Die erste Welle hat der Lahrer Surfpark genommen. In den – hier ausdrücklich nur sprichwörtlich – trockenen Tüchern ist aber freilich noch gar nichts.
Trotz grundsätzlicher Zustimmung zeigen sich die Stadträte durchaus bissig-kritisch. Sie dürften nicht die einzigen bleiben.
Ja, die Chance für Lahr, sie ist groß – da war sich der Technische Ausschuss diese Woche einig: Von einem „Leuchtturm“ mit „riesigem Potenzial“ war bei der ersten öffentlichen Befassung mit dem Vorhaben „Surfield“ die Rede. Dass Entwickler Mario Gerlach seit Jahren für sein Herzensprojekt trommelt und sich dafür ausgerechnet Lahr ausgeguckt hat, macht ihn in den Augen der Stadträte „vertrauenserweckend“, gar „sympathisch“.
Ihm blind hinterherlaufen wird die Kommunalpolitik indes nicht. Tenor: Was versprochen ist, muss am Ende auch umgesetzt werden. Und ob „Surfield“ zum Erfolg wird? Wer weiß das schon! Ein Rückbau müsse für alle Fälle vertraglich abgesichert werden.
Doch jetzt wird erst mal ein Standort gesucht. Spätestens in diesem Stadium – das zeigt sich an anderen Surfpark-Destinationen in Deutschland – treten Umweltschützer auf den Plan, die sich bekanntlich ungern von Hochglanz-Präsentationen blenden lassen. Wasser- und Energieverbrauch, Verkehr und Emissionen, Tiere und Pflanzen – die Liste der Punkte, die zu hinterfragen sind und alle für sich Potenzial zum K. o.-Kriterium haben, ist lang.
Und dann – klar – kommen noch potenzielle Anwohner. Gerade hat die Planung von vier Mehrfamilienhäusern zur Gründung einer Bürgerinitiative geführt. Was für eine Welle mag dann die Aussicht auf eine riesige Freizeiteinrichtung in der Nachbarschaft auslösen?
Es wäre schön, die Lahrer nähmen sich (in diesem Fall) den Gemeinderat zum Vorbild, und begegneten dem Surfpark mit einer ähnlich wohltuenden Mischung aus Offenheit und Realitätssinn.