Unser "Swingstick" (Schwungstab) steht seit geraumer Zeit unangetastet in einer Ecke unseres Wohnzimmers. Nur ganz selten wird dieses Platz sparende Trainingsgerät von meinem Mann und mir in die Hand genommen. Aber das wird sich in Zukunft ändern, da bin ich mir ganz sicher. Denn nach einem Probetraining bin ich Fan dieses Stabs: Er aktiviert alle Muskeln, setzt sie in Schwingung und gleichzeitig soll man damit auch noch "Muckis" aufbauen können.

Doch der Reihe nach: Petra Ketterer betreibt zusammen mit Daniele Giesler im Haslacher Mühlegrün die Rückenschule Isenmann/Ketterer, auch unter dem Namen "Rückenwind" bekannt. Gleichzeitig arbeitet sie in einer Massagepraxis und versucht momentan mich von meinen schmerzhaften Nacken- und Rückenverspannungen zu befreien. Da ich weiß, dass sie auch Swingstick-Kurse anbietet, habe ich mich bei ihr zum Probetraining angemeldet.

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In freudiger Erwartung mich körperlich betätigen zu dürfen, habe ich mich an einem Mittwochabend in Trainingsklamotten auf den Weg zu "Rückenwind" gemacht. Dort wurde ich sehr nett von Petra und den acht Kursmitgliedern begrüßt.

Im Trainingsraum war es ziemlich warm und etwas stickig, da vorher schon eine Gruppe ihr Rückentraining absolviert hatte. Da tat es gut, dass die geöffneten Fenster kurzzeitig für frischen Sauerstoff sorgten.

Nach einer kurzen Aufwärmphase mit unterschiedlichsten Übungen, begleitet mit ansprechender Musik, geht es gleich mit dem circa 1,50 Meter langen flexiblen Glasfaserstab los. Jeder der acht Kursteilnehmer, – für AOK-Mitglieder ist dieser Kurs übrigens kostenlos – hält dabei seinen Schwungstab mit beiden Händen am breiten Griffstück in der Mitte fest. Und dann heißt es erst im Stehen, dann im Ausfallschritt feste schwingen, Schulterblätter nach hinten ziehen und dabei auch noch gerade und aufrecht bleiben.

Petra erklärt mir, dass es wichtig ist, dass meine Hände eng nebeneinander den Griff umfassen. Ohne diesen zu stark zu pressen, da sonst die Unterarmmuskulatur zu schnell ermüden würde. Das Handgelenk soll locker, jedoch nicht gebeugt oder überstreckt, aber dennoch fixiert und während des Schwingens nicht bewegt werden, betont sie. Meine kleinen Finger soll ich dabei leicht abspreizen, um die Hand dort noch mehr zu sensibilisieren, wo die Druck- und Zugbewegung entsteht.

Schon nach 15 Minuten Training beginne ich leicht zu schwitzen und spüre, dass die Kraft in meinen Armen etwas nachlässt. Auch die anderen Kursteilnehmer haben zu kämpfen, das lassen zumindest ihre rote Bäckchen vermuten. Aber obwohl die Übungen immer schwieriger werden, macht es mir Spaß.

Jetzt geht es auf die Knie. "Stab nach oben über den Kopf! Wir schwingen hoch und tief, Körperspannung halten, Schulter nach oben ziehen", gibt Petra Anweisungen. Danach heißt es noch mehr Körperspannung aufbauen, um das Gleichgewicht halten zu können. Im Vierfüßlerstand gilt es, auf einem Knie, das andere Bein nach hinten gestreckt, und durch eine Hand gestützt, den Stab in Schwingung zu bringen. Balance halten und dabei kräftig schwingen – sehr schweißtreibend, und meine Kräfte lassen mehr und mehr nach.

Nur nicht in den Spiegel schauen, der die ganze vordere Wand bedeckt, sonst falle ich um, denke ich mir. Endlich ist diese Übung vorbei und ich bin froh, dass das Fenster noch einmal geöffnet wird, denn ich brauche eine Abkühlung und frische Luft.

Dann darf sich jeder auf seine Matte legen. Aber zu früh gefreut. Jetzt geht es erst richtig zur Sache. Auf dem Rücken liegend, die Beine aufgestellt, heißt es nun den Po in die Höhe und diese Stellung halten. Meine Hände und Arme beschäftigen sich dabei mit dem Stab, den ich unter beschwerlicher Körperspannung wieder zum Schwingen bringen soll.

Meine Bauchmuskeln lachen über mich

Immer wieder spornt Petra uns an, nicht locker zu lassen: "Und noch fünf, vier, drei, zwei, eins – und lösen." Was für eine Wohltat! Seitlich liegend, und nur auf Unterschenkel und einen Arm gestützt, schwingen wir gleich weiter. Meine Bauchmuskeln lachen schon über mich, und ich weiß jetzt schon, dass mein Muskelkater morgen vom Feinsten sein wird.

Der Blick auf meine Armbanduhr überrascht mich: Eine Dreiviertelstunde ist schon vorbei, in der ich sogar meine Tiefenmuskulatur aktiviert und zum Schwingen gebracht haben soll. Auch die Fettverbrennung kommt bei den Übungen nicht zu kurz, habe ich gelesen. Dazu kommt noch die Verbesserung der Kondition, der Koordination, der Beweglichkeit und der Kraftaufbau. Das Arbeiten mit dem Schwungstab ist also sehr effektiv und für Jedermann geeignet.

Endlich dürfen wir das Trainingsgerät aus der Hand legen und uns bei Dehnungsübungen eine Viertelstunde lang "entspannen". Ein kleiner Trost für meine leicht überanstrengten Ober- und Unterarme, die leicht zittern. Ruck Zuck ist jedoch die Zeit vorbei, und die ausgepowerten Teilnehmer bedanken sich bei Petra mit Applaus.

Das Training hat mir großen Spaß gemacht. Ich habe mir fest vorgenommen, unsere Schwungstange nicht mehr verstauben zu lassen, sondern sie mehrmals in der Woche ordentlich in Schwingung zu versetzen. Sybille Wölfle

Weitere Informationen: Am 12. Dezember startet Petra Ketterer einen neuen Swingstick-Kurs. Anmeldungen sind möglich unter Telefon 07832/969377 oder E-Mail info@rs-isenmann.de

"Fit in den Winter" mit dem Schwarzwälder Bote Kinzigtal.

In der kalten Jahreszeit gilt es, aktiv die Abwehrkräfte zu stärken. Sportangebote dafür gibt es im Kinzigtal zuhauf. Für diese Serie – um wahrlich "Fit in den Winter" zu starten – testen Reporter unserer Redaktion bis Ende des Jahres wöchentlich eine Sportart und schreiben ihre Erfahrungen für Sie auf. Die Auswahl ist breit, damit für jeden was dabei ist. Denn die Serie möchte motivieren, ganz verschiedene Sportarten auszuprobieren. Viel Spaß dabei!