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Fischerbach Mit Holz gegen den Klimawandel

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Der erste Landesbeamte Nikolaus Stoermer (von links), Landwirtschaftminsiter Peter Hauk, der Vorsitzende der Teilnehmergesellschaft Ulrich Müller und Fischerbachs Bürgermeister Thomas Schneider sowie einige Mitglieder seines Gemeinderats bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids über rund 500 000 Euro. Foto: Reinhard Foto: Schwarzwälder Bote

Rund 497 000 Euro hat Landwirtschaftsminister Peter Hauk im Gepäck gehabt, als er am gestrigen Mittwoch Fischerbach besuchte. Das Geld ist die vorletzte Tranche des BZ-Verfahrens, mit dem Waldwege gebaut werden sollen.

Fischerbach. Im Rahmen des Flurneuordnungsverfahren laufen derzeit im Landratsamt Ortenaukreis 25 Verfahren. Davon sind 17 sogenannte Schwarzwaldverfahren, die dazu dienen, Zufahrten zu Einzelhöfen sowie Wald- und Wiesenwege zu bauen und zu modernisieren. Diese sollen in erster Linie dazu dienen, die Bewirtschaftung des Walds zu erleichtern.

Die Bedeutung der Waldwirtschaft und des Baurohstoffs Holz, gerade in Zeiten des Klimawandels, hob Fischerbachs Bürgermeister Thomas Schneider beim Besuch des Landwirtschaftsministers Peter Hauk hervor hervor. Auf dem Panoramaweg in Fischerbach, der zu einem der Wege gehört, die im BZ-Verfahren bearbeitet wurden, sagte er: "Ich kann es nicht oft genug sagen, dass Holz einen Beitrag gegen das aktuelle Problem leisten kann." Mit dem "Problem" meinte Schneider den Klimawandel. Im Vergleich zu Holz verbrauche die Herstellung von Beton als Baumaterial nämlich deutlich mehr Energie. "Deswegen verstehe ich auch nicht, warum immer mehr versucht wird, den Wald still zu legen", so Schneider. "Wenn wir es schaffen, den Rohstoff Holz dauerhaft zu konkurrenzfähigen Preisen zu vermarkten, erhalten wir Arbeitsplätze." Mit dem BZ-Verfahren sei man auf dem richtigen Weg, "aber es könnte meinetwegen gerne noch weiterlaufen", meinte Schneider.

Nikolas Stoermer, der Erste Landesbeamte und kommissarische Dezernent für den Ländlichen Raum im Ortenaukreis, erklärte, das Schwarzwaldverfahren habe nicht nur einen, sondern mehrere Nutznießer. Es ginge auch darum, der kommenden Generation Anreize zu schaffen, die Höfe und Wälder zukunftsfähig zu bewirtschaften. Damit bliebe die Wertschöpfung in der Region.

Vier Millionen Euro für 1700 Hektar

Landwirtschaftsminister Peter Hauk Rund erlärte, rund vier Millionen Euro seien für 1700 Hektar mit insgesamt 420 Flurstücken seit 1999 im Rahmen des Verfahrens geflossen. "Es dient hauptsächlich der Bewirtschaftung in den Privatwäldern und um die Holzmobilisierung in Zeiten des Klimawandels zu sichern. Wir wollen Holz möglichst langlebig erhalten. Und dafür sind die aus Holz gebauten Schwarzwaldhöfe das beste Beispiel. In ihnen ist CO2 lange gespeichert", sagte er. Auch er sprach sich dafür aus, Beton als Baumaterial zu vermeiden und stattdessen auf Holz zu setzen. Bei Einfamilienhäusern positioniere sich Baden-Württemberg bei der Verwendung von Holz mittlerweile weit vorne. "Bei Industriebauten besteht allerdings Nachholbedarf", so Hauk.

Gerade in steileren Lagen sei die Bewirtschaftung "ein Knochenjob, bei der die ersten Jahre nicht viel abfalle. "Das funktioniert dann nur im Generationenverbund." Für die Hofzufahrten werde noch nach einer Lösung gesucht, um auch diese herzurichten; "in der Summe ist alles darauf ausgerichtet, die landwirtschaftliche und Waldwertschöpfung durch eine aktuelle Bewirtschaftung zu erhalten", fasste Hauk zusammen.

50 Kilometer Waldwege seien seit Beginn des Verfahrens vor 20 Jahren gebaut worden, erinnerte Ulrich Müller als Vorsitzender der Teilnehmergesellschaft. Er bedankte sich für die Unterstützung seitens des Landratsamts.

Er freute sich, dass beim Verfahren so günstig gearbeitet wurde, dass noch 400 000 Euro "in der Tasche liegen würden", wie Müller sagte. Da einige andere Wege bei den Arbeiten in Mitleidenschaft gezogen wurden, sollte das Geld seiner Meinung nach dafür zur Verfügung gestellt werden, diese wieder herzurichten. Die betraf vor allem einen Weg im Bereich Rechgrabenhof. Hauk stimmte dem zu. In Bezug auf die Hofeinfahrten bat er um ein entsprechendes Portfolio vom Landratsamt.

Flurbereinigung nennt man das Bodenordnungsverfahren, das die Neuordnung des land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitzes zum Ziel hat. Während der Umstrukturierung werden meist kleinere verstreute Flächen zu größeren und damit effektiver nutzbaren Flächen zusammengefasst. Beschleunigte Zusammenlegungs-Verfahren (BZ-Verfahren) dienen laut dem Landesverband der gemeinnützigen Landgesellschaften (BLG) unter Mitwirkung der Eigentümer der Anpassung der Flurverhältnisse an die heutigen Erfordernisse einer zweckmäßigen Landbewirtschaftung und der Beseitigung von Nutzungskonflikten, heißt. Das BZ kann somit zur Sicherung und Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe beitragen.

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