Wolfach - Der Kuchenmarkt hat am Donnerstag zahlreiche Besucher in die Wolfacher Innenstadt gelockt. An mehr als 100 Ständen gab es unzählige Dinge zu kaufen. Messerschmied Wilhelm Kneissler wurde für 60 Jahre Markttreue geehrt.

"Ich komme schon seit meiner Schulzeit jedes Jahr zum Kuchenmarkt", schwärmt Hilde Schmied aus Bad Rippoldsau-Schapbach. Mit ihren Töchtern Carina und Christine steht sie vor einem Glühweinstand und genießt ein warmes Getränk. "Ich bin eigentlich keine große Marktgängerin, aber das hier ist ein Pflichttermin", sagt die 46-Jährige. Was wird gekauft? "Ohne Spitzwecken komme ich nie nach Hause", sagt Schmied.

Ihre Töchter, beide in Wolfach in der Schule, sind ebenfalls Jahr für Jahr am Start. "Wir kaufen hier Weihnachtsgeschenke", berichtet die 15-jährige Carina. Bevor sie kommt, wisse sie meist noch nicht konkret, was sie suche. Das ergebe sich beim Schlendern über den Markt.

Etwas anders geht es Willi Waldvogel. Der 86-jährige Wolfacher ist zwar ebenfalls Stammgast, kommt aber mit einem anderen Ziel: "Ich laufe hier einfach nur drüber, kaufen tue ich nichts." Wichtig sei ihm, die Stimmung zu erleben und mitzubekommen, was sich in der Stadt so tut.

Eröffnet wurde der Markt um 10 Uhr von Bürgermeister Gottfried Moser. "Ich freue mich auf den Tag und den Abend", sagte der Schultes auf der Rathausbühne. Einen besonderen Gruß richtete er an die Gäste aus der Partnerstadt Kreuzlingen, die um die Mittagszeit anreisten.

Der katholische Kindergarten Wolfach sang dann mehrere Lieder auf der Bühne. Eingepackt in Mützen und Schals präsentierten die Kleinen mit den Kindergärternerinnen unter anderem das Lied "In der Weihnachtsbäckerei" von Rolf Zuckowski. Die Zuschauer klatschten eifrig Beifall.

Unterdessen hatten die Marktbeschicker schon alle Hände voll zu tun. Vor allem die Spitzwecken, angeboten an mehreren Ständen, waren gefragt. Traditionell werden sie nur beim Kuchenmarkt verkauft. Das Rezept ist geheim. Aber auch die anderen Stände hatten großen Zulauf. Die Besucher fanden unter anderem Schmuck, Kleidung, Haushaltsartikel, Dekowaren sowie Speisen und Getränke.

Eine besondere Ehre wurde Messerschmiedmeister Wilhelm Kneissler zuteil: Sein Familie verkauft schon seit 60 Jahren Messer auf dem größten Wolfacher Markt. Der 49-jährige Zeller wurde dafür von Bürgermeister Moser geehrt. "So eine lange Zeit dabei – das ist schon phänomenal", lobte der Rathauschef. Der Zeller lobte die Wolfacher Kunden als qualitätsbewusst.

Marktmeister Heinz Heizmann zog am frühen Abend eine positive Zwischenbilanz. "Vor allem um die Mittagszeit war richtig viel los". Der Regen am Nachmittag sei nicht optimal gewesen. Aber im Dezember könne man keine Ansprüche ans Wetter stellen. Die Marktbeschicker seien jedenfalls sehr zufrieden.