Wasser plätschert von der Allmendquelle im Wald von Schuttertal in den Quellbehälter. Für Frischwasser müssen die Bürger künftig 63 Cent mehr zahlen. Foto: Schubert

Aus 2,25 Euro pro Kubikmeter werden 2,88 Euro: Die Gemeinde hat die Frischwassergebühren um fast 30 Prozent erhöht. Hintergrund sind notwendige Investitionen, damit eine sichere Versorgung gewährleistet ist, sagt Bürgermeister Matthias Litterst.

„Es ist kein Pappenstiel“, war sich Bürgermeister Matthias Litterst bewusst, als er dem Gemeinderat im Bergdorfhaus Schweighausen den Beschlussvorschlag vorstellte. Die neuen Frischwassergebühren von 2,88 Euro pro Kubikmeter, 63 Cent mehr als zuvor, gelten rückwirkend zum Beginn des Jahres und sind bis Ende 2025 angesetzt.

 

Wie sie kalkuliert wurden, stellte Jared von Schmeling von der Gesellschaft für Kommunalberatung „Heyder und Partner“ aus Tübingen vor. „Die kalkulierten Kosten werden durch den Wasserverbrauch geteilt“, so von Schmeling. Für die Jahre 2024 und 2025 stehen insgesamt rund 600 000 Euro im Plan. Diese setzen sich unter anderem aus der Erhaltung der Wasserversorgung, sprich Stromkosten, Personalkosten und mehr, sowie aus Abschreibungen von Gebäuden wie den Hochbehältern zusammen.

Grundlage für die Errechnung der Gebühr ist ein Wasserverbrauch von 203 000 Kubikmetern, was einen Wert von 2,98 Euro pro Kubikmeter ergibt. Etwas günstiger wird das Wasser dadurch, dass die Gemeinde noch Überdeckungen in Höhe von knapp 20 000 Euro aus dem Vorjahr ausgleichen will. So steht am Ende der Betrag von 2,88 Euro netto.

Litterst rechtfertigt Erhöhung

„Unsere Wasserkosten sind mit anderen Gemeinden nicht zu vergleichen“, relativierte Bürgermeister Matthias Litterst den Betrag. Die Seelbacher zahlen beispielsweise 1,65 Euro pro Kubikmeter, die Lahrer 2,44 Euro oder die Ettenheimer 2,30 Euro. „Wir haben eine weitläufige Gemarkung, ein immenses Leitungsnetz und drei Hochbehälter“, begründete Litterst. „Wir sanieren das Netz, haben eine neue Steuerungselektronik in den Hochbehältern und wollen die Kreuzhaldenquelle ans Netz bringen, um die Versorgung zu sichern“, so der Rathauschef weiter. All diese Kosten seien bereits eingerechnet. Die Kreuzhaldenquelle, ergänzte Kämmerin Lisa Kopf, soll im Oktober 2025 in Betrieb gehen.

Es sei eine „sehr spürbare Erhöhung“, so Litterst weiter, aber „die Investitionen rechtfertigen das“. 2,88 Euro seien ein „vertretbarer Betrag für unsere wichtigste Ressource“. Genau zu berechnen, wie sich die Erhöhung im Durchschnitt auf die Schuttertäler auswirkt, sei schwierig. Die Gemeinde habe es dennoch versucht und gehe bei einer vierköpfigen Familie von 100 Euro mehr im Jahr aus.

Keine Änderung hingegen gibt es bei der Abwassergebühr. Diese beträgt weiter exakt drei Euro pro Kubikmeter. Zugute kommt den Schuttertälern auch dabei, wie Jared von Schmeling vorstellte, eine Kostenüberdeckung aus den Jahren 2018 bis 2020. Diese drückt die Gebühr noch einmal um zwei Cent.

Die Gemeinderäte signalisierten schnell Zustimmung für die Worte Littersts. Auch sie fanden es nachvollziehbar und richtig, die Gebühren zu erhöhen und stimmten einstimmig für den Beschlussvorschlag. „Ich möchte mich ausdrücklich bei Ihnen bedanken“, richtete sich der Bürgermeister an das Gremium.

Keine getrennte Trennung

Die Entsorgung von Schmutzwasser und die von Regenwasser werden in Schuttertal auch künftig nicht getrennt behandelt, wie es sonst üblich ist. Das liegt daran, dass die zu deckenden Kosten der Niederschlagswasserentsorgung in Schuttertal nur gering seien – nämlich unter der Schwelle von zwölf Prozent des Anteils an den Kosten der gesamten Entwässerung.