Die 66 gespendeten Matratzen sind längst in Container verräumt. Fürs Foto hatten Hn8-Geschäftsführer Frank Mildner (links) und Fördervereinsvorsitzender Jürgen Hug aber noch eine in petto, die sie präsentieren konnten. Foto: Kleinberger

Haslacher Unternehmen unterstützt Klinik in Kayanza / Versorgung von mehr als 500 000 Menschen

Ungewöhnliche Spendenaktion in Haslach: Das Unternehmen Schwarzwald Hn8 Schlafsysteme hat 66 Matratzen an ein Krankenhaus in Burundi gespendet. Die Initiative geht von Jürgen Hug aus, Vorsitzender des Fördervereins Ortenau-Burundi.

Haslach/Kayanza. Wie Hug, Hn8-Geschäftsführer Frank Mildner und Cäcilia Müller, Leiterin des Vertriebsinnendiensts bei der Firma, informierten, sind insgesamt 66 Matratzen gespendet worden. Diese gehen an das Krankenhaus in Kayanza, das laut Hug in einem ländlichen Bereich des zentralafrikanischen Staats mehr als 500 000 Menschen versorgt. "Das Krankenhaus ist kürzlich auf 160 Betten erweitert worden. Wir haben allein 2500 Geburten jährlich in Kayanza", erklärte der promovierte Mediziner.

Insgesamt drei Container sind vom Förderverein in den vergangenen Tagen voll beladen wurden. Neben den Matratzen tritt noch eine ganze Reihe anderer medizinischer Gerätschaften die lange Reise an. Am kommenden Dienstag, 18. Juli, werden die Container in Hamburg verschifft. Auf der "Elly Maersk" dauert die Reise dann voraussichtlich bis 22. August, wenn das Schiff in Daressalam (Tansania) anlegen soll. "Von dort werden die Container noch einmal 1500 Kilometer über Land transportiert", informierte Hug.

Den Förderverein Ortenau-Burundi gibt es seit 2013 (siehe Infokasten). Treibende Kraft dahinter ist Hug, der bereits mehrfach nach Kayanza gereist ist. Er habe den Erstkontakt mit Hn8 hergestellt, erinnerte sich Mildner. "Und ich freue mich, dass wir das Projekt jetzt abschließen können. Zum ersten Mal habe ich im vergangenen Herbst von Ihnen gehört. Der Hartnäckigkeit von Frau Müller ist zu verdanken, dass die Kooperation schlussendlich zustande kam." Denn sie hatte das Schreiben von Hug auf den Tisch bekommen. In diesem hatte er das Unternehmen um eine Matratzenspende gebeten. Das Ortenau-Klinikum in Offenburg hatte 66 Betten an die Klinik gespendet, aber eben keine Matratzen. "Als ich die Zusage erhalten habe, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Das war fast ein Erdbeben", sagte Hug am Freitag dankbar. Betten werden in dem Krankenhaus dringend benötigt: "Teilweise liegen Kinder zu zweit oder sogar zu dritt in einem Bett."

Die medizinische Versorgung zu gewährleisten, hat in Hugs Augen auch eine politische Dimension. "Wenn die Menschen in ihrem Heimatland gut versorgt sein, dann bleiben sie auch dort", stellte er klar. Gute Versorgung bedeutet für den Förderverein auch eine genaue Bedarfsermittlung. "Alles, was nach Kayanza geht, ist abgesprochen. Wir liefern nicht ins Blaue hinein", sagte der Fördervereinsvorsitzende.

Weitere Informationen: www.foerderverein-ortenau-burundi.de

Im Jahr 1989 ist das damalige Krankenhaus St. Martin in Gengenbach eine Patenschaft mit dem Krankenhaus in Kayanza eingegangen. 2013 wurde sie in den Förderverein Ortenau-Burundi überführt. Gleich zu Beginn der Patenschaft wurde das Krankenhaus saniert. Mithilfe zahlreicher Geld- und Zuschussgeber hat das Krankenhaus inzwischen seine Bettenkapazität auf etwa 160 verdoppelt.

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