Die Fußgängerbrücke beim Orschweierer Bahnhof ist so stark beschädigt, dass sie kostenaufwendig saniert werden muss. Obwohl die Bahn plant, sie beim Rheintalbahnausbau 2041 ohnehin abzureißen.
Bei der Prüfung der Bahnbrücken durch das Büro Hampf Consult hatte keine der drei Fußgängerbrücken Mahlbergs im Dezember 2022 Bestnoten erhalten. Das liegt daran, dass diese mit den Neubau der Rheintalbahn abgerissen werden sollen. Somit will die Stadt möglichst wenig Geld in diese hineinstecken.
Während die Feldstraßen- und die Schmiedewegbrücke mit den Noten 2,9 und 2,8 gerade noch als ausreichend durchgewunken wurden, war das bei dem Fußgängerüberweg am Orschweier Bahnhof mit der Note 3,4 nicht mehr der Fall. Ab 3,0 gilt die Standsicherheit eines Bauwerks als beeinträchtigt.
Bereits am Tag nach der Gemeinderatssitzung im Dezember wurde die Brücke für 2200 Euro zusätzlich gesichert. Dabei wurde die östliche Koppelfuge provisorisch instand gesetzt, um die Tragfähigkeit der Brücke zu gewährleisten. Das Büro Hampf Consult wurde zudem für 9200 Euro beauftragt, Planungsarbeiten für eine langjährige Sicherung der Fußgängerbrücke am Bahnhof zu erstellen.
Knapp 700.000 Euro sind im Haushaltsplan für 2023 eingestellt
Das Büro macht nun deutlich, dass die Sicherungsmaßnahme vom Dezember bei Weitem nicht ausreichen wird – und die Stadt um eine Sanierung der Fußgängerbrücke am Bahnhof wohl nicht herumkommen wird. 664 000 Euro Finanzmittel sind dafür im Haushaltplan 2023 bereit gestellt. Damit wäre eine Gesamtinstandsetzung der Brücke möglich. Allerdings sind noch nicht die Kosten enthalten, die gegebenenfalls die Bahn der Stadt in Rechnung stellen wird. Ebenfalls noch nicht darin enthalten ist die vorherige Instandsetzung des aktuellen Schadens an der Brücke, dessen Ursache noch nicht geklärt ist. Für diesen rechnet das Büro zusätzlich mit Kosten zwischen 5000 und 100 000 Euro. Würde die Stadt die Sanierung der Brücke noch aufschieben, würden weitere 19 000 Euro für die weitere Teilinstandsetzung der provisorisch reparierten Koppelfuge anfallen. Denn das aktuelle Provisorium hält voraussichtlich nur bis April 2023.
Auch die beiden anderen Brücken müssen eventuell saniert werden
Langfristig muss der Gemeinderat Mahlberg aber auch entscheiden, wie es mit der Feldstraßen- und der Schmiedewegbrücke weitergehen sollen. Denn, ob sie bis zu ihrem geplanten Abriss durchhalten, ist fraglich.
Ein wichtiges Kriterium für die Instandsetzung aller drei Mahlberger Fußgängerbrücken über die Bahn ist die Frage, wann sie abgerissen werden: „Wenn die drei Bahnbrücken sicher und verbindlich in zehn Jahren durch die DB abgerissen werden, kann die Stadt ,auf Verschleiß’ fahren und die Maßnahmen auf Notinstandsetzungen reduzieren“, schreibt der beratende Ingenieur Klemens Hampf vom Büro Hampf Consult der Stadt Mahlberg. Nach 8 bis 15 Jahren dürften die Schäden dann allerdings so massiv sein, dass die Brücken abgerissen werden müssten, schätzt Hampf Consult.
Die Bahn plant aktuell die Brücke zwischen den Jahren 2036 und 2041 zu entfernen. „Ob dieser Zeitplan allerdings so kommt, ist absolut offen“, heißt es in der Sitzungsvorlage des Gemeinderats.
Somit hält es Hampf aus fachlicher Sicht für dringend geboten, „jetzt festzulegen, wie mit den einzelnen Szenarien umgegangen werden soll, um langfristig die wirtschaftlichste Lösung zu finden“. Wie diese aussehen wird, soll der Gemeinderat Mahlberg am Montag, 27. Januar, ab 19.30 Uhr im Sitzungssaal des historischen Rathauses entscheiden.
Bahnverkehr gefährdet
Sicher ist: Die Stadt Mahlberg kann die Sanierungsbedürftigkeit aller drei Brücken nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn: „Ab dem Zeitpunkt, ab dem der Überbau nicht mehr ausreichend tragsicher ist, sind dauerhafte Sperrungen oben auf der Brücke und gegebenenfalls der kompletten Rheintalbahn (wegen Gefährdung des Bahnverkehrs) erforderlich“, heißt es etwa im Gutachten zur Schmiedewegbrücke.