 9752-15

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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