Kaum gehen die Ferien zu Ende, heißt es für die Akteure der Hornberger Freilichtbühne wieder, sich auf neue Charaktere und Geschichten vorzubereiten. Auf dem Spielplan stehen Robin Hood Junior, das Hornberger Schießen und die Feuerzangenbowle.
Wenn Regisseur Marvin Polomski vom neuen Familienstück erzählt, lässt sich der große Spaß schon fast erahnen. In diesem Jahr wird Robin Hood Junior in der Fassung von Jan Radermacher und Timo Riegelberger ab Mitte Juni zu sehen sein. „Aber die Geschichte wird anders erzählt, als man sie klassischerweise kennt“, macht Polomski neugierig.
Bekannte Geschichte wird neu erzählt
Es werde zwar der Kern mit dem bestehlen der Reichen und dem Beschenken der Bedürftigen erzählt, aber in kindgerechter Form ganz auf das Abenteuer ausgelegt. Verpackt in einem ansprechenden Musical für die Familie, sollen alle Altersstufen auf ihre Kosten kommen.
Als musikalischer Leiter wurde erneut Maik Schwendemann gewonnen, der sein Können schon mehrfach bewiesen hat. Gleich nach den Weihnachtsferien wird das Team um Polomski und Schwendemann mit den Leseproben, der Rollenverteilung und den erstem Proben der Lieder beginnen. Und wenn das Wetter im Frühjahr einigermaßen mitspielt, könnten dann ab Ende März die ersten Szenen-Proben auf der Freilichtbühne stattfinden.
Mit etwa 35 bis 40 Proben-Tagen, dem auswendig lernen und einstudieren zuhause sowie den Aufführungen wird am Ende jeder der Mitspielenden etwa 400 Stunden ehrenamtlich in das Familienstück investiert haben. Ein Zeitaufwand, den man beim Besuch der Familienstücke nicht sieht, sich aber gut vorstellen kann. Denn wenn die Kinder und Jugendlichen zusammen mit den Erwachsenen auf der Bühne stehen, sieht alles leicht und unbeschwert aus. Die Dialoge und Pointen sitzen, die Lieder werden überzeugend gesungen und die Besucherzahlen mit meist ausverkauften Vorstellungen sprechen für sich.
Ihren Teil zum Gelingen der Aufführungen tragen die vielen Kostüme bei, für deren Gestaltung und Anfertigung mittlerweile eine kreative Gruppe gebildet wurde. Im Gespräch mit unserer Redaktion zog Polomski gerade vor den Kindern und Jugendlichen symbolisch den Hut: „Sie bringen sich engagiert und hoch motiviert in das Stück ein, obwohl viele von ihnen auch Verpflichtungen in anderen Vereinen haben.“ Für die Sänger wird es im Frühjahr wieder ein Werkstatt-Wochenende mit Lars Linhoff geben, in dessen Rahmen Tipps und Tricks für die Darstellung gegeben werden.
Echter Klassiker als Abendstück
Für das diesjährige Abendstück, das mit der Feuerzangenbowle einen echten Klassiker bieten wird, beginnen die Proben erst ab April. Unter der Regie von Jonathan Krien wird ab August die altbekannte Geschichte um den jungen Schriftsteller Dr. Pfeiffer und der nachgeholten Zeit auf dem Gymnasium erzählt, die für die Schauspieler textlich ins Heute transportiert wurde.
Für die Schauspieler stehen zwischen 20 und 30 Probetage im Plan, der zeitliche Umfang für das Lernen des Textes zuhause lässt sich schwer beziffern. Aber eines ist gewiss: über männliche Mitspieler über 18 Jahren freut sich das Team des Abendstücks auf jeden Fall. „Wir haben in den Teams der verschiedenen Stücke und auch in der Regie auf eine gewisse Konstante hingearbeitet“, erklärt Marvin Polomski, der selbst seit 2010 im Team der Schauspieler dabei ist und seit 2017 Regie führt.
Wer sich für das Mitspielen in einem der drei Stücke interessiert, sollte sich über den zeitlichen Aufwand im Vorfeld klar sein: „Es ist ein Hobby, wie in vielen anderen Vereinen auch. Zwei Mal wöchentlich Training und am Wochenende ein Spiel“, umreißt Polomski den persönlichen Einsatz.
Ein Herbst-Stück in der Hornberger Stadthalle werde es auf jeden Fall auch wieder geben, allerdings stehe weder das Genre noch das Stück so früh im neuen Jahr fest. Man wolle sich einen gewissen Freiraum erhalten, um bei der Auswahl in alle Richtungen variabel zu sein, so der Regisseur.
Das „Hornberger Schießen“
Gerade die Mischung aus Familienstück, Abendstück und traditionellem Stück macht die Freilichtbühne am Storenwald aus. Das „Hornberger Schießen“ wird seit mehr als 60 Jahren in der ursprünglichen Fassung von Erwin Leisinger aufgeführt und feierte im vergangenen Jahr die 400. Aufführung. Für Regisseur Alexander Gotthans wird ab Mitte Juli die Herausforderung wieder in der Besetzung der bekannten Rollen liegen. Denn aufgrund der Spielzeit in den Sommerferien gilt es die Urlaube der Schauspielenden zu berücksichtigen, weshalb einzelne Rollen bis zu drei Mal besetzt sind.