Der erste Berufsinfoabend, den die Gemeinde Neuried am Donnerstag in der Ichenheimer Langenrothalle veranstaltete, war ein voller Erfolg. Zahlreiche Besucher informierten sich über das Ausbildungsangebot von insgesamt 19 Neurieder Betrieben.
Die Aussteller äußerten sich nach Angaben der Gemeinde allesamt positiv und freuen sich auf eine Neuauflage. Sie lobten die hervorragende Kooperation mit der Schulleitung und den Lehrkräften.
Der Jugendgemeinderat war bereits im Foyer der Halle mit einem Stand vertreten. „Wir sind bei solchen Aktionen selbstverständlich mit dabei und suchen auch das Gespräch mit den Jugendlichen“, erläuterte Jugendgemeinderätin Letizia Bortoli, die auch die Formulare für das Gewinnspiel mit 16 Fragen zu den Neurieder Betrieben ausgab und einsammelte.
Eher im Hintergrund hielt sich an diesem Abend Bürgermeister Tobias Uhrich, der auf eine offizielle Ansprache verzichtete, aber viele Gespräche mit den Firmen und den Jugendlichen führte. Der Fachkräftemangel in den Betrieben sei groß, erläuterte er den Anlass für diesen Infoabend und freute sich, dass ein Team der Gemeinde die Idee dazu so gut umgesetzt habe. Für eine Fortsetzung im jährlichen oder zweijährigen Rhythmus sei die Tür offen, das komme auf das Ergebnis der Evaluation der teilnehmenden Betriebe an.
Die Veranstaltung sei auch für berufsinteressierte Erwachsene gedacht, erläuterte die Hauptamtsleiterin Simone Labiche. So seien auch ukrainische Flüchtlinge von der Integrationsbeauftragten Oksana Pflug eingeladen worden. Karin Geiser vom Netzwerk Gastfreundschaft hatte auch die Flüchtlinge aus anderen Ländern, die in Neuried leben, auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht. Die Aussteller fänden es toll, dass diese Messe in einem so kleinen Rahmen und dazu auch noch kostenlos für die Betriebe sei, berichtete die Hauptamtsleiterin. Bereits vor Jahren sei für eine Teilnahme mit einem drei Quadratmeter großen Stand bei der Messe Offenburg eine Gebühr von 1500 Euro fällig gewesen. Gerade kleinere Betriebe könnten sich das nicht leisten, erklärte die Steinmetzin Claudia Beinert, die mit einem Stand halb in der Halle, halb draußen vertreten war. Mit der Präsenz an diesem Abend könne sie eine gute Werbung für ihren Beruf betreiben: Es seien viele Jugendliche interessiert gewesen.
Schüler sind erfreut über den Infoabend
„Ich finde diesen Abend sinnvoll“, sagte die Schülerin Lara Reichenbach, die sich allerdings nicht nur so viele Angebote an Handwerksberufen, sondern „noch mehr Angebote für Mädchen“ gewünscht hätte. „Ich finde den Abend toll und habe viele Berufe noch nicht gekannt“, sagte dagegen die Achtklässlerin Ann-Kathrin Uhl. Über die freundlichen Auskünfte an den Ständen freute sich ihre Freundin Noemi Farinacci.
Manfred Seebacher, dessen Ichenheimer Autohaus mit einem Stand und einem Fahrsimulator vertreten war, stellte fest, dass sich das Handwerk gewandelt habe und wieder attraktiver werden müsse. Er sei sofort von der Idee der Gemeinde begeistert gewesen, lobte er die Veranstaltung. Die Betriebe hatten nicht nur Infomaterial, sondern auch viele tolle Ideen mitgebracht: Am Stand von Adam Transporte konnte man per Fernbedienung einen Spielzeuglastwagen auf einer Rennbahn steuern und die Firma Sonoco stellte die Arbeitssicherheit in den Blickpunkt: Jugendliche konnten eine Brille aufsetzen, mit der ihr Blick wie nach dem Genuss von 1,3 Promille Alkohol getrübt war. Dann galt es einen kleinen Ball in einen Papierkorb zu werfen, was mit diesem Handicap praktisch unmöglich war.
Für Verpflegung mit Getränken und Laugengebäck sorgte die Klasse 8b der Realschule, was gerne angenommen wurde.
Positive Rückmeldung
Schon eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn zogen viele Grüppchen von Jugendlichen zur Langenrothalle. Dort erhielten sie von Eugenio Concas, dem Lehrer einer achten Klasse der Neurieder Realschule, einen Fragebogen, den sie nach dem Rundgang durch die Halle ausfüllen und am Freitag im Unterricht abgeben mussten. „Der Besuch des Berufsinfoabends ist für die achten und neunten Klassen der Neurieder Realschule verpflichtend“, erläuterte er. Die Zehntklässler waren ebenfalls eingeladen, der Besuch war für sie aber keine Pflicht. „Ich bin total begeistert von der Vielfalt der Neurieder Betriebe“, betonte die Leiterin der Neurieder Realschule, Dagmar Frenk. Die Ortsvorsteherin von Nonnenweier dachte bereits in die Zukunft und würde sich wünschen, dass eine solche Veranstaltung auch einmal in anderen umliegenden Gemeinden möglich wäre.