Eine Betrügerin fragte die Lahrer Seniorin am Telefon nach Geld. Doch diese war vorbereitet. Foto: Hildenbrand/dpa

Eine Lahrerin ging nicht auf die Geldforderung eines Online-Betrügers ein und rief die Polizei. Unserer Redaktion schilderte sie den Fall.

Beim Umgang mit dem Internet ist Vorsicht geboten, denn Unwissenheit wird gerne von Betrügern ausgenutzt. Jetzt war eine betagte Lahrerin von mehr als 90 Jahren von einem Betrugsversuch im Netz betroffen. Was genau passiert ist, schildert sie unserer Redaktion bei einem Anruf. Sie möchte nämlich davon erzählen, damit niemand sonst auf die Masche hereinfällt.

 

Weshalb sie sich an den Computer gesetzt habe, wisse sie nicht mehr genau, aber etwas Außergewöhnliches habe sie an dem Tag dort nicht gemacht. Nach kurzer Zeit erscheint auf ihrem Bildschirm eine Mitteilung: Der Computer sei von einem Virus befallen, sie solle die angezeigte Nummer anrufen, um weitere Informationen zu erhalten.

Die Aufregung ist groß, einen blockierten Computer kann sie wirklich nicht gebrauchen. Also greift sie zum Telefon und meldet sich unter der auf dem Bildschirm angegebenen Nummer. „Sie müssen bei Media Markt ein Programm für mindestens 200 Euro kaufen, sonst arbeitet ihr Computer nicht mehr,“ erklärt ihr die Frau am Telefon.

Polizei eingeschaltet

Doch durch das Leben sei sie misstrauisch geworden, sagt die Lahrerin. Statt der Forderung Folge zu leisten, ruft sie bei der Polizei an. Die steht ihr auch direkt beratend zur Seite: Sie solle das teure Programm nicht kaufen, die Masche, um damit einen angeblich gesperrten Computer zu reparieren, sei bekannt. Man müsse im Programm Namen und Kontaktdaten angeben – dann könnten Betrüger in den eigenen Computer eindringen. Die Lösung sei nicht das teure Programm, sondern die Hilfe eines Computerexperten, so die Auskunft der Polizei.

„Wenn nichts mehr geht, dann erschrickt man halt,“ so die ältere Dame im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie könne sehr gut nachvollziehen, dass viele Menschen auf solch eine Masche hereinfallen. Das Geld und den Ärger könne man sich jedoch sparen.

Letztlich ist sie ohne einen Schaden davongekommen. Die Aufregung hat mittlerweile nachgelassen, der Computer funktioniert wieder. Sie hat einen Experten kommen lassen, um sich das Gerät anzuschauen. Die Mitteilung sei jetzt verschwunden und ihre Passwörter sind sicherheitshalber alle aktualisiert. „Die Leute müssen hellhörig und aufmerksam sein. Mit etwas Misstrauen kommen solche Betrüger nicht zum Zuge,“ rät sie.