Das „Universal D.O.G.“ verabschiedete sich im Januar 2018 mit einer großen Party. Im März wird es wieder eröffnet. Foto: Baublies/Archivbild

Sechs Jahre nach der Schließung feiert der weit über die Region hinaus bekannte Club am 22. März überraschend Wiedereröffnung. Weichen muss dafür das „Fröhlich“.

Tausende junge Menschen tanzen, flirten und feiern. Die Musik kommt nicht nur aus der Box, teilweise stehen auch Größen wie Rihanna, Alannah Myles und Ice-Cube auf der Bühne: Die Abende im „Universal D.O.G.“ werden vielen Lahrern noch gut in Erinnerung sein. So manches Paar lernte sich einst im Club kennen. Diese Atmosphäre soll nun zurückkehren.

 

„Wir machen das ,D.O.G.’ wieder auf“, kündigt Sebastian Class, Geschäftsführer der Badischen Entertainment GmbH, im Gespräch mit unserer Redaktion an. Bereits am 22. März sollen die Beats wieder aus den Lautsprechern schallen. Dafür stehen am Lahrer Flugplatz großflächige Veränderungen an.

Das „Universal D.O.G.“ schloss im Jahr 2018 nach 19 Jahren im Betrieb. In den letzten Jahren war die Kundschaft immer mehr ausgeblieben, der Aufwand lohnte sich nicht mehr für die Betreiber. Seitdem hat Class, der mit seiner Firma 2020 die Gebäude übernahm, eine neue Clublandschaft auf dem Gelände der legendären Diskothek etabliert: An den Wochenenden feiern die Lahrer im „Mensch Meier“, im „Lux“ und im „Fröhlich“.

Das „Fröhlich“ hat sich nicht wie gedacht entwickelt

Auf letztere Diskothek, die vor allem die Über-30-Jährigen anlocken sollte, werden die Lahrer in Zukunft verzichten müssen. „Das ,Fröhlich’ hat nicht ganz den Start genommen, den es gebraucht hätte“, blickt Class zurück. Das sei vor allem der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Zielgruppe geschuldet.

So habe man sich dazu entschiedet, unter das „Fröhlich“ einen Schlussstrich zu setzen. Derzeit sei der Umbau im Gange. Die Holzausstattung wird entfernt, der „Grundspirit“ des „D.O.G.“ soll zurückkehren. „Rauchig und dirty“, verspricht Class. Dafür soll die alte Musikanlage reaktiviert werden, auch DJs von früher und ehemalige Mitarbeiter stünden in den Startlöchern. Der alte Name, kündigt der Geschäftsführer an, wird übernommen.

Vorfreude überwiegt die Abschiedstrauer

Der Abschied vom „Fröhlich“ trifft das Betreiber-Team natürlich emotional. „Wir haben es jahrelang aufgebaut“, so Class. Es überwiege jedoch die Vorfreude auf die Wiederbelebung. „Wir kommen alle aus Lahr. Das ,Dog’ hat für uns alle eine große Rolle gespielt.“

1998 wurde die Diskothek gegründet. „D.O.G.“ stand dabei für „Drei ohne Geld“, da die drei Gründer über kaum finanzielle Mittel verfügten. Mit „Universal“ wollte man aufzeigen, dass es nicht nur eine Disko ist, sondern es auch Konzerte gibt. Viele regional und überregional bekannte Künstler sind in den 19 Jahren im „D.O.G“ aufgetreten – von Pitbull über Sido bis Kollegah. Entsprechend zog es Menschen aus ganz Süddeutschland nach Lahr.

Neue und alte Gäste sind willkommen

Class erhofft sich, dass das neue „D.O.G.“ – wie das „Fröhlich“ – auch die Ü-30-Generation besuchen wird. Vor allem jene, die die Diskothek noch von früher kennen. „Aber auch neue Gäste sind natürlich willkommen“, sagt er. Dabei relativiert er jedoch die Erwartungen ein wenig: „Es wird nicht das ,D.O.G.’ von früher.“ Das sei bei solchen Neueröffnungen in den seltensten Fällen gegeben. „Die Menschen haben sich verändert, die Musik hat sich verändert“, so Class. Man wolle den Club weiterentwickeln und dabei dort weitermachen, wo vor sechs Jahren Schluss war.

Der Geschäftsführer ist sich sicher, dass die Neueröffnung eine gute Ergänzung für die Lahrer Clubszene ist. „Das ,Mensch Meier’ ist sehr bekannt geworden. Das wollen wir behalten“, sagt er. Jener Club und die Erweiterung „Meier’s Beach“ werde vor allem von den jungeren Clubgästen genutzt. „Das passt mit dem ,D.O.G.’ gut zusammen, meint Class. Ab dem 22. März will das Team dies unter Beweis stellen.

Keine Übernahme des „Wolkenkratzers“

Sebastian Class hat sich mit seiner Firma, der Badischen Entertainment GmbH, auch mit der Übernahme des „Wolkenkratzers“ beschäftigt. Peter Wochnig, der Inhaber der Lahrer Kultkneipe in der Marktstraße, hört bekanntlich Ende April auf. „Wir waren für so etwas grundsätzlich offen“, erklärt Class gegenüber der LZ. Doch am Ende war dem Unternehmer nach seinen Angaben die Pacht zu hoch, vor allem angesichts „rückläufiger Frequenz“ in der Innenstadt. „Unter diesen Umständen ist es für uns nicht lukrativ“, fasst Class zusammen. Dass es im Bistro weitergehen soll, hatten die Eigentümer Anfang des Monats auf LZ-Nachfrage erklärt: Man habe „alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine gute Lösung für den ,Wolkenkratzer’ zu finden“.