Von Markus Adler Wolfach. Die meiste Zeit verbringt Marktmeister Hans Heizmann vor dem Kuchenmarkt mit Gesprächen: Da will die Presse etwas wissen, mutige Marktbeschicker wollen noch einen Platz in letzter Sekunde ergattern oder die Helfer bei der Stadt oder auf dem Bauhof werden auf den letzten Stand gebracht."Der Kuchenmarkt ist für die Wolfacher schon etwas Besonderes", sagt Hans Heizmann. "Das geht auch mir als echtem Wolfacher so. Ich habe auch noch Erinnerungen als kleiner Junge daran." Damit am eigentlichen Markttag alles weitgehend reibunglos funktioniert, fängt die Arbeit des Meisters schon viel früher an. "Ich habe ja noch andere Aufgaben, das Meiste wird bereits vorher nach und nach erledigt", erzählt Hans Heizmann.

Zum Glück muss der Marktmeister auch nicht alles allein machen, sondern kann auf ein eingespieltes Team bei der Stadt zurückgreifen. Da hilft ihm sein Kollege Manfred Esslinger am Morgen des Kuchenmarkts beim Einweisen der Beschicker, Tourist-Info-Leiter Gerhard Maier übernimmt einen Teil der Moderation, und auch das Team vom Bauhof um Erwin Bächle sorget dafür, dass das Spitzweckendorf und die Bühne am Ende dort stehen, wo sie hinsollen.

"In der Woche vor dem Kuchenmarkt muss ich natürlich für die Vorbereitung die eine oder andere Stunde mehr einplanen", weiß Hans Heizmann, der versucht, möglichst viele der zahlreichen Aufgaben vor Marktbeginn zu erledigen. "Das betrifft zum Beispiel das Programm. Ich spreche mich nach Möglichkeit schon rechtzeitig mit den Verantwortlichen ab, aber da es in der Regel nur kleinere Veränderungen gibt, klappt das gut", erläutert Hans Heizmann.

Wenige Tage vor dem Kuchenmarkt steht bei ihm das Telefon nicht mehr still: "Viele Beschicker wollen noch wissen, ob sie vielleicht einen Platz bekommen können. Das geht aber natürlich nicht, weil in der Regel alles schon voll ist", sagt Heizmann. Was wäre, wenn am Kuchenmarkt der Marktmeister krank wäre? Da ist der städtische Mitarbeiter äußerst pragmatisch und erinnert sich an seinen ersten Fastenmarkt. Wegen eines Skiunfalls stand er damals nicht zur Verfügung, aber kurzerhand sprang sein Vorgänger ein. Natürlich wäre das nicht einfach, aber der Markt würde auf keinen Fall ausfallen.

Schlaflose Nächte hat Hans Heizmann vor den entscheidenden Tagen nicht, aber früh aufstehen muss er. Und eine gewisse Restfurcht, verschlafen zu können, ist auch bei ihm da. "Ich merke das schon ein bisschen und schaue nachts vielleicht zweimal häufiger auf die Uhr als sonst." Eine ganz wichtige Funktion sieht Heizmann auch in der Begegnung mit den Beschickern. "Die Marktleute sind schon ein eigener Schlag von Menschen. Mir macht aber der Kontakt mit den Leuten Spaß, und ich mache auch immer meine Runde, um zu erfahren, wie es bei den Einzelnen gelaufen ist."

Wenn trotz der üblichen Vorbereitung doch etwas schiefgeht, muss nachjustiert werden. "Die größte Unsicherheit bei einem winterlichen Markt ist ohnehin das Wetter", weiß Heizmann. Da hat er auch schon fast alles erlebt – von leichtem Schneefall im idyllischen Spitzweckendorf bis zur Sturmwarnung im vergangenen Jahr.