Auf diesem Grundstück in der Obertorstraße 17 soll ein Mehrfamilienhaus gebaut werden. Daran gibt es Kritik. Foto: Kron

Ein Investor will auf einem Villengrundstück in der Obertorstraße ein Mehrfamilienhaus errichten. Anwohner äußern in einem Schreiben an die Verwaltung und den Gemeinderat ihre Sorgen.

Erneut gibt es Proteste gegen ein Bauprojekt im Lahrer Norden: Nachdem im März die Bedenken einer Bürgerinitiative dafür gesorgt hatten, dass die Pläne für Mehrfamilienhäuser in der Hochstraße noch einmal überarbeitet werden (wir berichteten), äußern nun Anlieger ihren Unmut über ein Bauvorhaben in der Obertorstraße. Doch Aussichten auf Erfolg sind geringer.

 

Was ist geplant?

Wie bereits berichtet, soll auf dem Grundstück in der Obertorstraße 17, auf dem die Gründerzeitvilla steht, ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen entstehen. Investor ist der Lahrer Rechtsanwalt Ralph Sauer. Alle Wohnungen sollen Sozialwohnungen sein, auch ein Spielplatz ist vorgesehen. Zudem soll die Villa energetisch saniert werden.

Warum gibt es Proteste?

„Dem Ziel der baulichen Nachverdichtung werden derzeit andere Belange und übliche Verfahrenswege geopfert“, kritisieren Anwohner der Obertorstraße, der Paul-Waeldin-Straße und des Weges „Im Hagedorn“. Sie wenden sich in ihrem Schreiben direkt an die Verwaltungsspitze und den Lahrer Gemeinderat. Sie werfen der Stadt vor, einen Bebauungsplan für das Gebiet, für den es bereits 2020 einen Aufstellungsbeschluss gegeben habe, nicht aufgestellt zu haben. Mit diesem hätte man, so die Unterzeichner, eine Baugenehmigung im vereinfachten Verfahren verhindern können.

Dass dies nun doch geschehen ist, sehen die stellvertretenden Unterzeichner Susanne Wischnewski, Karl-Heinz Bähr und Doris Overink deshalb kritisch, es es sich um ein „baulich, ökologisch sowie verkehrstechnisch sensibles Areal“ handle. Die Folge: Es habe keine Naturschutzprüfung gegeben, die den Naturschutz wie den Vogel- und Amphibienbestand oder ein Fledermauspopulation im denkmalgeschützten Eiskeller untersucht. Zudem weisen die Unterzeichner darauf hin, dass das Gebiet in der Nordstadt als Wasserspeicher diene.

Wie ist der aktuelle Stand?

Die Baugenehmigung für das Projekt in der Obertorstraße ist – im Unterschied zu dem in der Hochstraße – bereits erteilt. Den Anwohnern bliebt wohl nur der Rechtsweg offen, wie sie selbst erläutern.

Was fordern also die Unterzeichner?

Die Anlieger hoffen auf „politische Rückendeckung“. Man würde sich freuen, wenn die Fraktionen die Bedenken aufnehmen und in die politische Diskussion miteinbringen. Für das Areal wünschen sie sich zudem, dass ein „sinnvolles Verkehrskonzept“ erstellt wird. Viele Straßen seien schmal, nur einspurig befahrbar. „Wie soll das werden, wenn so viele Wohnung dazu kommen?“, fragen sich die Anwohner. Alle Nachverdichtungen müssten gesamthaft betrachtet werden.