Wolfach - Wegen diverser "Überraschungen" im Boden wird der Bau der Parkanlage am Schloss und in der Grabenstraße deutlich teurer. Unklar ist noch, wie stark sich dies auf die Kosten für die privaten Stellplätze auswirken wird.

Nach dem Baubeginn im Spätherbst ruhen die Arbeiten zurzeit wegen des Frosts. Vorher allerdings gab es doch einige überraschende Entdeckungen im Boden, wie Martina Hanke dem Technischen Ausschuss berichtete. Unter anderem sei die ehemalige Landratsgarage mit umfangreichen Balken an das Gebäude angebunden gewesen. Diese mussten weg geschafft werden. "Außerdem war wesentlich mehr Asbest zu entfernen als gedacht", erläuterte Hanke. Dadurch stiegen die Kosten für die Abbrucharbeiten von den kalkulierten 11 600 Euro um fast 6600 Euro in die Nähe des ursprünglichen Haushaltsansatzes von rund 17 000 Euro.

Doch damit nicht genug: Bei den Tiefbauarbeiten wurde rund 350 Kubikmeter Muttererde gefunden, die ebenfalls entsorgt werden musste. Einen Teil bekam der Bauhof für seine Zwecke, doch der Rest musste ebenfalls weggebracht und das Gelände so zusätzlich aufgefüllt werden.

Weiteres Überraschungsei: Die freigelegten Beeteinfassungen hatten teilweise Fundamente, die bis zu 1,50 Meter in die Tiefe ragten. "Wir haben auf eine Baugrund-Untersuchung im Vorfeld verzichtet, weil dieses Gutachten mit zusätzlichen Kosten verbunden gewesen wäre", sagte Martina Hanke. Zu allem Überfluss stießen die Bauarbeiter noch auf ein altes Fundament im Boden, das ebenfalls entfernt werden musste. Dadurch lagen die Kosten für den Tiefbauabschnitt um fast 18 000 Euro höher als die Angebotssumme.

"Wir rechnen damit, dass der Tiefbau bis Ende März abgeschlossen ist. Wann der Hochbau fertig sein wird, ist noch unklar", sagte Martina Hanke. Ebenfalls sehr vorsichtig reagierte die Stadt auf die Frage, welche Kosten für die privaten Stellplätze auf die Anwohner zukommen. "Wir müssen die tatsächlichen Kosten abwarten, bis wir wissen, wie wir die Kaufpreise genau zu kalkulieren haben", erläuterte Martina Hanke.

Erst wenn die genaue Summe feststeht, würden auch die individuellen Kaufverträge mit den Nutzern abgeschlossen. "Wir haben 15 bis 16 Interessenten, die meisten davon wollen einen Carport haben", sagte Hanke. Bürgermeister Gottfried Moser ist sich dagegen sicher, dass die Parkplätze auf jeden Fall Abnehmer finden. "Wir werden diese nicht auf einmal verkaufen können. Aber die Erfahrungen in der Bergstraße waren ja ähnlich. Auch hier hat es eine gewisse Zeit gebraucht. Am Ende hätten wir sogar ein größeres Parkhaus brauchen können", sagte der Schultes.