Der Neurieder Nachwuchs eröffnete das Programm mit dem Lied „Alle Kinder haben Träume“. Foto: Goltz

Mehr als 900 Menschen waren am Donnerstagabend der Einladung von Bürgermeister Tobias Uhrich gefolgt und sind zum Neujahrsempfang in die Herbert-Adam-Halle gekommen. Der Neurieder Nachwuchs stand im Mittelpunkt des Abends.

Ein kleines Verkehrschaos vor der Herbert-Adam-Halle ließ am Donnerstagabend bereits vermuten, dass sich im Inneren eine große Anzahl an Gästen befinden muss – und dies bewahrheitete sich: Mehr als 800 Bürger sind zum Neujahrsempfang der Gemeinde Neuried gekommen. Diesen hatte Bürgermeister Tobias Uhrich unter das Motto „Und warum? Voneinander lernen. Zukunft gestalten. Entwicklung leben.“ gestellt.

 

Eine lange „ermüdende“ Rede sollte es an diesem Abend nicht geben, wie Moderator Stefan Mayer versprach. Stattdessen hatte Uhrich seine Ansprachen in drei drei Teile gegliedert: „Neugier“, „Leichtigkeit“ und „Mut“. Dazwischen füllte sich das dreistündige Programm mit Vorstellungen verschiedener Vereine uns Institutionen. So präsentierte sich die Schulband mit verschiedenen Liedern, der Jugendgemeinderat stellte sich in Form eines kleines Schauspiels vor und die Kindergartenkinder wie auch die Jugendgruppen der Kirchengemeinde sangen für ihr großes Publikum. Darüber hinaus führte die Jugendfeuerwehr mit Moderator Mayer ein kurzweiliges Interview, die Senioren wurden in Form eines professionellen Kurzfilms abgebildet und die Turnerinnen des TV Ichenheim zeigten ihr Können auf dem Schwebebalken. Alle Akteure erhielten von den Zuschauern – darunter zahlreiche Vertreter aus der Politik – tosenden Applaus. Im Rahmen des Empfangs ist außerdem Ernst Dörflinger zum Ehrenbürger von Neuried ernannt worden und durfte sich in das Goldene Buch der Gemeinde eintragen.

Die Turnerinnen des TV Ichenheim zeigten ihr Können auf dem zehn Zentimeter schmalen Schwebebalken. Foto: Goltz

Neugier: „Und warum?“ war auf der Einladungskarte zum Empfang als Titel zu finden – „Weil mein erster Wunsch heute an uns alle ist, dass wir wieder neugieriger und mutiger werden. Kinder machen uns das vor“, erklärte Uhrich. Kinder fragten weiter, wenn sie nicht mit der Antwort zufrieden sind – Erwachsene viel zu oft nicht. Neugier lohne sich grundsätzlich. „Sie bietet uns die Möglichkeit, dass wir uns für Neues öffnen. Dass wir bereit sind, Dinge, Situationen und Menschen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.“ Für Kinder sei die Neugier natürlich. Von einem Kind werde man nie den Satz hören: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Übrigens sei das der beste Satz, um neue Ideen zu verhindern, so Uhrich. Es sei höchste Zeit Problemstellungen aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. „Und wir müssen uns öffnen und neugierig sein.“

Leichtigkeit: Als Kind sei es selbstverständlich, noch viel lernen zu wollen – und man sei immer offen dafür gewesen. „Um voneinander zu lernen müssen wir miteinander sprechen und auch zuhören – wirklich zuhören. Und nicht direkt schon eine passende Antwort zurechtlegen, um die Argumente unseres Gegenübers abzuschmettern, was bei Erwachsenen in Diskussionen oft passiert“, so Uhrich. Denn: Offenheit und Interesse seien das größte Geschenk, was dem Gegenüber entgegengebracht werden kann. „Nur so können wir davon profitieren, was uns andere voraushaben.“ Kinder seien unbekümmert und näherten sich spielerisch – mit Leichtigkeit – den Herausforderungen, die ihnen begegnen.

Mut: Neugier und Leichtigkeit brauche Mut. „Wir müssen mutig sein, um die Herausforderungen unserer Zeit in Angriff zu nehmen“, so Uhrich. Das könne man von den Kindern, aber auch von anderen mutigen Menschen lernen, „zum Beispiel von Menschen, die sich in der Kommunalpolitik engagieren“. Bürgermeister Uhrich warb darum, sich in der Kommunalpolitik einzubringen – und appellierte an seine Bürger, am 9. Juni wählen zu gehen.

Nach gut drei Stunden endete das offizielle Programm mit Dankesworten Uhrichs an alle, die für das Gelingen des Abends beigetragen hatten. Anschließend waren alle Gäste zu einem Umtrunk und Austausch eingeladen.

Partnerschaft

Das Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Neuried und Plobsheim wird unter anderem in Form des Theaterstücks „Marlene Piaf“ im Europäischen Forum am Rhein bei Altenheim gefeiert. Gezeigt wird der dramatischer Liederabend am Freitag, 26. Januar, ab 19.30 Uhr. Bürgermeister Uhrich hatte dazu bereits am Donnerstagabend alle Bürger eingeladen. In einem szenischen Bilderbogen werde vom Aufstieg der zwei schillernden Showgrößen erzählt. Neurieder wie Plobsheimer können über die jeweiligen Gemeindeverwaltungen kostenlos Karten reservieren.