Mühlenbach/Hofstetten (stö). "Im Internet darfst du alles – solange du dich an Regeln und die rechtlichen Vorgaben hältst", erklärte Uli Sailer den Mühlenbacher und Hofstetter Schülern im Workshop am Montag. In einer gemeinsamen Veranstaltung beider Schulen wurden die Schattenseiten des Internets beleuchtet. Von den Schülern über die Lehrer bis hin zu den Eltern gab es eigene Veranstaltungen mit Tipps für einen sicheren Umgang mit dem Netz.

"Unsere Daten sind die Währung, mit der wir bei Google oder Facebook bezahlen", verdeutlichte Sailer. Seit 15 Jahren ist der freiberufliche Medienreferent in Sachen solcher "Aufklärung" unterwegs, um Jugendlichen vor den Gefahren des Internets zu schützen. "Es fehlt den jungen Menschen in erster Linie am Wertebewusstsein und am Unrechtsbewusstsein", bedauert Sailer. Dass das Internet kein rechtsfreier Raum wäre, würden viele Jugendliche nicht erkennen können. "Der Datensammler Google schreibt jeden Mist von euch mit", mahnte er die Hauptschüler und zeigt die entscheidenden Stellen via Beamer.

Die Schüler verfolgten gespannt, was Sailer zu sagen hatte, und schnell wurde deutlich: Sie kennen sich zwar in der Nutzung ganz gut aus, haben aber von den möglichen Folgen wenig Ahnung. "Etwas zu entfernen, heißt noch lange nicht, dass es gelöscht ist. Niemals. Kein Buchstabe!" Google schreibe sogar mit, wie lange sich die Schüler auf welcher Seite aufhielten und in Amerika würde man per "Street View" mittlerweile die Häuser im Netz sehen, aus denen eine Suchanfrage gestartet werde.

Dass selbst die russische Datenmafia den Weg über das weltweite Netz nach Mühlenbach und Hofstetten findet, zeigte der Medienreferent an ganz einfachen Beispielen. Bei Videos, deren Titel Rechtschreibfehler enthielten und ordentliche Quellenangaben fehlten, rät er dringend: "Finger weg!" Denn zwei Klicks weiter habe man den Computer bereits mit einem Virus infiziert, der mit einer Zahlungsaufforderung und "mieser Abzocke im offiziellen Gewand" einhergehe.

"Für euch ist ganz wichtig: Erst denken, dann klicken!", so der Medienreferent. Denn wer sich die Videos auf den offiziellen Seiten von "You tube", "clipfish" oder "my video" anschaue, dem könne nichts passieren. Solange er sich Musik und Filme nur ansehe. Das Herunterladen von Musik und Filmen gehöre zur Grauzone – nicht erlaubt, aber strafrechtlich nicht verfolgt. Teuer werde es allerdings bei der Weitergabe heruntergeladener Inhalte oder beim Einstellen von Musikinhalten. Und sei es nur, um das selbst gedrehte Video aufzupeppen. "Die Rechte an der Musik habt ihr niemals – also: Finger weg!" Strafen von 10 000 Euro und mehr seien die Regel, auch wenn die Anzeige vielleicht ein halbes Jahr auf sich warten lasse.

Dass darüber hinaus die Nutzung von Smartphones mit geschickten Abzockfallen verbunden wird, sieht Sailer mit Sorge. Aber auch wenn "Abo kaufen" auf der Internetseite stehe, würden Kinder und Jugendliche regelmäßig drauf reinfallen. "In nächster Zeit wird es noch viel mehr passieren, dass ihr über das Handy abgezockt werdet." Abofallen können mitunter richtig teuer werden. "Wenn etwas passiert ist und ihr traut euch nicht, mit den Eltern darüber zu reden, dann schreibt mir", machte Uli Sailer den Schülern Mut.

Er riet ihnen dringend, die Kamera am Laptop immer abzudecken, weil man nicht wisse, wann sie filme und wann nicht. Ein falscher Klick und der entsprechende Virus wurde unbemerkt aktiviert. Das Ausspionieren von persönlichen Daten seien auch große Themen bei den Anwendungsprogrammen der Smartphones (Apps) und in sozialen Netzwerken wie "Facebook".

Aktuell sind 260 Mühlenbacher und 360 Hofstetter angemeldet – wie Uli Sailer mit wenigen Klicks aufzeigte.