Gutach Neue Erkenntnisse über Malerkolonie

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Das Werk "Fest am Herrenhaus" des Künstlers Paul Falk ist Teil der Ausstellung im Kunstmuseum. Foto: Kunstmuseum Foto: Schwarzwälder-Bote

Die Künstler Paul Falk, Inge Ringwald und Friedrich Weis haben die Gutacher Malerkolonie und die kulturelle Szene im Kinzigtal in den vergangenen Jahrzehnten belebt. Eine Gedächtnisausstellung im Museum Hasemann-Liebich zeigt bis Sonntag, 15. Januar, ihr Wirken.

Gutach (red/lst). "Es hätte keinen passenderen Tag als den Ewigkeitssonntag für die Vernissage einer Gedächtnisausstellung geben können", heißt es in der Pressemitteilung des Kunstvereins Hasemann-Liebich. Falk, Ringwald und Weis haben nämlich durch ihr Wirken und ihre Persönlichkeit viele Spuren hinterlassen.

Die Geschichte und das Leben der Gutacher Malerkolonie besser zu kennen und der Öffentlichkeit zu erläutern ist eines der wichtigsten Anliegen des Kunstmuseums Hasemann-Liebich, heißt es in der Mitteilung. Aufzeichnungen aus erster Hand, nämlich von Ringwald, brachten eine Reihe von neuen Erkenntnissen über die Neugründung der Gutacher Malerkolonie nach dem Zweiten Weltkrieg.

Malerkolonie stellte bis 1975 im Gemeindehaus und in der Schule aus

Nach dem Tod von Wilhelm Hasemann 1913 und Curt Liebich 1937 wurde es langsam still in der einst lebhaften Gutacher Malerkolonie. Eugen Falk-Breitenbach und Inge Ringwald verhalfen ihr zum neuen Leben.

Zusammen mit Ottomar Krautmann stellten sie regelmäßig im Gemeindehaus im Kindergartensaal während des Sommers aus. Falk-Breitenbach und Ringwald konnten 1967 im Hans-Thoma-Museum in Bernau ausstellen. Aus Altersgründen zog sich Falk-Breitenbach 1972 zurück. Ringwald führte von da an in der Pausenhalle der Schule die Tradition bis zum Jahr 1975 fort.

Die Gemeinde Gutach feierte 1975 ihr 700-jähriges Bestehen. Es war laut Pressemitteilung eine Selbstverständlichkeit, dass dabei auch der Malerkolonie gedacht wurde. Rektor Max Ringwald organisierte Gemälde von allen namhaften Malern der Vergangenheit: Carl-Heinrich Lucas, Christian Wilhelm Allers, Ludwig des Coudres, Heinrich und Karl Eyth, Oskar Hagemann, Ernst Kielwein, Viktor Puhonny sowie Wilhelm Hasemann und Curt Liebich. Ein Raum war den Malern der Gegenwart gewidmet. Es waren: Friedrich Single, Hans Winter, Inge Ringwald und Eugen Falk.

1977 tauchen völlig neue Namen auf: zu den vorher genannten kommen auch der Wolfacher Eduard Trautwein, der Hornberger Otto Etzold, der Hausacher Paul Falk und der Haslacher Paul Kriesch. Ab 1981 wird wieder der "Löwen" zum Stammlokal der Künstler, die sich zu monatlichen Gesprächen treffen. "Die Wirtin serviert eine gute Flädlesuppe", notierte Inge Ringwald.

Der Gutacher Werner Kenngott war ein prägender Künstler

Dann taucht laut Mitteilung 1997 in der Chronik ein Name, der die Malerkolonie der zwei vergangenen Jahrzehnte und die Geschichte des Kunstvereins in den vergangenen zwölf Jahren geprägt hat: Werner Kenngott, der im November gestorben ist. Als weitere Namen stehen in der Chronik Herbert Krauth ab 1997, Manfred Haas aus Kirnbach, Alfred Metzler und Fritz Weis ab 1998, Herbert Böhm aus Triberg und die gebürtige Gutacherin Uta Siefkes aus Karlsruhe ab 2000.

Die jährlichen Ausstellungen finden seit 2002 in der neu eingerichteten Festhalle und seit 2006 im Kunstmuseum Hasemann-Liebich statt. Mit Willy Heine, Beate Axmann, Martina Dieterle und Wendelinus Wurth ist die Brücke zu der Gegenwart geschlagen und alle (soweit die Unterlagen vollständig sind) Mitglieder der Gutacher Malerkolonie der Neuzeit erwähnt worden.

Aktuell zeigt das Kunstmuseum seinen Gästen bis Freitag, 6. Januar, die leuchtenden Adventsfenster, die von den Künstlern der Malerkolonie erschaffen wurden. Weitere Veranstaltungen sind die Dreykönigsmatinee am Freitag, 6. Januar, ab 11 Uhr und die Vorstellung und Lesung des neuen Buchs "Zwei weiter" von Thomas Hafen und Alfred Metzler am Sonntag, 15. Januar, ab 11 Uhr.

Die Gedächtnisausstellung Paul Falk, Inge Ringwald, Friedrich Weis und die Dauerausstellung sind bis zum 15. Januar im Kunstmuseum Hasemann-Liebich, Kirchstraße 4 in Gutach zu sehen. Das Museum ist mittwochs, sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen gibt es laut Ankündigung nach Vereinbarung unter Telefon 07833/95 93 92 oder Telefon 07833/71 76. Weitere Informationen und Programm stehen auf der Internetseite www.kunstmuseum-hasemann-liebich.de.

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