Die Klepperlemeisterin ermutigte die schüchternen Teilnehmer des Wettbewerbs. Foto: Reinhard

Nach vielen Jahren setzte sich beim traditionellen Klepperlewettbewerb im Zunfthaus zum ersten Mal wieder ein Junge durch: Ben Allgeier überzeugte die Jury mit seinem Können. Er musste sich gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen.

Vor 32 Jahren wurde die Tradition des Klepperns in Haslach wieder zum Leben erweckt und ist seitdem fester Bestandteil der Haslacher Fasent. Die Buchenhölzer gekonnt und im Takt zu schwingen, ist keine einfache Kunst und wird in den Klepperlekursen gelehrt. An vier Wochenenden vor der Fastnacht finden diese statt, berichtet Katja Zagermann von der Jury – auch für Erwachsene besteht die Möglichkeit, dort das Kleppern zu erlernen. Oft seien dies die Eltern der teilnehmenden Kinder, denn: Statt rumzusitzen und zu warten, dass das Kind fertig ist, kann man es ja gleich selbst lernen. „Dieses Jahr waren insgesamt 88 Teilnehmer dabei“, berichtet die Jurorin.

 

Freilich nicht alle davon melden sich für den Klepperlewettbewerb an, aber 25 Kinder wagten sich am Donnerstag dann doch auf die Bühne im Zunfthaus, um dort vor Publikum und der Jury ihr Können zu zeigen. Die Aufregung war dem einen oder anderen zwar anzumerken, aber ein echter Klepperle kennt keine Furcht und so trauten sich alle tapfer nach vorne – wenn es auch manchmal aufmunternde Worte und Zurufe benötigte. Vor allem die Kleineren brauchten aber oft die Unterstützung von Jury-Mitgliedern oder Klepperlemeisterin Ute Reininger. Manchmal sorgte auch die größere Schwester für moralische Klepperle-Unterstützung. Belohnt wurden sie alle mit einem speziellen, süßen Weckle. Gespannt verfolgten auch die restlichen Familienangehörigen den Vortrag von Sohn oder Tochter, Enkel, Schwester oder Bruder. Nicht wenige waren Jahre zuvor an der gleichen Stelle gestanden.

Jedes Kind durfte sich aussuchen, zu welchem Lied es kleppern wollte. Genau so beliebt wie „Hoorig, hoorig isch die Katz“, waren „De Frösch“ oder „Hons im Schnokeloch“. Die Jury bewertete in einen Punktesystem von null bis zehn unter anderem, ob die Kinder die Grundschläge beherrschten, die Melodie richtig wiedergaben, und ob sie beidhändig kleppern können.

Die Punkte, die jeder Juror an das jeweilige Kind vergeben hatte, wurden am Ende addiert. Die Auswertung erfolgte dann während des Klepperleumzugs durchs Städtle unter Begleitung der Narrenmusik „Gassenfezzer“.

Da diese aber auf sich warten ließen, durften auch die anwesenden Erwachsenen, die den Klepperlekurs besucht hatten, einmal vorne das Erlernte zeigen. 20 Minuten hatte die Jury hinterher Zeit, um die Punkte zusammenzuzählen. „Dieses Jahr haben wir seit Langem mal wieder die Chance auf einen Klepperlekönig“, meinte Zagermann, bevor sie und ihre Kollegen sich ans Rechnen machten. Die Zahl der teilnehmenden Jungen sei in der Klepperlekursen meist überschaubar und in den Vorjahren hatten Mädchen das Gewinnerfeld dominiert.

Bisher dominierten Mädchen das Gewinnerfeld

Nachdem sich das Zunfthaus wieder gefüllt hatte, war der große Moment gekommen. „Ich bin froh, dass ich nicht in der Jury sitze, es waren heute wirklich viele gute Klepperle dabei“, schickte Reininger voraus. Klepperle-Prinzessinnen wurden Vivienne Moser, Lily-Marlene Baur, Nova Hug, Annika Neumaier und Amelie Rapp. Den Prinzen-Titel bekam Leo Moser. Zur Königin wurde Jule Maack gekrönt. Zagermann behielt mit ihrer Vermutung Recht: Ben Allgeier hatte die Jury so überzeugt, dass er zum König ernannt wurde.

Neben Ehre und Ruhm bekamen die Gewinner eine Süßigkeitentasche. Beim närrischen Wochenmarkt am heutigen Samstag wird Haslachs Bürgermeister Philipp Saar die Prinzen, Prinzessinnen sowie den König und die Königin ihre Kronen überreichen.

Die Tradition

Urkundlich belegt ist der Brauch des Klepperns in Haslach sogar seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Für die Jahre 1926, 1959 und 1982 sind Berichte über Klepperlegarden belegt.